„Den Bogen überspannt“

Krach auf offener Bühne – und Argwohn im Exil: Belarus‘ Opposition leidet unter ihrer Ikone

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Lukaschenko-Gegner verschwinden spurlos – und die einstige Oppositionsikone sorgt für Eklats. Es gibt große Probleme im Exil, sagt ein Experte.

Am Mittwoch hatte Swetlana Tichanowskaja Grund, zu lächeln. In Straßburg nahm die belarusische Oppositionsführerin den Sacharow-Preis der EU entgegen – stellvertretend für den inhaftierten Journalisten Andrzej Poczobut. Immerhin ein recht starkes Zeichen der Unterstützung für die Gegner des Diktators Alexander Lukaschenko. Doch ansonsten scheint die Lage nach fünf Jahren Exil-Opposition für Tichanowskaja und ihre Mitstreiter schwierig.

Sergej Tichanowski ist ein Aushängeschild der belarusischen Opposition – und ein Problem.

Nicht nur, dass Lukaschenko seine Gegner im eigenen Land zum Schweigen gebracht hat. Auch die Exil-Opposition hat es schwer. Das liegt zum Teil an erwartbaren Mechanismen, wie Experte Boris Ginzburg der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media sagt. Aber auch an Tichanowskajas Mann: Sergej Tichanowski ist – obwohl einer der strahlkräftigsten Gegner Lukaschenkos – im Sommer aus politischer Gefangenschaft freigekommen. Seither sorgt er immer wieder für Ärger. Zuletzt sogar mit einem Streit offener Bühne. Auf USA-Besuch.

Lukaschenko-Gegner verschwinden im Ausland spurlos – und Tichanowski liefert Eklat zur Unzeit

Tichanowski ist oft an der Seite seiner Frau unterwegs. Offiziell ist sie die Leitfigur der organisierten belarusischen Opposition. Aber Tichanowski gibt ungeniert Widerworte. Ende September in Washington forderte er die Absage eines CNN-Interviews Tichanowskajas. „Man sollte solchen politischen Streit nie nach außen tragen“, sagt Ginzburg. Denn das sei ein „gefundenes Fressen“ für interne Konkurrenten – und für Lukaschenkos Regime.

„Seit seiner Freilassung gab es unzählige Fälle, in denen Tichanowski den Bogen überspannt hat“, urteilt der an der FU Berlin zu Belarus und der russischen Opposition arbeitende Wissenschaftler. Der einstige Präsidentschaftskandidat hatte sich unmittelbar auf einen Interviewmarathon begeben. Wohl ohne die in den fünf Jahren seiner Inhaftierung veränderte politische Lage vollends verstanden zu haben – und gegen besseren Rat. Tichanowski selbst bezeichnet sich als „unkontrollierbar“. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass innerhalb der Opposition niemand gesagt hat: ‚Hör mal zu, Sergej, vielleicht wäre es gut, dass du dich erst einmal ein bisschen an das neue politische Klima hier in Europa gewöhnst und dann erst öffentlich auftrittst‘“, meint Ginzburg.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Nun mache das Aushängeschild der Lukaschenko-Gegner Fehler. So habe er CNN als Trump-fernes Medium für einen verzichtbaren Termin gehalten – obwohl die belarusische Opposition den größten Teil ihrer Exiltätigkeiten unter der Regierung Biden vollbracht habe. Ein anderes Beispiel: Im Sommer verärgerte er die Regierung in Litauen, den Gastgeber der Exil-Opposition. Tichanowski kündigte an, „belarusische Inseln“ in den Exilstaaten aufbauen zu wollen – nach dem Vorbild der autonomen Republiken in der russischen Föderation. Erst nach einer scharfen Antwort aus Vilnius ruderte Tichanowski zurück. Dennoch gab es zwischenzeitlich eine potenziell verheerende Reaktion: Litauen stufte zwischenzeitlich den Sicherheitsstatus Tichanowskajas zurück.

Offiziell lautete die Begründung, die Gefährdung der Oppositionschefin sei zurückgegangen. Doch Ginzburg bezweifelt, dass Tichanowskaja tatsächlich aus dem Fokus Lukaschenkos geraten ist; es habe sich wohl eher um eine Retourkutsche gehandelt. Zuletzt seien mehrere belarusische Oppositionelle in Exilstaaten spurlos verschwunden, darunter die Sprecherin des Koordinationsrates, Angelika Melnikova. Sie sei zuletzt mit ihrem Lebensgefährten auf Urlaub in Sri Lanka gesehen worden – dieser stehe mittlerweile unter Verdacht, für den belarusischen Militärgeheimdienst gearbeitet zu haben. Denkbar sei, dass das Lukaschenko-Regime bislang von Angriffen auf Tichanowskaja abgesehen habe, eben weil der Schutz groß und damit die Aussicht auf erfolgreiche Attacken gering gewesen sei. Mittlerweile nahm die – teils scharf-rechte – Regierung Litauens die Maßnahme zurück.

Belarus‘ Opposition unter Druck: Sogar die Ukraine hat im Krieg zwiespältige Interessen

Politisch ist die Lage dennoch schwierig. Die verbliebenen Hebel der Opposition in Richtung Heimat seien „sehr, sehr gering“, sagt Ginzburg. Das sei eine normale Entwicklung für Exiloppositionen: Seit den Protesten 2020 habe Lukaschenko sein Regime stabilisiert, es wachse eine neue Generation heran, die nicht Teil des Widerstandes war und sich im Status Quo arrangiere. In Litauen und anderenorts nahe der russischen Grenze scheine aber auch eine „Krisenmüdigkeit“ zu wachsen: Dort, wie auch in Polen oder der Slowakei, seien nationalistische und teils ukraine-feindliche oder gar prorussische Kräfte auf dem Vormarsch.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass Exil-Oppositionen im Gastland an Wohlwollen verlieren, sagt Ginzburg – jeder Staat schränke mit einer Beherbergung auch seinen diplomatischen Spielraum ein. Nicht undenkbar scheint, dass US-Präsident Trump Litauen und Lettland zu praktischen Kompromissen mit Belarus drängen wird.

Selbst der Ukraine liege nicht an allzu heftigen Sanktionen gegen Lukaschenko: „Sie sieht das Regime natürlich als Feind an. Aber sie will es auch nicht zu sehr schwächen – aus Sorge, Russland könnte ein geschwächtes Belarus absorbieren und Kontrolle über die belarusisch-ukrainische Grenze erlangen“, so der Experte. Eventuell müsse sich die belarusische Opposition etwas zurücknehmen. Genau das sei aber mit dem „unkontrollierbaren“ Tichanowski schwierig. (Quellen: Gespräch mit Boris Ginzburg, eigene Recherchen/fn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jaap Arriens

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