Von Nail Akkoyun
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In Europa fürchtet man eine Ausweitung des Ukraine-Kriegs. In Großbritannien bereitet man sich vor – und will die Armee „so tödlich wie möglich“ machen.
London – General Patrick Sanders, neuer Chef des britischen Generalstabs, will die britische Armee auf einen Krieg in Europa vorbereiten. „Es ist jetzt dringend notwendig, eine Armee zu schmieden, die in der Lage ist, an der Seite unserer Verbündeten zu kämpfen und Russland im Kampf zu besiegen“, schrieb Sanders nach Angaben der britischen Zeitung I in einer Botschaft an die Soldatinnen und Soldaten.
Sanders, der sein Amt erst letzten Montag (13. Juni) antrat, betonte, der „erste Generalstabschef seit 1941“ zu sein, „der das Kommando über das Heer im Schatten eines Landkriegs in Europa übernimmt, an dem eine Kontinentalmacht beteiligt ist“. Er sei Teil einer Generation, die „die Armee darauf vorbereiten muss, noch einmal in Europa zu kämpfen“.
Britische Soldaten der 16 Air Assault Brigade in Kabul. (Archivfoto)
© Leading Hand Ben Shread/dpa/PA Media
Krieg in Europa: Sorge vor jahrelangem Konflikt in der Ukraine Während es aktuell nicht nach einer territorialen Ausweitung des Ukraine-Krieges aussieht, hatte ein russischer Propagandist zuletzt gedroht, dass Großbritannien das nächste Opfer der russischen Invasion sein könnte . Die Verteidigung des Vereinigten Königreichs sei laut Sanders nun das oberste Gebot. Seine Aufgabe sei es, die britische Armee dafür „so tödlich und effektiv wie möglich zu machen“.
Unterdessen rief der britische Premierminister Boris Johnson die westlichen Verbündeten dazu auf, sich auf einen langjährigen Krieg einzustellen. „Das Vereinigte Königreich und seine Freunde müssen darauf reagieren, indem sie sicherstellen, dass die Ukraine das strategische Durchhaltevermögen hat, um zu überleben und als Sieger hervorzugehen“, schrieb Johnson in einem Gastbeitrag für die Zeitung Times on Sunday. Anfang Juni verkündete Johnson, dass man weitere Waffen an die Ukraine liefern werde .
Boris Johnson: Mit Skandalen an die Spitze Die Rivalität zwischen England und Deutschland ist im Fußball nichts Neues. Diese Rivalität nahm sich Boris Johnson im Jahr 2006 offenbar besonders zu Herzen, als er in einem Benefizspiel den ehemaligen deutschen Nationalspieler Maurizio Gaudino foulte. Dabei setzte Johnson allerdings nicht mit den Füßen zur Grätsche an, sondern ging, ähnlich wie ein Ziegenbock, mit dem Kopf voran gegen Gaudino vor. © YouTube Screenshot Um die anstehende Rugby-WM in Japan zu werben, erklärt sich der damalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson auf einem Besuch in Tokio zu einem „lockerem“ Rugby-Spiel bereit. Einer seiner Gegner: der 10-jährige Toki Sekiguchi. Dass Johnson beim Sport keine Freunde kennt, musste neben Gaudino auch der junge Japaner erfahren. „Es hat zwar ein bisschen wehgetan, aber so schlimm war es auch nicht“, sagte der 10-Jährige im Anschluss über Johnsons Tackle. © Imago Auch als Großbritannien die erste Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London holte, schaffte es der amtierende Bürgermeister, sich ebenfalls ins Rampenlicht zu drängen. Boris Johnson stahl den Athlet:innen jedoch nicht etwa bei einer offiziellen Gratulation die Show, sondern als er im Victoria Park eine neue Attraktion ausprobieren wollte. Doch die Zip-Line-Konstruktion funktionierte nicht wie gewünscht, Johnson verhedderte sich und blieb mitten in der Luft hängen – zur Belustigung der Parkbesucher:innen. © YouTube Screenshot Seit Jahren besitzt Boris Johnson den Ruf des Tollpatschs. Einige politische Beobachter theoretisieren sogar, dass der britische Premierminister absichtlich das Bild des unschuldigen Trampels abgibt, um unterschätzt zu werden. Boris Johnsons wilde Frisur würde dieses Bild jedenfalls vervollständigen. © Imago Boris Johnson, damals noch Bürgermeister von London, beim Tauziehen für den guten Zweck. Hier zeigte sich der amtierende Premierminister Großbritanniens wieder einmal von seiner tollpatschigen Seite. Zu seiner Verteidigung sei jedoch gesagt, dass das Wetter an jenem Tag – wie für England oft üblich – für Nässe sorgte. Boris Johnson, damals noch Bürgermeister von London, beim Tauziehen für den guten Zweck. Hier zeigte sich der amtierende Premierminister Großbritanniens wieder einmal von seiner tollpatschigen Seite. Zu seiner Verteidigung sei jedoch gesagt, dass das Wetter an jenem Tag – wie für England oft üblich – für Nässe sorgte. © Imago Der Luxusurlaub auf der Insel Mustique bildet nur einen von vielen Skandalen des Boris Johnson. An Weihnachten 2019 verschwand der Premierminister gemeinsam mit seiner Verlobten für einige Tage in die Karibik. Rund 17.000 Euro soll die Reise gekostet haben, doch wer hat die überhaupt finanziert? Johnson geriet in Bedrängnis und behauptete später, dass ein Spender der konservativen Partei den Trip bezahlt hätte. Der Luxusurlaub auf der Insel Mustique bildet nur einen von vielen Skandalen des Boris Johnson. An Weihnachten 2019 verschwand der Premierminister gemeinsam mit seiner Verlobten für einige Tage in die Karibik. Rund 17.000 Euro soll die Reise gekostet haben, doch wer hat die überhaupt finanziert? Johnson geriet in Bedrängnis und behauptete später, dass ein Spender der konservativen Partei den Trip bezahlt hätte. © Imago Gefüllte Gläser, sich zuprostende Menschen und mittendrin der britische Premierminister: Eigentlich ein ganz normales, unschuldiges Foto – wenn nicht gerade die Corona-Pandemie scharfe Maßnahmen, wie etwa das Vermeiden von Ansammlungen, gefordert hätte. Wie Boris Johnson später eingestanden hatte, lud er unter anderem zu seiner Geburtstagsfeier ein. Die „Partygate-Affäre“ bescherte dem Premier ein Misstrauensvotum, welches er allerdings für sich entscheiden konnte. Gefüllte Gläser, sich zuprostende Menschen und mittendrin der britische Premierminister: Eigentlich ein ganz normales, unschuldiges Foto – wenn nicht gerade die Corona-Pandemie scharfe Maßnahmen, wie etwa das Vermeiden von Ansammlungen, gefordert hätte. Wie Boris Johnson später eingestanden hatte, lud er unter anderem zu seiner Geburtstagsfeier ein. Die „Partygate-Affäre“ bescherte dem Premier ein Misstrauensvotum, welches er allerdings für sich entscheiden konnte. © Sue Gray Report/Cabinet Office Die Beamte Sue Gray attestierte Boris Johnson nach den illegalen Feiern im Londoner Regierungssitz sowohl Führungsversagen als auch fehlendes Urteilsvermögen. „Viele dieser Events hätten nicht zugelassen werden dürfen“, schrieb Gray in ihrem Bericht, der noch heute im Internet vollständig zur Verfügung gestellt wird. Für viele Brit:innen stellte die „Partygate-Affäre“ einen besonders großen Skandal dar, da die Bevölkerung monatelang mit den scharfen Corona-Maßnahmen vorlieb nehmen mussten. Die Beamte Sue Gray attestierte Boris Johnson nach den illegalen Feiern im Londoner Regierungssitz sowohl Führungsversagen als auch fehlendes Urteilsvermögen. „Viele dieser Events hätten nicht zugelassen werden dürfen“, schrieb Gray in ihrem Bericht, der noch heute im Internet vollständig zur Verfügung gestellt wird. Für viele Briten stellte die „Partygate-Affäre“ einen besonders großen Skandal dar, da die Bevölkerung monatelang mit den scharfen Corona-Maßnahmen vorlieb nehmen mussten. © WIktor Szymanowicz/Imago Anfang 2022 sah sich Boris Johnson Korruptionsvorwürfen ausgesetzt, nachdem ein Austausch von WhatsApp-Nachrichten zwischen ihm und dem wohlhabenden Parteispender David Brownlow veröffentlicht worden war. In dem Chat hatte der Premier um die Freigabe finanzieller Mittel für die Luxus-Renovierung seiner Dienstwohnung in der Londoner Downing Street gebeten. Berichten zufolge sollen sich die Renovierungskosten auf rund 112.000 Pfund belaufen haben. Wer genau den Luxusumbau bezahlt hat, blieb unklar. Wegen einer nicht ordnungsgemäß deklarierten Parteispende musste Johnsons Tory-Partei schlussendlich eine Strafe von 20.000 Pfund zahlen. Anfang 2022 sah sich Boris Johnson Korruptionsvorwürfen ausgesetzt, nachdem ein Austausch von WhatsApp-Nachrichten zwischen ihm und dem wohlhabenden Parteispender David Brownlow veröffentlicht worden war. In dem Chat hatte der Premier um die Freigabe finanzieller Mittel für die Luxus-Renovierung seiner Dienstwohnung in der Londoner Downing Street gebeten. Berichten zufolge sollen sich die Renovierungskosten auf rund 112.000 Pfund belaufen haben. Wer genau den Luxusumbau bezahlt hat, blieb unklar. Wegen einer nicht ordnungsgemäß deklarierten Parteispende musste Johnsons Tory-Partei schlussendlich eine Strafe von 20.000 Pfund zahlen. © Tolga Akmen/Imago Auf der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow zeigten Fotos den britischen Premierminister gelangweilt, mit geschlossenen Augen – und ohne Mund-Nasen-Schutz. Boris Johnsons Büro verteidigte den Premier anschließend und stützte sich auf einen angeblichen, erneuerten Corona-Schutzplan der Veranstaltung, in dem es geheißen haben soll, man dürfe seinen Mund-Nasen-Schutz am Sitzplatz abnehmen. Naturforscher Sir David Attenborough, rechts neben Johnson, wollte sich nicht zu der Situation äußern. Auf der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow zeigten Fotos den britischen Premierminister gelangweilt, mit geschlossenen Augen – und ohne Mund-Nasen-Schutz. Boris Johnsons Büro verteidigte den Premier anschließend und stützte sich auf einen angeblichen, erneuerten Corona-Schutzplan der Veranstaltung, in dem es geheißen haben soll, man dürfe seinen Mund-Nasen-Schutz am Sitzplatz abnehmen. Naturforscher Sir David Attenborough, rechts neben Johnson, wollte sich nicht zu der Situation äußern. © Jeff J Mitchell/afp Nur ein Foto von vielen, welches Boris Johnson mit einem Bier in der Hand zeigt. Trotz zahlreicher Skandale hat der konservative Politiker immer wieder Grund zum Feiern gehabt: wie etwa der Aufstieg zum Londoner Bürgermeister, das Amt des britischen Außenministers, sowie die spätere Ernennung zum Premierminister. Zuletzt hatte Johnson ein Misstrauensvotum gegen sich gewonnen. Ob er sich weiterhin im Amt halten kann, wird die Zukunft zeigen. Nur ein Foto von vielen, welches Boris Johnson mit einem Bier in der Hand zeigt. Trotz zahlreicher Skandale hat der konservative Politiker immer wieder Grund zum Feiern gehabt: wie etwa der Aufstieg zum Londoner Bürgermeister, das Amt des britischen Außenministers, sowie die spätere Ernennung zum Premierminister. Zuletzt hatte Johnson ein Misstrauensvotum gegen sich gewonnen. Ob er sich weiterhin im Amt halten kann, wird die Zukunft zeigen. © Henry Nicholls/Imago Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte in einem Interview mit der Bild-Zeitung ebenfalls die Sorge geäußert, dass der Krieg in der Ukraine noch Jahre andauern könnte. Eine schwindende Unterstützung der Ukraine würde man bitter bezahlen müssen – Streitkräfte werde man allerdings keinesfalls in das russische Nachbarland entsenden.
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