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„Wüst ist klarer Verlierer“ im Merz-Kabinett – Reaktionen auf Minister-Liste

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Die Minister-Liste von Merz stieß nicht überall auf Zustimmung. Aus mehreren Bundesländern kommt Kritik an der Postenvergabe – auch aus CDU-Kreisen.

Update vom 1. Mai, 12.14 Uhr: Armin Laschet, Ina Scharrenbach, Karl-Josef Laumann – sie alle wurden als mögliche CDU-Minister aus Nordrhein-Westfalen im Merz-Kabinett gehandelt, sie alle gingen nun leer aus. Der CDU-Landesverband NRW sieht sich dadurch in der neuen Regierung geschwächt, Ministerpräsident Wüst wird als Verlierer angesehen.

Immerhin gibt es zwei künftige CDU-Minister mit Verbindungen nach NRW:

  • Katherina Reiche wird Wirtschaftsministerin und ist seit fünf Jahren Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Westenergie, einer Eon-Tochter mit Sitz in Essen in Nordrhein-Westfalen.
  • Karsten Wildberger wird CDU-Digitalminister und promovierte an der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Er war ebenfalls fünf Jahre lang Eon-Vorstand, bevor er zu Ceconomy AG (MediaMarkt/Saturn) wechselte.

Mit Jens Spahn kommt außerdem auch der wohl neue Fraktionschef der CDU/CSU-Fraktion aus NRW. Und: Der neue Kanzler in spe, Friedrich Merz, stammt ebenfalls aus NRW.

Friedrich Merz und Hendrik Wüst (r., beide CDU) bei einer Pressekonferenz. Kritik gibt es an den Ministerin im neuen Kabinett aus NRW.

„Wüst ist klarer Verlierer“ bei Besetzung des Merz-Kabinetts – Reaktionen auf Minister-Liste

Update vom 29. April, 11.44 Uhr: Die Kritik an der Vergabe der CDU-Minister-Posten setzt sich fort. Nun äußert sich auch der Landesvorsitzende der SPD in Nordrhein-Westfalen, Achim Post. Gegenüber der Rheinischen Post sagte der SPD-Politiker über die CDU-Besetzung des Merz-Kabinetts: „Die nordrhein-westfälische CDU geht bei der Kabinettsbildung unter Friedrich Merz leer aus. Weder Laumann oder Scharrenbach noch Streeck oder Laschet ziehen ins Bundeskabinett ein.“

Post sehe dadurch den Einfluss Nordrhein-Westfalens auf Bundesebene geschwächt und erklärte: „Hendrik Wüst, Chef des größten CDU-Landesverbands, ist klarer Verlierer.“ Auf der Liste der CDU-Bundesminister steht kein Politiker aus NRW.

Merz erntet heftige Kritik aus CDU-Kreisen: „Bankrotterklärung für die Führung der CDU Niedersachsen“

Erstmeldung: Berlin – Unverständnis, Kritik, Frust: Dass die Liste der Ministerposten für die neue Bundesregierung nicht die Wünsche aller CDU-Mitglieder erfüllen kann, war keinesfalls eine Überraschung. Doch in Teilen der Partei herrscht nach der Bekanntgabe am Montag (28. April) nicht nur Unzufriedenheit – sondern regelrechte Empörung.

Vor allem der Landesverband Niedersachsen habe bereits am Sonntag sichtlich irritiert auf die Aussicht reagiert, im Kabinett keinen einzigen Ministerposten zu bekommen. Obwohl der niedersächsische Landesverband nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg der drittgrößte der Partei ist, seien ihm statt Ministerposten drei Staatssekretärs-Posten versprochen worden, berichtete der Tagesspiegel. Die Entscheidung sei in niedersächsischen CDU-Kreisen als „Bankrotterklärung für die Führung der CDU Niedersachsen“ bezeichnet worden.

Scharfe Kritik an Merz in eigener Partei: „Bankrotterklärung für die Führung der CDU Niedersachsen“

Besonderes Unverständnis herrsche darüber, dass andere Landesverbände wie Baden-Württemberg und das kleinere Schleswig-Holstein mit jeweils zwei Ministern antreten dürfen. Dies zeige laut den Kritikern, dass Merz „keine Ahnung von Politik, Partei und Proporz hat – oder dass ihm das alles sogar egal ist“.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Auch der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, Dennis Radtke, äußerte nach Merz‘ Veröffentlichung der Minister-Liste am Montag Kritik. Er sagte der Süddeutschen Zeitung: „Eine Bundesregierung ohne Beteiligung der CDA kannte ich bisher nur aus Zeiten, in denen die CDU in der Opposition war.“ Er finde es „befremdlich und falsch, dass kein Vertreter der christlich-sozialen Wurzel unserer Partei Teil des Kabinetts ist – das hat es von Adenauer bis Merkel nie gegeben“.

Die CDU entsendet neben dem designierten Kanzler Merz vier Minister und drei Ministerinnen in das Kabinett. Merz präsentierte die Liste während einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin.

Die vollständige Liste aller CDU-Minister:

  1. Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei
  2. Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien
  3. Bundesminister für Wirtschaft und Energie: Katherina Reiche
  4. Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder
  5. Bundesminister für Auswärtiges: Johann David Wadephul
  6. Bundesministerin für Gesundheit: Nina Warken
  7. Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger
  8. Staatsminister für Kultur und Meiden: Wolfram Weimer
  9. Staatsministerin für Sport und Ehrenamt: Christiane Schenderlein
  10. Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit: Michael Meister
  11. Staatsministerin im Bundesministerium des Auswärtigen: Serap Güler
  12. Staatsminister im Bundesministerium des Auswärtigen: Gunther Krichbaum

Bayerns Ministerpräsident Söder freut sich über Zuteilung der CSU-Ministerposten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hingegen zeigte sich äußerst zufrieden mit den Ministerposten, die mit seiner Partei ausgestattet werden. Er betonte, dass seine Partei im Kabinett so gut vertreten sei „wie seit vielen Jahren nicht“. Besonders Alexander Dobrindt sei für die CSU als neuer Bundesinnenminister der „stärkster Mann in Berlin“.

Die vollständige Liste aller CSU-Minister:

  1. Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär
  2. Agrarminister: Alois Rainer
  3. Bundesinnenminister: Alexander Dobrindt

Die neue Regierung steht damit, es muss nur noch der Kanzler gewählt werden. Doch die EU bereitet Friedrich Merz mit einer brisanten Entscheidung die ersten Kopfschmerzen.

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