Merz bietet Junger Union Renten-Deal an – „Ich rechne mit Zustimmung“
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Simon Schröder
Stephanie Munk
Felix Busjaeger
Merz, Klingbeil und Söder gaben Ergebnisse zum Rentenstreit bekannt. Das Rentenpaket bleibt, doch es soll zehn Milliarden für private Altersvorsorge geben.
Update, 14:41 Uhr: Bernd Rützel (SPD), der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, hob erneut die Bedeutung des Rentenpakets hervor. Gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media äußerte er: „Der SPD sind stabile Renten wichtig. 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner können sich nun auf ein gleichbleibendes Rentenniveau verlassen. Wer sein Leben lang gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt hat, verdient eine ordentliche Rente.“ Der SPD-Politiker betonte, dass der Respekt vor der Lebensleistung dies erfordere.
Nächste Woche solle der Gesetzesentwurf im Bundestag verabschiedet werden. Anschließend werde die Rentenkommission „die langen Linien“ diskutieren.
Von Adenauer bis Merz: Die Kanzler der Bundesrepublik
Rentenreform: Grüne wollen an künftiger Rentenkommission mitarbeiten
Update, 13:46 Uhr: Die Grünen wollen an der geplanten Reform des Rentensystems mitarbeiten. Die mit der Vorbereitung beauftragte Kommission solle „einen von der gesamten Gesellschaft getragenen großen Wurf für die größte Rentenreform seit Jahrzehnten entwickeln“, erklärte der Renten-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion, Armin Grau, am Freitag in Berlin. Deshalb wäre es eine „gute Idee, die Opposition konstruktiv in der Rentenkommission mitarbeiten zu lassen“.
Die Vereinbarungen im schwarz-roten Koalitionsausschuss zur Rentenreform wertete Grau als „durchwachsen“. Die Stabilisierung des Rentenniveaus reiche „weiterhin nur bis 2031, Mütterrente und Aktivrente bleiben hochgradig ineffizient“, kritisierte er. „Bei der Frühstartrente scheint dagegen inzwischen angekommen zu sein, dass sie viel zu klein geplant war.“ Der Grünen-Abgeordnete fügte hinzu: „Man muss sich am heutigen Tag darüber freuen, dass die Bundesregierung wohl nicht an einer lösbaren Sachfrage zerbricht.“
Merz plädiert für Technologieoffenheit und Abkehr vom Verbrenner-Aus
Update, 11 Uhr: Merz sprach bei der Pressekonferenz auch zum EU-Verbrenner-Aus. Er wolle die EU in einem Brief bitten, das Verbrenner-Aus im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit zu verändern, ohne den Klimaschutz zu relativieren. Man wolle Technologieoffenheit, „die Arbeitsplätze erhält“.
Die EU-Kommission solle auch nach 2035 Fahrzeuge mit doppeltem Antrieb zulassen, also mit Batterie und Verbrenner. „Ich bin sehr dankbar, dass wir uns in der Koalition auf diese Haltung verständigen konnten. Für die SPD war das ein weiter Weg“, so Merz. Aufgrund der schwierigen Lage der Autoindustrie sei dies geboten.
Update, 10:35 Uhr: Merz begründete seinen Optimismus bei der Pressekonferenz, dass das Rentenpaket im Bundestag durchgeht: „Es ist nicht nur Bauchgefühl, sondern es ist wirklich die begründete Hoffnung, auch aus den Gesprächen, die wir heute Morgen geführt haben, dass die Kolleginnen und Kollegen jetzt schon sehen, dass wir es wirklich ernst meinen mit diesen Reformen.“ Der Kanzler sagte außerdem: „Es sind alle Argumente ausgetauscht und es wird jetzt durch eine Verschiebung nichts besser.“ Man werde nächste Woche im Bundestag definitiv über die Rente abstimmen.
Merz berichtet bei Live-PK über „nachdenkliche Wortmeldungen“ der Jungen Union
Update, 10:20 Uhr: Merz antwortete auf die Frage eines Journalisten zur Haltung der Jungen Union: Es habe bei den Besprechungen heute Morgen „eine Reihe von sehr konstruktiven, auch nachdenklichen Wortmeldungen gegeben“. Näheres solle am kommenden Dienstag in der Fraktionssitzung besprochen werden, auch über „die endgültige Entscheidung über unsere Zustimmung zu diesem Gesetzgebungswerk“.
Die Junge Union hat also noch nicht endgültig signalisiert, dass sie dem Rentenpaket zustimmen will. Merz betonte trotzdem: „Ich rechne mit Zustimmung.“ Er habe auch angeboten, am Wochenende noch einmal mit den jungen Abgeordneten zu diskutieren.
Update, 10:07 Uhr: Söder sagte in der Pressekonferenz zur Rente: „Es war natürlich knifflig und es ist nicht so, dass da jetzt jeder Hurra ruft.“ Der CSU-Chef betonte: „Die Rentenkommission ist kein Feigenblatt“, es gebe „keine Denkverbote, keine Tabus“.
Die Junge Union werde eine „zentrale Rolle in dieser Rentenkommission“ bekommen und habe damit die „Chance, Realpolitik zu verändern“, anstatt einfach nur Nein zu sagen. Der vergrößerte Kapitalstock bei der Frühstartrente sei für Deutschland etwas ganz Neues. „Meine Empfehlung war, dem am Ende zuzustimmen. Es ist nie alles 1:1 so wie man es sich wünscht, aber das ist in einer Demokratie so.“
Klingbeil betont bei PK zur Rente Einigkeit der Koalition: „Die Vereinbarung gilt“
Update, 9:55 Uhr: „Gestern ist sehr klar geworden, die Verabredung gilt“, sagte SPD-Chef Klingbeil bei der Pressekonferenz zur Rente. „Wichtig ist für uns, dass Verabredungen gelten, dass die Haltelinie steht“, so Klingbeil zu den Diskussionen der letzten Wochen. Jede fünfte Person sei heute in der Rente armutsgefährdet, die Rente müsse daher gestärkt werden. Die geplante Renten-Kommission solle keine „Laberrunde“ sein, sondern eine grundsätzliche Reform zur Rente präsentieren. Darin seien sich alle am Tisch im Koalitionsausschuss einig gewesen.
Update, 9:50 Uhr: Merz kündigte bei der Pressekonferenz an: „Wir schlagen den Fraktionen vor, den Gesetzentwurf in der nächsten Woche zu verabschieden.“ „Der Gesetzentwurf soll nicht mehr geändert werden.“ Parallel soll ein Entschließungsantrag verabschiedet werden, „der sich in umfassenden Sinne äußert zu den Notwendigkeiten einer Reform“.
Eine Reformkommission soll bis Juni 2026 Vorschläge vorlegen, dann folge eine „umfassende Reform des gesamten Altersvorsorgesystems in Deutschland“. Die private und betriebliche Altersvorsorge werde stärker betont. „Das wird eine große Anstrengung für uns, aber wir wollen sie leisten, weil wir wissen, dass wir einen großen Reformstau haben.“
Für die private Altersvorsorge sollen „aus dem Aktienbestand des Bundes“ 10 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Deren Erträge sollen zusätzlich für die private Altersvorsorge der jungen Generation verwendet werden.
Merz zollte der Jungen Gruppe „großen Respekt“ für ihr Engagement. Es seien „gute, sorgfältige gewissenhafte Diskussionen“ gewesen. „Ich habe der Jungen Gruppe zugesagt, dass wir mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und großer Entschlossenheit in die Reformdiskussion gehen.“
Update, 9:31 Uhr: Die Pressekonferenz zum Koalitionsausschuss beginnt in wenigen Minuten. Erste Ergebnisse sind bereits durchgesickert: Das Rentenpaket bleibt bestehen, ein Begleittext soll jedoch Skeptikern der Jungen Union entgegenkommen. Laut Ntv soll der Text unter anderem die Möglichkeit eines späteren Renteneintritts und die Kopplung der Rentenentwicklung an die Inflation statt an die Löhne enthalten. Ein Ntv-Reporter berichtet allerdings, dass Junge Union-Chef Johannes Winkel heute Morgen alles andere als glücklich über Merz‘ Kompromiss zur Rente gewesen sein soll.
Pressekonferenz von Merz, Klingbeil und Söder: Einigung zur Rente soll stehen
Update, 8:52 Uhr: Nach Informationen vom Spiegel gibt es eine Einigung im Streit um die Rente. Wie es heißt, wollen Union und SPD am Rentenpaket festhalten. Die Koalitionsspitzen haben sich aber dafür ausgesprochen, Kritikern aus den Reihen aus der Jungen Union mit einem Begleittext zur Verabschiedung des Rentenpakets entgegenzukommen. Demnach sollen die sogenannten Haltelinien durch eine Rentenkommission überprüft werden. Wie der Spiegel weiter schreibt, einigten sich CDU, CSU und SPD auch auf die Einführung eines Nachholfaktors.
Pressekonferenz zum Rentenpaket: Merz und Klingbeil präsentieren Ergebnisse
Erstmeldung: Berlin – Das umstrittene Rentenpaket von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sorgt seit Wochen für Konflikte in den Reihen von Union und SPD, nachdem sich 18 Abgeordnete der Jungen Gruppe der Unions-Fraktion gegen das Vorhaben positioniert haben. Die Rebellion der jungen Parlamentarier gefährdet die Koalitionsmehrheit bei der für kommende Woche geplanten Entscheidung.
Nach fast sechsstündigen Beratungen im Koalitionsausschuss in der Nacht wollen Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) heute um 9.30 Uhr die Ergebnisse in einer Pressekonferenz vorstellen. Die zehn Mitglieder des Gremiums aus CDU, CSU und SPD berieten über die strittigen Punkte des Rentenpakets, das eine Haltelinie beim Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 vorsieht. Der Koalitionsausschuss gilt als zentrales Entscheidungsgremium des Bündnisses von CDU, CSU und SPD. Neben Merz und Klingbeil gehören ihm acht weitere Männer und eine Frau an – Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas.
Live-PK mit Merz und Klingbeil: Ergebnisse des Koalitionsausschusses zur Rente im Fokus
Über die Ergebnisse des Koalitionsausschusses war im Vorfeld nichts bekannt. Als zentrales Thema der Runde war der Streit über das Rentenpaket genannt worden, gegen das 18 Abgeordnete der Jungen Gruppe der Unions-Fraktion rebellieren. Sie akzeptieren zwar, dass das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent bleiben soll – lehnen wegen befürchteter Milliardenkosten aber ab, dass es auch danach noch höher angesetzt wird als nach jetziger Rechtslage. Das Rentenniveau ist das Verhältnis der gesetzlichen Rente eines Standardrentners mit 45 Beitragsjahren zum Durchschnittsverdienst aller Erwerbstätigen.
Auch das Verbrenner-Aus und das Heizungsgesetz standen auf der Agenda. Nun sind die Mitglieder der Jungen Gruppe am Zug. Sollte sie bei ihrer Ablehnung bleiben, ist die eigene Koalitionsmehrheit für das Rentenpaket im Bundestag in Gefahr. Merz und die SPD-Führung haben trotzdem bereits vor der heutigen Pressekonferenz klargemacht, dass für sie eine Änderung am Gesetzentwurf nicht infrage kommt.
Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) kündigte als Kompromissangebot ein zweites Rentenpaket an, um die rebellierenden Abgeordneten zu überzeugen. Für heute sind neben der anstehenden Live-PK weitere Gespräche zwischen der Fraktionsspitze und der Jungen Gruppe geplant. Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas sowie Merz beharren jedoch auf dem ursprünglichen Gesetzentwurf.
Rentenstreit der Merz-Regierung: SPD bekräftigt vor Pressekonferenz Parteiposition
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bekräftigte im ZDF-Morgenmagazin die Position seiner Partei zur künftigen Rentenberechnung. „Für uns ist es sehr klar: Wenn wir eine Haltelinie verabreden und sagen, das Rentenniveau darf bis 2031 nicht unter 48 Prozent fallen und dann eine zukünftige Rentenentwicklung betrachten, dann starten wir natürlich ab dem Punkt, den wir dann '31 erreicht haben“, erklärte er zur SPD-Position bei der Berechnung künftiger Rentenniveaus ab 2031.
Ereignis
Koalitionsausschuss von Union und SPD berät über umstrittenes Rentenpaket
Datum
28.11.2025
Personen
Friedrich Merz (CDU, Bundeskanzler), Lars Klingbeil (SPD, Vizekanzler), Bärbel Bas (SPD, Arbeitsministerin), Jens Spahn (CDU, Unions-Fraktionschef)
Sonstiges
Fast sechsstündige Beratungen, 18 junge Unionsabgeordnete rebellieren gegen Rentenpaket, Rentenniveau soll bis 2031 bei 48 Prozent bleiben, Folgekosten bis 2040: 120 Milliarden Euro, Koalitionsmehrheit gefährdet
Klüssendorf zeigte sich optimistisch über den Diskussionsstand: „Und das ist jetzt, glaube ich auch ausreichend ausgetauscht“, sagte er zum bisherigen Austausch über die Rentenreform. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit weitergehender Reformen: „Wir müssen das in die Zukunft auflösen. Wir brauchen unbedingt eine grundsätzliche Rentenreform.“
Die Entscheidung über das Rentenpaket wird als wichtiger Test für die Handlungsfähigkeit der Koalition gewertet. Die Festschreibung einer Haltelinie beim Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 gilt als zentraler Baustein der Rentenpolitik der Regierung Merz. (Quelle: dpa, afp, Spiegel) (fbu)