Update vom 3. April, 5.45 Uhr: Die ostukrainische Großstadt Charkiw ist in der Nacht erneut Ziel eines schweren russischen Angriffs mit Kampfdrohnen geworden. Binnen 40 Minuten hätten 14 Drohnen die Stadt attackiert, schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Krieg in der Ukraine lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 21.44 Uhr: Laut dem ukrainischen Geheimdienst soll Russland seine Desinformationskampagne gegen die Ukraine verstärkt haben. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrainska Pravda. Das Ziel der russischen Operation sei es, den ukrainischen Staat „nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in den Köpfen der Menschen“ zu untergraben. Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine die Legitimität des eigenen Staates anzweifeln, etwa weil es seit Beginn des Ukraine-Kriegs keine Wahlen mehr gegeben hat.
Raketenangriff Russlands auf Geburtsstadt von Wolodymyr Selenskyj
Update, 20.25 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Krywyj Rih sind nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Der Angriff habe Wohngebäuden gegolten und einen Brand ausgelöst, teilte die Militärverwaltung der Stadt am Mittwoch auf Telegram mit. Eine Rettungsaktion ist demnach im Gange.
Krywyj Rih im Süden der Ukraine gerät seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs regelmäßig unter Beschuss. Sie liegt etwa 80 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner. Außerdem ist Geburtsstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Ukraine-Krieg: Russland will härter gegen Kriegsgegner vorgehen
Update, 17.29 Uhr: Russlands Parlament, die Staatsduma, hat ein neues Gesetzespaket gegen Kriegsgegner auf den Weg gebracht. „Wer feige ins Ausland abgehauen ist und von dort weiter unserem Land schadet, ukrainische Nazis finanziert, die russische Armee diskreditiert und zu Verbrechen gegen Russland aufruft, muss begreifen, dass er sich dafür verantworten muss“, sagte Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin der offiziellen Homepage des Parlaments zufolge. Die von mehr als 400 Abgeordneten eingebrachten Gesetze wurden in erster Lesung angenommen. Für die Verabschiedung sind drei Lesungen nötig.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten
In einem der Gesetze wird der Begriff des „Auslandsagenten“ erweitert. Dazu sollen nun etwa auch Russen erklärt werden können, die internationalen Organisationen helfen, „die gegen die Interessen Russlands“ arbeiten. In einem zweiten Gesetz werden 20 neue Straftatbestände eingeführt, bei denen Angeklagte auch in Abwesenheit verurteilt werden können. Dazu zählen etwa die „Verbreitung von Falschmeldungen“ und „Diskreditierung der russischen Armee“.
Update, 15.22 Uhr: In den USA hält man die Chance auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg offenbar für zunehmend unwahrscheinlicher. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei nicht näher genannte US-Beamte. Daher arbeite die Trump-Administration an Plänen, um sowohl auf die Ukraine als auch auf Russland zusätzlichen Druck ausüben zu können. Ursprünglich habe man in Washington gehofft, bis April oder Mai einen vollständigen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg zu erreichen, schreibt Reuters.
Ukraine-Verhandlungen: Putin-Unterhändler könnte noch diese Woche in die USA reisen
Update, 13.15 Uhr: Der Kreml hat Medienberichte über ein geplantes Treffen des russischen Funktionärs Kirill Dmitrijew mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in Washington bestätigt. „Ja, ich kann das bestätigen, eine solche Reise ist möglich“, sagte Putin-Sprecher Dmitri Peskow. Russland führe den Dialog mit den USA über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs auf unterschiedlichen Kanälen fort.
Der US-Sender CNN hatte zuvor berichtet, dass Kreml-Berater Dmitrijew in dieser Woche zu Gesprächen nach Washington reisen wolle. Es wäre die erste Reise eines hochrangigen russischen Funktionärs in die USA seit Kriegsbeginn. Dmitrijew hatte Russland auch bei einer Verhandlungsrunde mit den USA in Saudi-Arabien vertreten. Der Chef des russischen Fonds für Direktinvestitionen steht derzeit noch auf Sanktionslisten des Weißen Hauses. Für eine Einreise in die USA müssten diese zumindest zeitweise außer Kraft gesetzt werden.
Update, 12.20 Uhr: Die russischen Streitkräfte sollen nach Angaben von Moskauer Militärbeobachtern im Grenzgebiet von Belgorod einen eigenen Damm mit einer Fliegerbombe zerstört haben. In sozialen Netzwerken kursiere ein Video, das den Einschlag des vermutlich drei Tonnen schweren Sprengsatzes zeige. Der Einsatz habe in der Nähe des Dorfes Popowka stattgefunden, nur wenige Hundert Meter von der ukrainischen Grenze entfernt. Ziel sei es gewesen, die Verlegung schwerer ukrainischer Panzertechnik zu verhindern.
🇷🇺🇺🇦 Russian Air Force struck a dam with a 3 tonnes glide bomb.
The FAB-3000 with an UMPK glide kit hit a dam that the Ukrainian Army used for supplies in the Sumy and Belgorod regions. pic.twitter.com/g8UjcdDbny
News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj wirft Putin neue Verstöße gegen Waffenruhe vor
Update, 11.02 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland erneut Verstöße gegen die vereinbarte Feuerpause für Angriffe auf die Energieinfrastruktur vorgeworfen. Unter anderem sei bei russischen Drohnenangriffen in der nordöstlichen Region Sumy eine Umspannstation getroffen worden. Zudem habe russischer Artilleriebeschuss eine Stromleitung in der zentralen Region Dnipropetrowsk beschädigt. Dadurch sei für fast 4000 Haushalte der Strom ausgefallen. Die Ukraine und Russland hatten sich nach Gesprächen mit US-Vertretern auf eine entsprechende Feuerpause geeinigt. Beide Seiten werfen sich jedoch bereits wenige Tage nach deren Beginn Verstöße gegen die Vereinbarung vor.
Update, 9.30 Uhr: Laut Angaben der Ukraine kam es im Krieg mit Russland in der Nacht erneut zu Drohnenangriffen. Insgesamt sollen 74 Kamikaze-Drohnen des Typs Shahed und etliche Drohnenattrappen aus Russland an den Angriffen beteiligt gewesen sein. Das meldeten die ukrainischen Behörden auf Telegram. 41 Drohnen seien abgeschossen worden. Unabhängig prüfen lassen sich diese Angaben nicht.
Update, 07.49 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Gesandten für internationale Zusammenarbeit, Kirill Dmitriev, nach Washington geschickt. Über dessen Reisepläne berichtetet zuerst der Nachrichtensender CNN. Dmitriev soll in der Hauptstadt der USA Steve Witkoff treffen, den Sondergesandten von Donald Trump für den Nahen Osten. Ob dabei auch der Ukraine-Krieg und eine mögliche Waffenruhe beraten werden sollen, ist bislang nicht bekannt.
Update vom 2. April, 5.36 Uhr: Die bosnische Justiz hatte vergangene Woche einen internationalen Haftbefehl gegen den bosnischen Serbenführer Milorad Dodik ausgestellt – Wladimir Putin hat ihn jetzt trotzdem in Moskau empfangen. Der Kreml veröffentlichte am Dienstag (1. April) ein Video, wie sich die beiden die Hände schütteln und dann an einen Tisch setzen. „Ich bin sehr froh, Sie in Moskau zu sehen“, sagte Putin. Putins Berater Juri Uschakow nahm laut Kreml auch an dem Treffen mit Dodik teil.
Update, 21.24 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hofft darauf, dass der wohl künftige Kanzler Friedrich Merz (CDU) der Ukraine die weitreichenden deutschen Marschflugkörper vom Typ Taurus zur Verfügung stellt. Auf die Frage, ob er erwarte, dass Merz als Kanzler schnell über die Taurus-Lieferung für den Ukraine-Krieg entscheiden werde, antwortete Selenskyj bei einem Treffen mit der geschäftsführenden Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Kiew: „Wir werden daran arbeiten.“ Man führe dazu Gespräche.
Zu Details wolle er sich aber nicht äußern, bevor Merz das Amt übernommen habe, fügte der ukrainische Präsident hinzu. Auf Nachfrage, ob es seine Hoffnung sei, dass Merz sich zu einer Lieferung von Taurus entschließe, sagte er: „Ja, natürlich.“ Es sei sogar „ein klein wenig mehr als Hoffnung“.
Ukraine-Krieg: Deutsche Luftwaffe unterstützt Polen bei Sicherung des Luftraums
Update, 18.32 Uhr: Die deutsche Luftwaffe unterstützt in Zukunft Polen bei der Sicherung ihres Luftraums. Die Bundeswehr stehe damit „verlässlich an der Seite ihrer Verbündeten“ heißt es in einer Mitteilung der Streitkräfte vom Dienstag. Zum Einsatz kommen dabei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“, die auf dem militärischen Teil des Flughafens Rostock-Laage stationiert sind. Zu den Aufgaben gehören sogenannte Schutzflüge im Rahmen des Nato Air Policing und gemeinsame Trainingsflüge mit den polnischen Luftstreitkräften.
Bislang sind deutsche Kampfjets im Rahmen des Nato Air Policing bereits im Baltikum im Einsatz. Sie überwachen dort den Luftraum Estlands, Lettlands und Litauens, die über keine eigenen Kampfflugzeuge verfügen. An der Mission sind auch weitere Nato-Staaten beteiligt.
Russland will Trump-Vorstoß für Waffenruhe nicht akzeptieren
Update, 16.05 Uhr: Russlands stellvertretender Außenminister Sergei Rjabkow hat den Vorstoß der USA für eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg kritisiert, da dieser nicht die „Hauptforderung“ Russlands mit Blick auf Frieden berücksichtigen würde. Deswegen könne der Kreml den Vorschlag in seiner aktuellen Form nicht akzeptieren.
„Wir haben von Trump kein Signal an Kiew gehört, den Krieg zu beenden“, sagte Rjabkow dem russischen Magazin Interantional Affairs. „Wir nehmen die von den Amerikanern vorgeschlagenen Modelle und Lösungen sehr ernst, können dies jedoch nicht alles so akzeptieren, wie es ist“, sagte der Diplomat weiter. Unklar ist jedoch, auf welche Hauptforderung Rjabkow sich in seinen Aussagen bezieht.
Deutsche Außenministerin in der Ukraine: Annalena Baerbock macht Putin Vorwürfe
Update, 14.30 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Bereitschaft für Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg abgesprochen. Dem Kreml-Chef gehe es nach wie vor darum, die Ukraine zu vernichten, sagte Baerbock bei einer Pressekonferenz in Kiew. Als ersten Schritt für ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs und Zeichen des guten Willens forderte die Grünen-Politiker die Rückgabe der aus der Ukraine verschleppten Kinder durch Moskau. Aber dazu sei Putin offenbar nicht bereit. Und wer Kinder verschleppe, der wolle keinen Frieden, sagt Baerbock.
Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Putin offen für weiteren Kontakt mit Trump
Update vom 31. März, 12.35 Uhr: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat angekündigt, dass der russische Machthaber Wladimir Putin bereit für weitere Kontakte mit US-Präsident Donald Trump ist. „Der Präsident ist weiterhin absolut offen für Kontakte mit Trump, daher können ihre Gespräche, falls nötig, sehr schnell organisiert“, sagte Peskow laut der Nachrichtenagentur Tass. Der US-Präsident hatte in einer Wutrede Russland gedroht – Trump sei „pissed off“ über Putin.
Erstmeldung: Moskau – Russland und die USA sprechen nach Angaben eines Moskauer Unterhändlers über die gemeinsame Ausbeutung russischer Seltenerdmetalle. Firmen zeigten bereits Interesse an diesen Projekten, sagte Kirill Dmitrijew, Chef des staatlichen russischen Investitionsfonds, der Zeitung Iswestija. Details nannte er allerdings nicht.
„Seltene Metalle und Erden sind ein wichtiger Bereich der Zusammenarbeit, und wir haben auf jeden Fall Gespräche über verschiedene Seltenerdmetalle und Projekte in Russland aufgenommen“, sagte Dmitrijew. Als seltene Erden werden 17 Metalle bezeichnet, die in vielen täglichen Gebrauchsgegenständen wie Smartphones, Laptops und Fernsehern stecken.
Im Ukraine-Krieg: Trump droht dem Staatschef wegen Mineraldeal
„Ich sehe, dass er versucht, aus dem Abkommen über Seltene Erden auszusteigen“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten im Präsidentenflugzeug Air Force One mit Blick auf den ukrainischen Staatschef. „Und wenn er das tut, dann hat er ein paar Probleme. Große, große Probleme.“ Der Republikaner sagte: „Wir haben eine Vereinbarung über Seltene Erden getroffen, und jetzt sagt er, möchte die Vereinbarung neu verhandeln.“
Trump hatte vor anderthalb Wochen angekündigt, das geplante Rohstoff-Abkommen mit der Ukraine in Kürze zu unterzeichnen. „Wir sind gerade dabei, Abkommen zur Freigabe von Mineralien, Seltenen Erden und vielen anderen Dingen an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt, einschließlich der Ukraine, zu unterzeichnen“, sagte Trump am 20. März im Weißen Haus.
Selenskyj hatte zuvor erneut an die Verbündeten seines Landes appelliert, den Druck auf Russland zu erhöhen. „Der amerikanische Vorschlag für eine bedingungslose Waffenruhe liegt nun schon zu lange auf dem Tisch, ohne dass Russland angemessen darauf reagiert hätte“, sagte der ukrainische Staatschef am Samstag in seiner abendlichen Videobotschaft. „Es könnte bereits eine Waffenruhe geben, wenn echter Druck auf Russland ausgeübt würde“, fügte er hinzu. (bb mit Agenturen)