„So schlimm war es noch nie“:

Nach Kühnerts Rückzug: Wenn Politik krank macht

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Schlafmangel, Krisen und dann noch der Hass im Internet. Viele Abgeordnete können und wollen das nicht mehr mitmachen.

Frankfurt – Das mag jetzt ein wenig überraschend klingen, aber Politikerinnen und Politiker sind die demütigsten Menschen der Welt. Niemals würde es ihnen einfallen, sich zu beklagen. Schon gar nicht öffentlich. Das Mandat, die Arbeit für das Land und seine Leute sind eine Ehre, eine Verpflichtung und ein pures Vergnügen. Das bekommt man von allen Abgeordneten erklärt, die man nach ihrer Arbeitszufriedenheit fragt. Klar ist es anstrengend, klar gibt es viel Hass und Verunglimpfung, aber das kriegt man schon hin. Wer jammert und vielleicht sogar schwach wirkt, hat schon verloren.

Kühnert längst nicht der einzige – Politikbetrieb macht viele krank

Akzeptiert wird das aber eher von jenen Menschen, die sich wegen schwerer Erkrankungen aus dem Politikbetrieb zurückziehen, wie etwa der frühere CDU-Politiker Peter Tauber. Er hat sogar ein Buch darüber geschrieben: „Du musst kein Held sein“ heißt es. Unverwundbar wirken muss man aber schon, wenn man in der Spitzenpolitik bleiben will.

Klar ist: Der Politikbetrieb macht viele krank. Der Abschiedsbrief von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert am Montag war längst nicht der einzige, den Politikerinnen und Politiker in den vergangenen Monaten an ihre Parteimitglieder und die Öffentlichkeit richteten. Manche müssen erst einmal genesen wie Kevin Kühnert, der erklärte, dass er derzeit nicht die Kraft habe, um über sich hinaus zu wachsen. Andere wollen sich das alles nicht mehr antun und einfach mal etwas Neues machen.

Wer im Politikbetrieb bestehen will, braucht eine robuste Konstitution. Sonst bleibt der Stuhl im Plenarsaal womöglich leer.

Grünen-Abgeordnete Deligöz will etwas Neues anfangen – immer mehr ziehen sich aus der Politik zurück

So wie Ekin Deligöz. Die Grünen-Abgeordnete und Staatssekretärin im Familienministerium will nach der Legislaturperiode etwas Neues machen. Was, weiß sie noch nicht. Nur das: „Ich muss jetzt etwas Neues anfangen, sonst ist es zu spät“, sagt sie der Frankfurter Rundschau. Die 53-Jährige ist studierte Verwaltungswissenschaftlerin und könnte sich vorstellen, beim Thema Bürokratieabbau in Deutschland mitzuarbeiten. Sehr sexy klingt das nicht für eine eigene Zukunftsvision. Deligöz lacht und sagt, sie sei nicht politikmüde. Es sei jetzt aber eine individuelle Lebensentscheidung, über die sie lange nachgedacht habe. Dass bei ihr vor einiger Zeit eine Autoimmunkrankheit diagnostiziert wurde, sei ebenfalls nicht der Grund für den Rückzug aus der Politik. „Es sind alles kleine Puzzleteile, die sich dann zu einer Entscheidung zusammensetzen“, so Deligöz.

Die Grünen-Politikerin klingt am Telefon nachdenklich. „Es ist mir sehr wichtig, diese Entscheidung eigenständig zu treffen“, sagt sie. „Ich springe jetzt ins Kalte und weiß noch gar nicht, ob das Wasser ist oder Sand.“

Das hat auch etwas mit ihrer Migrationsbiografie zu tun. Wer die habe, müsse sich seine Chancen immer erarbeiten, so Deligöz. „Ich habe großen Respekt vor dem was auf mich zukommt.“ Fast 28 Jahre wird sie im Bundestag gewesen sein, wenn sie nächstes Jahr aufhört. Sie habe von Anfang an mit Anfeindungen zu tun gehabt, von rechter Seite und auch von Seiten türkischer Nationalisten oder religiöser Eiferer. Ihr ist es wichtig zu betonen, dass sie keinesfalls vor ihren Gegnern zurückweiche. Aber irgendwann ist es eben auch mal gut.

Rückzug der Gesundheit zuliebe

Matthias Platzeck: Der SPD-Politiker war von 2002 bis 2013 Ministerpräsident von Brandenburg und 2005/06 Bundesvorsitzender seiner Partei. Populär wurde der heute 71-Jährige durch sein Engagement als Landesumweltminister während des Oderhochwassers 1997 („Deichgraf“). Im April 2006 gab Platzeck bekannt, dass er zwei Hörstürze und einen Kollaps erlitten habe und deswegen den SPD-Vorsitz abgebe. Im Juni 2013 erlitt er einen Schlaganfall. Vier Wochen später zog er sich von allen politischen Ämtern zurück.

Peter Tauber: Der 50-jährige Christdemokrat gehörte zwölf Jahre lang dem Bundestag an und war 2013/14 Generalsekretär seiner Partei. Im letzten Kabinett von Angela Merkel war Tauber Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Im Herbst 2020 kündigte er an, zur Bundestagswahl im folgenden Jahr nicht mehr anzutreten. Im Frühjahr 2021 erkrankte Tauber an einer Darmentzündung. Im April 2021 legte er seinen Posten nieder, im Mai sein Mandat.

Sahra Wagenknecht: Die Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) zog sich im Frühjahr 2019 aus gesundheitlichen Gründen aus der Führung ihrer Bewegung „Aufstehen“ zurück. Ende 2019 gab sie den Fraktionsvorsitz der Linkspartei - der sie damals angehörte - ab. Als Grund nannte sie öffentlich einen Burnout. Nach einer einjährigen Pause kandidierte sie Anfang 2021 wieder für die Linke für den Bundestag.

Michael Roth: Der langjährige SPD-Staatssekretär im Außenministerium und heutige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses sprach 2023 öffentlich über einen Burnout. Er kündigte Anfang dieses Jahres an, sich wegen „Entfremdung“ von Politikbetrieb und Partei im kommenden Jahr zurückzuziehen. coe

Schlafmangel und Stress: Abgeordnete stehen verstärkt unter Druck – „So schlimm war es nie“

Die sächsische Grünen-Politikerin Paula Piechotta ist 2021 zum ersten Mal in den Bundestag gewählt worden und hat noch den nüchternen Blick der Ärztin auf ihre Abgeordnetenkolleg:innen. Sie hat festgestellt, dass der Stress jeden verändert. Zunächst mal körperlich. Der Schlafmangel, der zumindest in den Sitzungswochen unvermeidlich sei, führe bei den meisten zu Gewichtszunahmen. Andere nehmen vom Stress ab. Man konnte das bei der Außenministerin deutlich sehen.

In der Politik gibt es einen ziemlich zynischen Durchhaltespruch: „Wer die Hitze nicht aushält, darf nicht in die Küche gehen“, heißt er. Die Bedeutung ist klar: Wer nicht durchhält, hat es eben nicht drauf. Piechotta meint dazu: „Auch altgediente SPD-Abgeordnete, die seit 20 Jahren im Bundestag sitzen, sagen mir: So schlimm war es noch nie.“

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Grünen-Politikerin beklagt ständige Beobachtung – auch die AfD ist ein Grund

Das liegt an der ständigen Beobachtung in den Sozialen Medien, der Schnelligkeit des Betriebs, den vielfältigen Krisen und nicht zuletzt auch an der AfD. „Als Frau kann man wegen der ständigen Zwischenrufe der AfD im Plenum kaum noch reden“, sagt die Grünen-Abgeordnete. „Man braucht da schon eine besondere Art von Hornhaut, um das durchzustehen.“ Und die hat eben nicht jeder.

Matthias Platzeck etwa hatte sie nicht. Als er SPD-Vorsitzender wurde, war er ständig krank. Erst nach dem Rücktritt wurde das wieder besser. Von der Alt-Kanzlerin Angela Merkel hieß es, sie brauche extrem wenig Schlaf. Und Olaf Scholz politisches Durchhaltevermögen ist ja schon fast legendär. „Konstitution entsteht auch durch Abstumpfung“, sagt die Ärztin Piechotta. Sie kennt Kolleg:innen, die nachts oft weinen, weil sie bestimmte Probleme nicht gelöst bekommen haben. „Wenn Du so bist, ist es extrem schwer, hier durchzuhalten.“

In Deutschland wird Politik bis auf weiteres eher nicht von den Nachdenklichen und Sensiblen gemacht.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Kay Nietfeld/

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