Russische Agenten im Gazastreifen? Israel sieht Wende bei Kreml-Position
VonVictoria Krumbeck
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Russland forderte die sofortige Freilassung aller Hamas-Geiseln. Einem Bericht zufolge sollen sich russische Agenten unter den Gefangenen befinden.
Tel Aviv/Moskau – Seit dem Angriff auf Israel am 7. Oktober wurden israelischen Angaben zufolge mehr als 220 Menschen von der islamistischen Terrororganisation Hamas entführt. Noch immer werden zahlreiche Geiseln gefangen gehalten. Laut dem israelischen Onlinemedium Makorrishon, sollen sich unter den Geiseln auch sieben russische Agenten des Auslandsgeheimdienstes SWR befinden. Seit zwei Wochen soll der Kontakt zu den Agenten abgebrochen sein.
Krieg in Israel: Russische Agenten unter Hamas-Geiseln?
Russland forderte die Hamas auf, alle Geiseln freizulassen. „Alle Geiseln müssen dringend und sofort freigelassen werden. Das ist unsere feste Position. Wir fordern die Hamas auf jeden Fall auf, dafür zu sorgen, dass alle Geiseln freigelassen werden“, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow am Dienstag (24. Oktober). Moskau nutze alle Möglichkeiten, um „mit allen am Konflikt beteiligten Seiten“ über die Freilassung russischer Bürger zu verhandeln, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichte.
Die israelischen Zeitung Makorrishon deutet Peskows Ankündigung als eine 180-Grad-Wende in ihrem bisherigen Vorgehen. Zuvor verglich Russlands Präsident Wladimir Putin die Blockierung des Gazastreifens durch Israel mit dem von den Nazis belagerten Leningrad. Zudem machte er die USA für die Eskalation im Nahen Osten verantwortlich. Die Hamas bedankte sich sogar öffentlich bei dem Kreml-Chef für seine Bemühungen. Die vermeintliche Entführung der Agenten scheint Russlands Umgang mit dem aktuellen Konflikt in Israel zu beeinflussen.
Israel-Krieg: Russische Staatsbürger im Hamas-Gefangenschaft
Wie die dpa berichtete, soll Russlands Vizeaußenminister eigenen Angaben zufolge in Katar mit Hamas-Vertretern über die Freilassung der Geiseln am Donnerstag gesprochen haben. Offiziellen russischen Angaben zufolge sollen sich unter den Geiseln der Hamas mindestens zwei Menschen mit einer russischen Staatsbürgerschaft befinden. Wie Makorrishon schrieb, soll Moskau Israel kontaktiert haben, um das Verschwinden der Agenten aufzuklären. Der Tonwechsel des Kremls sei laut den Einschätzungen eines hochrangigen israelischen Beamten auf die angebliche Geiselnahme der Agenten zurückzuführen.
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Laut der Quelle des Onlinemediums waren die russischen Agenten vor etwa zwei Monaten in Gaza stationiert worden. Sie sollten über die politische, militärische und sozioökonomische Lage in Gaza berichten. Seit dem Ausbruch des Israel-Krieges hat sich Russland immer wieder als Vermittler angeboten, da eine Vielzahl von russischen Staatsbürgern in Israel leben und das Land Beziehungen zur arabischen Welt pflegt. (vk)