VonJana Stäbenerschließen
Weil sie etwa 23 Krankheitserreger weitergeben können, warnen Expert:innen davor Schnecken zu halten. Auch bei anderen Mitbewohner:innen ist Vorsicht geboten.
Schnecken werden als Haustier immer beliebter. Diese Meldung (bei der auch du die Hummeltaktik anwenden willst) „kroch“ in der vergangenen Woche (nicht im Schneckentempo) durch alle Medien. Vor allem die bis zu 20 Zentimeter lange afrikanische Riesenschnecke wollen sich in Europa immer mehr Menschen halten. Eine Entwicklung, die Forscher:innen aus der Schweiz beunruhigt.
Die Tiere könnten dem Menschen gefährlich werden, etwa durch die Übertragung des Ratten-Lungen-Wurms. Der könne bei Menschen Hirnhautentzündung auslösen, berichtet ein Wissenschaftsteam der Universität Lausanne. Mit rund zwei Drittel der 36 Krankheitserreger, die bei den Schnecken bekannt seien, könnten auch Menschen infizieren.
Schnecken sind als Haustiere ein Gesundheitsrisiko
Viele Menschen seien sich der Risiken nicht bewusst, „denen sie sich selbst oder ihre Kinder aussetzen, wenn sie mit den Schnecken umgehen, zum Beispiel, wenn sie sie auf ihr Gesicht setzen“, meint das Forscherteam und fordert die Öffentlichkeit auf, vor den Gesundheitsrisiken zu warnen und den Handel und Besitz der Schnecken (genauso wie deren Anfassen in der Natur) einzuschränken.
Nicht nur schleimige Schnecken, sondern auch andere Haustiere können Keime an uns übertragen. Die meisten von ihnen sind für gesunde Menschen nicht gefährlich und können sogar positive Effekte haben (sie schützen beispielsweise Kinder vor Allergien).
Aber nicht alle, manche führen auch zu sogenannten „Zoonosen“ (durch Erreger aus dem Tierreich ausgelöste Infektionskrankheiten). BuzzFeed News Deutschland sammelt neun dieser Krankheiten und Bakterien, auf die du lieber verzichten willst.
1. Toxoplasmose
Die Krankheit wird durch „Toxoplasma gondii“ ausgelöst, einer der am weitesten verbreiteten human- und tierpathogenen Parasiten. Neben dem Verzehr von rohem Fleisch wird er vor allem durch den Kot infizierte Katzen übertragen. Rund zwei Drittel aller Katzen hatten den Parasiten im Laufe ihres Lebens schon, etwa 1,3 Prozent aller Katzen scheiden ihn aus.
Was musst du beachten? Beim Saubermachen deines Katzenklos solltest du vorsichtig sein. Ganz besonders, wenn du schwanger bist oder ein geschwächtes Immunsystem hast. Denn eine Toxoplasmose-Infektion kann für ein Kind im Mutterleib gefährlich sein und zu einer Fehlgeburt führen. Hast du eine Katze, sollte deren Klo während deiner Schwangerschaft also dein:e Partner:in sauber machen.
2. Flöhe
Besonders Hunde oder Katzen, die viel draußen sind und dort in Kontakt mit anderen Tieren kommen (Igel, Maus) können dir Flöhe in die Wohnung schmuggeln. Sie können sich auf deinem Hund oder deiner Katze vermehren und auch auf dich übergehen – gerade, wenn du viel mit deinem Vierbeiner schmust. Dass dein Tier betroffen ist, merkst du, wenn es sich verstärkt kratzt.
Was musst du beachten? Wenn sich dein Haustier oft im Freien aufhält, sollte es nicht auf dein Bett oder andere Polstermöbel dürfen. Kämme es am besten regelmäßig mit einem Flohkamm. Die herausgekämmten Krümel legst du auf ein feuchtes Tuch – verfärben sie sich rot, ist das ein Hinweis auf Flöhe (denn Flohkot enthält Blut). Auch das regelmäßige Waschen deines Haustiers beugt Flöhen vor, genauso wie Anti-Floh-Halsbänder.
Fast noch ekliger wie Flöhe sind Bettwanzen. Hier fünf Fakten über die Tiere, die dich jucken sollten.
3. Salmonellen
Es ist selten, dass du dich durch den direkten Kontakt mit Salmonellen ausscheidenden Tieren ansteckst, so die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen. Bei Haustieren ist es jedoch nicht ausgeschlossen, insbesondere bei Reptilien und Amphibien. Von ihnen tragen etwa 90 Prozent aller Tiere Salmonellen in sich.
Was musst du beachten? Wenn du eine Schildkröte, Schlange oder Echse hast, solltest du also besser nicht in Kontakt mit deren Kot kommen. Bei häufigem Tierkontakt ist Händewaschen angesagt. Die Tiere sollten nicht in die Nähe der Küche kommen, auch das Essen solltest du in ihrer Nähe vermeiden.
4. Fuchsbandwurm
Hauptüberträger des Fuchsbandwurms (auch „Echinococcus multilocularis“ genannt) ist der Hund, nicht die Katze, da sich die Parasiten bei ihr nur langsam entwickeln. Hunde kommen im Wald mit dem Fuchs-Parasiten in Kontakt, zum Beispiel wenn sie dort Erde, Gewächse oder andere Dinge fressen. Der Mensch kommt mit den Wurmeiern dann über den Kot des eigenen Hundes in Kontakt. Bei ihm führt der Parasit im schlimmsten Fall zu einer alveolären Echinokokkose, die mit Leberversagen einhergeht.
Was musst du beachten? Du solltest deinen Hund regelmäßig entwurmen und ihn im Wald nichts fressen lassen. Wenn dein Hund viel draußen ist und dort sogar jagt, rät das Parasitenportal sogar zu einer monatlichen Entwurmung. Diese hilft gegen alle Arten von Würmern.
5. Hunde- und Katzenspulwurm
Der Hunde- oder Katzenspulwurm ist der mit Abstand häufigste Wurm bei Haustieren. Menschen können sich mit diesem Spulwurm infizieren, indem sie mit dem Kot des infizierten Tieres in Kontakt kommen. Wurmlarven, die aus den Eiern schlüpfen, wandern dann durch menschliches Gewebe und Organe und sorgen für vielfältige Beschwerden.
Was musst du beachten? Auch hier gilt wie oben: regelmäßiges Entwurmen. Beim Kontakt mit Kot oder der Erde (zu der Katzen oder Hunde Zugang haben) ist Vorsicht geboten. Das gilt besonders für Kinder.
6. Zecken
Solange sich eine Zecke noch nicht festgebissen hat, kann sie von einem „Wirt“ (in dem Fall deinem Hund oder Katze) auf den anderen, also auf dich übergehen. Sie überträgt dann potenziell Krankheiten wie Borreliose oder FSME auf dich.
Was musst du beachten? Nach jedem Aufenthalt im Freien (besonders in der Zeckensaison März bis Juni und September) dein Tier gründlich absuchen und Zecken sofort entfernen, bevor gekuschelt wird. Auch Zeckenschutz-Präparate können helfen.
7. Das Bakterium „Capnocytophaga canimorsus“
Das Bakterium „Capnocytophaga canimorsus“ ist nicht schädlich für Hunde oder Katzen und lebt in deren Maul. Es kann beim Menschen einen lebensgefährlichen Wundbrand oder eine Herzinnenhautentzündung auslösen. Übertragen wird es über den Speichel des Tieres, besonders gefährlich sind folglich Bisse oder wenn das Tier eine offene Wunde ableckt.
Was musst du beachten? Besonders wenn du eine offene Wunde hast, sollte dein Tier dich nicht ablecken. Aber auch so gilt: Lieber einmal mehr, als weniger Hände waschen und die abgeschlabberten Finger auf keinen Fall in den Mund nehmen. Nach einem Biss beobachten, wie du dich etwa zwei bis acht Tage danach fühlst. Erste Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Schmerzen im Bauch.
Mehr tierische Artikel? Hier sind 15 riesige Tiere, bei denen Mutter Natur wohl zu oft „vergrößern“ geklickt hat
8. Bakterien der Gattung „Pasteurella multocida“
Haustiere können auch Bakterien der Gattung „Pasteurella multocida“ übertragen, die bei ihnen unbemerkt in der Darmflora leben. Das kann passieren, wenn dich deine Katze oder dein Hund ableckt und Bakterien aus dem Maul über eine Wunde in deinen Körper kommen. Im schlimmsten Fall rufen die Bakterien beim Menschen eine Blutvergiftung, Hirnhaut-, Knochen- oder Lungenentzündung hervor.
Was musst du beachten? Besonders wenn du eine offene Wunde hast, sollte dein Tier dich nicht ablecken. Aber auch so gilt: Lieber einmal mehr, als weniger Hände waschen und die abgeschlabberten Finger auf keinen Fall in den Mund nehmen.
9. Ornithose
Obwohl der Erreger weltweit stark verbreitet ist, kommt die Krankheit „Ornithose“ (auch Papageienkrankheit genannt) beim Menschen eher selten vor. Sie kann neben Papageien, auch (Wellen)-Sittiche und andere Vögel betreffen und ist sehr ansteckend – sogar der Staub bei der Käfigreinigung kann eine Erkrankung auslösen. Auch deswegen zählt Ornithose zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Menschen, die täglich viel Kontakt mit exotischen Vögeln oder aber Tauben haben, tragen ein erhöhtes Risiko für die Krankheit.
Was musst du beachten? Wenn du einen Vogel hast, ist dein Risiko, Ornithose zu bekommen, zwar höher als beim Rest der Bevölkerung. Es bleibt trotzdem gering. Denn vor dem Verkauf werden besonders exotische Vögel immer auf den Erreger untersucht. Aufpassen solltest du bei kranken Vögeln (Tauben) in der Stadt, oder wenn du mit aus anderen Ländern importierten Vögeln zu tun hast.
Abonnier‘ unsere Kanäle: Das Beste von BuzzFeed Deutschland gibt es jetzt auch auf WhatsApp und Telegram.
(Mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Cavan Images/Imago










