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Seit dem Hamas-Angriff auf Israel häufen sich im Internet Falschmeldungen und fragwürdige Aussagen bekannter Persönlichkeiten. Wie du den Durchblick behältst.
Deutschland hat ein bewegtes Wochenende hinter sich. Bei den Landtagswahlen in Hessen und Bayern wurde die AfD am Sonntag zweit- und drittstärkste Kraft. Diese Grafiken zeigen, wie junge Leute bei den Wahlen abgestimmt haben. Außerdem hat die Hamas, die von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, einen großangelegten Überraschungsangriff auf Israel gestartet, mit Hunderten Toten. Das Land reagierte mit Gegenangriffen.
Diese Karte zeigt, was gerade passiert:
Seitdem steht das Netz Kopf. Viele Menschen teilen angebliche Momentaufnahmen aus dem Kriegsgebiet oder Stellungnahmen prominenter Menschen. Doch vieles davon ist alt, aus dem Zusammenhang gerissen oder zeigt Meinung statt Fakt. Was du in so einer unübersichtlichen Lage tun kannst, haben wir hier für dich gesammelt:
1. Videos und Posts immer kritisch anschauen
Hinterfrage eine Information und sei skeptisch, vor allem, wenn scheinbar einfache Lösungen für so komplexe Probleme wie den Nah-Ost-Konflikt genannt werden. Schau dir zum Beispiel die Accounts der Urherber:innen genauer an, so erfährst du mehr über ihre Überzeugungen, was sie bisher so gemacht haben und was vielleicht ihre Absichten sind.
2. Auch die Posts bekannter Persönlichkeiten hinterfragen
Vor allem ein Video wird auf X (ehemals Twitter) wird von vielen als Vergeltungsschlag Israels in Gaza Stadt geteilt. Dabei zeigt es aller Wahrscheinlichkeit nach einen Angriff, der während einer Live-Schalte des Nachrichtensenders BBC im Jahr 2021 stattfand. Auch der britische Politiker Jim Ferguson veröffentlichte in den frühen Morgenstunden des Samstags das Video des angeblichen Luftangriffs. „Breaking: Gegenangriffe der israelischen Streitkräfte sind im Gange, während die Luftwaffe auf #Gaza zurückschlägt“. Recherchen von Forbes zeigen in der Gegenüberstellung das Foto (links), das Ferguson verwendete, und einen Bildausschnitt aus der BBC-Übertragung (rechts).
Auch in Deutschland sorgen Prominente mit ihren Beiträgen auf Social Media für Aufregung. So wird dem bekannten Journalisten und Moderator Malcolm Ohanwe Kriegsrelativierung vorgeworfen. In seinen Beiträgen auf X äußerte er Verständnis und lieferte Erklärungen für die Angriffe. Viele Medienanstalten, wie der Bayerische Rundfunk oder Arte, für die Ohanwe als Freischaffender tätig war, distanzieren sich seitdem.
3. Checke Zahlen, Informationen und Bilder
Fake News wollen oft starke Gefühle wecken. Denn dann werden die Videos, Tweets oder Artikel häufiger geklickt und verbreiten sich schneller. Um zu prüfen, ob überhaupt stimmt, was behauptet wird, kannst du recherchieren, ob auch andere, größere Medien über das Ereignis berichten und die Artikel miteinander vergleichen. Am besten nennen die verschiedenen Artikel unterschiedliche und zuverlässige Quellen.
Bilder, die bearbeitet oder aus dem Kontext gerissen wurden, sind oft ein Teil der Falschinformationen. Mit einer Bilder-Rückwärtssuche kannst du überprüfen, ob Bilder wirklich zu der Nachricht gehören. Dafür musst du nur das Bild herunterladen und zum Beispiel in die Suchleiste der Google Bildersuche ziehen. So kannst du sehen, wo und in welchem Kontext das Bild veröffentlicht wurde.
Mehr zum Thema: In diesem Fake-News-Ticker, haben wir gefährliche Falschinformationen zum Ukraine-Krieg gesammelt
4. Prüfe die Vertrauenswürdigkeit der genannten Quellen
Urheber:innen von Desinformationen in Videos, Tweets oder Posts beziehen sich häufig auf nicht vertrauenswürdige Quellen. Checke die Quellen, die genannt werden und prüfe, ob die Seiten ein Impressum haben. Im Impressum einer Webseite findest du die Verantwortlichen für die Quelle. Es sollte Name, Adresse und Kontaktmöglichkeiten enthalten. Mit einer kurzen Google-Suche kannst du dann mehr über die Betreiber:innen herausfinden.
5. Hilfe von Profis
Im Netz gibt es mittlerweile richtig viele Spezialist:innen für das Aufdecken von Fake News. Zum Job dieser Faktenchecker:innen gehört es, Falschnachrichten, die im Internet kursieren, aufzudecken und damit zu bekämpfen. Die Deutsche Presseagentur (dpa) liefert Faktenchecks zu allen möglichen Themen. Auf der Webseite findet du noch mehr Tipps im Umgang mit Internetbetrug und kannst Hinweise zu möglichen Fakes melden, wenn du welche entdeckt hast.
Mehr zum Thema: Eine Faktencheckerin erklärt dir, wie du Fake News erkennst
(Mit Material der dpa)
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