Drohende Regierungs-Krise

Koalitionsausschuss heute: Merz gibt sich im Renten-Streit zuversichtlich – Ergebnisse am Freitag erwartet

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Der Donnerstag wird zum Schicksalstag für die Regierung Merz: Der Renten-Streit ist weiter verfahren. Im Koalitionsausschuss suchen die Spitzen von CDU/CSU und SPD nach Lösungen.

Update, 21:14 Uhr: Koalitionsausschuss im Kanzleramt: Die Spitzen von Union und SPD sind zu ihren mit Spannung erwarteten Beratungen über strittige Themen wie das Rentenpaket, das Heizungsgesetz oder das Verbrenner-Aus zusammengekommen. Um 20 Uhr hat das Treffen offiziell begonnen. Berichte über die Ergebnisse werden erst am Freitag erwartet.

Koalitionsausschuss heute: Merz gibt sich im Renten-Streit zuversichtlich

Update, 17:23 Uhr: Rente, Verbrenner-Aus und Heizungsgesetz stehen beim heutigen Koalitionsausschuss auf der Agenda. Noch bevor sich die Spitzen von Union und SPD am Abend treffen, dämpft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Hoffnung auf eine Einigung im Koalitionsausschuss in Sachen Rente: Der Kanzler zeigte sich zwar zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird – allerdings nicht schon in der heutigen Sitzung. „Das muss sich dann in einer nachfolgenden Fraktionssitzung ergeben“, kündigte Merz an. Er sehe in der Unionsfraktion „uneingeschränkt eine sehr konstruktive Haltung, um hier zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen“.

Auch die Koalition aus Union und SPD sieht der Kanzler durch den verfahrenen Streit nicht bedroht: „Das ist jetzt nichts, was uns aus der Bahn wirft“, sagte der CDU-Chef in Berlin. Solche Diskussionen gehörten in einer Koalition dazu, erklärte Merz mit Blick auf den Streit über das Renten-Paket. „Es gibt immer wieder Themen, über die man sprechen muss.“ 

Koalitionsausschuss heute: Bundeskanzler Friedrich Merz verspricht im Verbrenner-Streit Einigung. (Symbolbild)

Koalitionsausschuss heute: Merz verspricht im Verbrenner-Streit Einigung

Update, 27. November, 6.32 Uhr: Im Streit über das EU-weite Verbrennerverbot geht Friedrich Merz von einer Einigung im Koalitionsausschuss heute aus. Er wolle „im unmittelbaren Nachgang der Kommissionspräsidentin und dem Ratspräsidenten einen Brief schreiben mit der deutschen Position“, sagte der Kanzler gestern bei einem Automobil-Strategiedialog der baden-württembergischen Landesregierung in Stuttgart.

Inhaltlich wollte sich Merz zu den Beratungen heute im Koalitionsausschuss von Schwarz-Rot nicht weiter äußern. Er wolle dem nicht vorgreifen, sagte der Bundeskanzler. Man werde aber nicht hinter die Position der Ministerpräsidentenkonferenz zurückgehen.

Stresstest für Merz‘ Regierung: Koalitionsausschuss soll Rentenpaket retten

Erstmeldung: Berlin – Mit dem Renten-Streit steht die schwarz-rote Koalition vor ihrer bislang vielleicht größten Bewährungsprobe. Wenn sich die Spitzen von Union und SPD – darunter Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) – zum Koalitionsausschuss treffen, wird über nicht weniger als die Abwendung einer drohenden Regierungskrise verhandelt.

Das Hauptproblem liegt für Merz vor dem Koalitionsausschuss in der eigenen Fraktion: Die Junge Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion blockiert das geplante Rentengesetz. Mit ihren 18 Abgeordneten im Bundestag könnte sie die Koalitionsmehrheit von nur zwölf Stimmen zunichtemachen. Der Grund für den Widerstand der Jungpolitikerinnen und -politiker ist ein Passus im Gesetzentwurf, der auch über 2031 hinaus ein höheres Rentenniveau vorsieht.

Johannes Winkel (CDU), Chef der Jungen Union, lässt keinen Zweifel an seiner harten Haltung. Seine Gruppe befürchtet Folgekosten von 120 Milliarden Euro durch die Rentenpläne, wie die Tagesschau meldet. „Wenn die SPD sagt: Wir sind da nicht gesprächsbereit, dann muss ich sagen: Es ist nicht nur unser Recht als Abgeordnete, sondern auch unsere Pflicht als Abgeordnete, miteinander zu sprechen“, so Winkel.

Kompromiss im Koalitionsausschuss? Verhandlungen über Rente laufen

Die Verhandlungen über einen möglichen Kompromiss laufen auf Hochtouren. Wie aus Koalitionskreisen verlautet, überlässt Merz seinem Fraktionschef Jens Spahn (CDU) die direkten Gespräche mit den Aufständischen. Die finale Entscheidung über Zugeständnisse soll jedoch im Koalitionsausschuss unter Führung von Merz und Klingbeil fallen. Steffen Bilger (CDU), Parlamentarischer Geschäftsführer der Union, setzt große Hoffnungen in das Spitzentreffen. Bei dem Koalitionsausschuss gebe es „sehr viele Themen, wo wir weiterkommen können“, sagte Bilger laut der Nachrichtenagentur AFP. Die Union erwarte „konkrete Ergebnisse“.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Das Rentenpaket ist nicht das einzige brisante Thema auf der Agenda. Der Koalitionsausschuss wird auch über das Verbrennerverbot diskutieren, das aus Unionssicht „entscheidungsreif“ sei, so ein Bericht der AFP. Außerdem steht das umstrittene Heizungsgesetz der Ampel-Vorgängerregierung zur Debatte, das die Koalition „abschaffen“ will. Zusätzlich beschäftigen sich die Spitzen von CDU/CSU und SPD mit Themen für den Vermittlungsausschuss. Dabei geht es um das Sparpaket für die Krankenkassen, das der Bundestag gestoppt hatte, berichtet der Stern.

Für eine Lösung des Renten-Konflikts im Koalitionsausschuss sind verschiedene Szenarien denkbar, wie Reuters aufzeigt. Eine Änderung des Gesetzentwurfs gilt als unwahrscheinlich, da dies andere Gruppen ermutigen könnte, ebenfalls Forderungen zu stellen. Wahrscheinlicher ist ein Entschließungsantrag, der die Bedenken der jungen Abgeordneten berücksichtigen könnte.

Krise nach dem Koalitionsausschuss? Merz braucht die Einigung beim Thema Rente

Merz hat bereits vor dem Koalitionsausschuss einen Kompromissvorschlag ins Spiel gebracht: Eine Zusatzerklärung könne klarstellen, dass grundsätzliche Rentenreformen geplant seien. Die Rentenkommission soll ihre Ergebnisse vor der Sommerpause 2026 vorlegen, so eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters.

Die SPD unter Parteichef Klingbeil zeigt sich vor dem Koalitionsausschuss jedoch kompromisslos. Fraktionschef Matthias Miersch besteht auf einer Verabschiedung des Rentenpakets in der kommenden Woche, berichtet die Tagesschau. Zum Rentenpaket gebe es einen einstimmigen Kabinettsbeschluss. Im schlimmsten Fall droht der Koalition das Scheitern des gesamten Rentenpakets und damit eine echte Regierungskrise. (Verwendete Quellen: AFP, Reuters, Stern, Tagesschau) (dil)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Chris Emil Janssen

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