VonJana Stäbenerschließen
Bei den Landtagswahlen wird die AfD am Sonntag zweit- und drittstärkste Kraft. Doch wie sieht es bei den unter 35-Jährigen aus?
Bayern und Hessen hat am Sonntag, 8. Oktober 2023, einen neuen Landtag gewählt und die Ergebnisse – da sind sich viele einig – bedeuten auch ein Misstrauensvotum gegen die Ampel-Regierung in Berlin – obwohl die fast zwei Drittel ihrer Wahlversprechen einhalten konnte. Gewinner in beiden Bundesländern ist die Opposition (CDU Hessen: 34,6 Prozent, CSU Bayern: 37 Prozent). Der Trend bei beiden Landtagswahlen geht nach rechts.
Die AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, ist kein ostdeutsches Massenphänomen, eine weitere Sache, die Ost und West nach 33 Jahren Wiedervereinigung nicht mehr voneinander unterscheidet. Mit 14,6 Prozent in Bayern und 18,4 Prozent in Hessen ist die Partei drittstärkste und zweitstärkste Kraft – das Ergebnis in Hessen ist das bisher höchste bei Landtagswahlen im Westen.
Wie haben junge Menschen in Bayern und Hessen gewählt?
Bei den jungen Wähler:innen (18 bis 34 Jahre alt) sieht es nicht anders aus. Auch hier liegt die AfD, die immer wieder Verschwörungstheorien verbreitet, in Bayern auf Platz drei und Hessen Platz zwei. Ganz im Gegensatz zu den älteren Generationen (60+), die lieber der CDU/CSU statt der AfD ihre Stimmen gegeben haben.
„Die jungen Menschen sind bei den Parteienpräferenzen weniger festgelegt als man denkt. Sie haben noch keine langjährige Parteibindung. Und sie reagieren schneller und sensibler auf drängende Themen. Außerdem haben Jüngere die Tendenz, radikaler zu wählen“, erklärt Professor Jürgen Falter (Universität Mainz) den AfD-Erfolg bei Ippen.Media.
Wie genau unter 35-Jährige am Sonntag gewählt haben, hat BuzzFeed News Deutschland in 13 Grafiken für Bayern und Hessen veranschaulicht. Sie sind nach Erfolg der Parteien geordnet.
1. In Bayern ist die CSU auch bei unter 35-Jährigen zwar stärkste Kraft – ältere Menschen wählten sie jedoch deutlich häufiger.
2. Bei den Grünen ist es umgekehrt:
3. Bei den unter 35-Jährigen landete die AfD auf Platz 3. Nur die Altersgruppe 35–44 wählte die Partei noch häufiger.
4. Die Freien Wähler landen bei jungen Leuten auf Platz 4.
5. Die SPD ist bei den unter 35-Jährigen in Bayern auf dem vorletzten Platz.
6. Danach kommt nur noch die FDP, die bei den Wahlen in Bayern als Verlierer-Partei hervorgeht.
7. Auch in Hessen gewinnt die CDU. Bei den jungen Menschen jedoch weniger, als bei den Älteren.
8. Hier bietet sich ein ähnliches Bild: Die AfD ist besonders stark bei den 35-44-Jährigen. Besonders wenig gewählt wurde sie von der ältesten Altersgruppe der über 70-Jährigen.
9. Die Grünen landen bei jungen Menschen in Hessen hinter der AfD.
10. Dahinter kommt die SPD – die bei älteren Generationen deutlich besser dasteht.
11. Die FDP steht bei unter 25-Jährigen in Hessen ein wenig besser da als in Bayern.
12. Direkt darauf folgt die Linke:
13. Die Freien Wähler liegen auf dem letzten Platz und schneiden damit schlechter ab als bei jungen Menschen in Bayern.
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(Mit Material der dpa)
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