USA

Trump gegen DeSantis: „Ihm kamen Tränen aus den Augen“

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In einem Interview spricht der frühere US-Präsident Donald Trump wenig lobend über seine potenziellen Gegner bei den republikanischen Vorwahlen.

Washington, D.C. – Donald Trump möchte wieder Präsident der USA werden. Was eigentlich ein wenig paradox ist, denn nach der Sichtweise des 76-Jährigen ist er das ja noch. Immerhin hat er seine Niederlage gegen Joe Biden niemals offiziell anerkannt. Vielmehr solle die Präsidentschaftswahl 2020 von nun an und in alle Zukunft als „The Big Lie“ (die große Lüge) bekannt sein. Da Trump aber nicht aufgibt, erklärte er am 15. November 2022 seine erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten im Jahr 2024.

Dafür gilt es zunächst, die Antagonisten in den eigenen Reihen, der Republikanischen Partei, zu besiegen. Also geht der Ex-Präsident schon mal vehement gegen seine vermeintlichen Gegner vor. Trump sprach am vergangenen Mittwoch (1. Februar) eine halbe Stunde lang mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt. Dabei ging er auf einige seiner potenziellen Herausforderer für die republikanische Präsidentschaftskandidatur ein. Besonders den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hatte der ehemalige Präsident dabei im Visier. Trump, der DeSantis kürzlich als „illoyal“ beschimpfte, sagte, der Republikaner wäre 2018 ohne seine Hilfe nicht gewählt worden.

Donald Trump über DeSantis: „Er hatte nichts! Er war tot“

DeSantis wird oft als Trumps größte potenzielle Bedrohung bei den Vorwahlen angesehen, und der ehemalige Präsident hat seit den Zwischenwahlen das Feuer auf den Gouverneur eröffnet. Trump behauptet oft, dass DeSantis ohne seine Unterstützung niemals die Wahl zum Gouverneur gewonnen hätte. Sobald im Gespräch der Namen von DeSantis fiel, holte Donald Trump zu einem umfassenden Angriff aus.

Weiß, wie der Hase läuft: Donald Trump.

„Er hatte nichts! Er war tot, er war dabei, das Rennen zu verlassen, er kam zu mir und flehte mich an, er flehte mich an, ihn zu unterstützen“, sagte Trump in der Hugh Hewitt Show. „Ihm kamen Tränen aus den Augen. Er sagte: ‚Wenn du mich unterstützt, werde ich gewinnen‘“, sagte Trump. „Am Ende habe ich es getan, und er hat gewonnen. Man sagt, es war, als ob eine Bombe hochgegangen wäre. Einfach eine Bombe, die explodiert ist. Vor dem Moment an, als ich ihn unterstützte, war er hinten, mit Werten, die nicht mehr einzuholen waren. Und dann gewann er locker.“

Danald Trump: Pompeo erst ermöglicht

Donald Trump äußerte sich auch zu seinem ehemaligen Außenminister Mike Pompeo und dessen Aussichten bei den Vorwahlen. Trump gab Pompeo den Rat, nicht gegen ihn anzutreten, meinte aber auch, dass dies Pompeo wahrscheinlich nicht aufhalten würde.

„Also wissen Sie, ich habe Mike aus dem Nichts geholt. Ich glaube, er hat immer gesagt, dass er nie gegen den Präsidenten kandidieren würde“, fügte Trump hinzu, und meinte mit „Präsident“ wohl sich selbst. „Aber wissen Sie, die Zeit vergeht, und dann wollen sie kandidieren, weil sie ehrgeizige Leute sind. Aber ihre Umfragewerte sind sehr schlecht.“ Pompeo selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er ins Rennen um die Nominierung der Republikaner einsteigen werde.

Donald Trump über Nikki Haley: „Sie ist übermäßig ehrgeizig“

Ähnlich kritisch äußerte sich Trump über Nikki Haley, die von 2011 bis 2017 als erste Frau Gouverneurin South Carolinas war. Es wird vermutet, dass Haley am 15. Februar ihre Kandidatur bekannt geben wird. Trump sagte, er habe kürzlich mit Haley über ihre Pläne telefoniert.

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

„Sie sagte zu mir: ‚Ich werde nie gegen meinen Präsidenten kandidieren. Er ist ein großartiger Präsident. Er war unser bester Präsident. Ich werde niemals kandidieren. Ich werde niemals kandidieren‘“, so Trump im Gespräch mit Hewitt. „Aber Nikki leidet an etwas, das sehr schwer zu ertragen ist. Sie ist übermäßig ehrgeizig.“

Donald Trump weiß, wie das Leben funktioniert

Dann bekam Glenn Youngkin, Gouverneur von Virginia, noch ein wenig Fett ab. Trump rügte Youngkin dafür, dass er ihm nicht öffentlich mehr Anerkennung habe zukommen lassen. Immerhin habe er, Trump, Youngkin bei der Wahl 2021 geholfen. Doch Youngkin zolle ihm in der Öffentlichkeit nicht genug Anerkennung. „Ja, das würde ich sagen“, so Trump. „Aber ich weiß, wie das Leben funktioniert. Und ich weiß, wie die Politik funktioniert. Und die Politik ist ein Mikrokosmos, noch viel bösartiger als das Leben.“

Seit der Ankündigung seiner Kandidatur im November 2022 hat Trump nur wenige Veranstaltungen abgehalten. Am vergangenen Wochenende hielt er in New Hampshire und South Carolina seine ersten Wahlkampfreden außerhalb von Florida ab. Der ehemalige Präsident erklärte gegenüber Hewitt, dass seine Kinder dieses Mal nicht Teil seiner Kampagne sein würden, nachdem sein Schwiegersohn Jared Kushner 2016 und 2020 eine Schlüsselrolle gespielt hatte.

„Die Antwort ist also, dass Jared nicht involviert sein wird, und ich möchte nicht, dass sie dabei sind“, sagte Trump. „Ich möchte, dass sie ausgehen und ein schönes Leben haben.“ (skr)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/dpa

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