Nahost-Konflikt

Israel-Gegenschlag nach Angriff? EU will neue Iran-Strafmaßnahmen

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  • Bedrettin Bölükbasi
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  • Franziska Schwarz
    Franziska Schwarz

Nach Irans beispiellosem Angriff auf Israel fürchtet die Welt Vergeltungsmaßnahmen. Nun äußert sich das Militär. Der Newsticker zum Krieg in Nahost.

Update vom 17. April, 7.05 Uhr: Israel ist entschlossen, auf den iranischen Großangriff zu reagieren. Eine israelische Quelle sagte nun gegenüber der Zeitung Times of Israel, der aktuelle Plan sei es, den Iran über die Art und Zeit einer möglichen Antwort im Dunkeln zu lassen. „Lasst sie nur nervös sein“, betonte die Quelle. Daher warte man mit einer Reaktion auf den Angriff noch ab. Zugleich hieß es von der Quelle, die Antwort könne sowohl direkt auf iranisches Territorium als auch außerhalb des Iran erfolgen.

USA raten Israel gegen Angriff auf Iran: Blinken unsicher über erneuten Verteidigungserfolg

Update vom 17. April, 5.45 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat Vertretern der amerikanisch-jüdischen Gesellschaft bei einem Treffen mitgeteilt, dass es nicht im Interesse Israels sei, auf den Angriff des Iran zu reagieren und einen Gegenschlag zu starten. Dies berichtete das Nachrichtenportal Axios. Demnach sagte Blinken, er verstehe, dass Israel antworten wolle und bekräftigte auch, dass die Entscheidung bei Israel liege. „Wir geben nur unseren besten Rat“, betonte er Teilnehmern zufolge.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien im Nahost-Konflikt. Die Angaben zum Krieg in Israel lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Doch offenbar ist er besorgt darüber, ob eine vom Iran angedrohte Vergeltung gegen einen möglichen israelischen Gegenschlag ähnlich erfolgreich wie die erste Welle des iranischen Angriffs abgewehrt werden kann. Ein US-Beamter sagte, der Außenminister halte es für „sehr schwierig“, den Erfolg zu wiederholen. „Und die Israelis wissen das auch“, so der Beamte.

Möglicher israelischer Gegenschlag: Britischer Premier ruft Israel zur Besonnenheit auf

Update vom 16. April, 22.25 Uhr: Der britische Premier Rishi Sunak hat in einem Telefonat mit seinem israelischen Amtskollegen Benjamin Netanjahu zu Besonnenheit nach den iranischen Angriffen geraten. Eine weitere Eskalation sei in niemandes Interesse, betonte Sunak laut einer Mitteilung der britischen Regierung. Sunak habe bei dem Gespräch am Dienstagnachmittag die Unterstützung Großbritanniens für Israels Sicherheit und die Stabilität in der Region bekräftigt, hieß es weiter. Iran habe sich schwer verrechnet und sei international zunehmend isoliert, während die G7-Gruppe der führenden westlichen Industrienationen eine diplomatische Antwort vorbereiteten, wurde der Premierminister zitiert.

Update vom 16. April, 20.55 Uhr: Mehr als 10.000 Frauen sind seit Beginn des Krieges im Gazastreifen vor rund sechs Monaten nach Angaben der Vereinten Nationen dort getötet worden. Darunter seien rund 6000 Mütter gewesen. Etwa 19.000 Kinder seien daher nun zumindest teilweise verwaist, teilte die UN-Frauenorganisation UN Women am Dienstag mit.

Update vom 16. April, 20.05 Uhr: Die EU plant nach dem Raketen- und Drohnenangriff des Iran gegen Israel neue Sanktionen gegen Teheran. EU-Chefdiplomat Josep Borrell teilte am Dienstagabend nach einer Videoschalte der Außenminister der Mitgliedstaaten mit, er werde sein Team um Vorbereitungen für weitere Strafmaßnahmen bitten.

Update vom 16. April, 19.50 Uhr: Die israelischen Streitkräfte gaben bekannt, im Südlibanon weitere Angriffe auf Gebäude durchgeführt zu haben, die von der Hisbollah genutzt wurden und in denen sich Anhänger der Miliz versammelt haben sollen. Die Angriffe sollen in den Städten Ain Baal, Aalma ash-Shab, Hanine und Yaroun durchgeführt worden sein. Zusätzlich zu dem getöteten Kommandanten hat die Hisbollah den Tod von zwei weiteren Mitgliedern bekannt gegeben.

Eine iranische Demonstrantin hält in Irans Hauptstadt Teheran ein Plakat gegen Israel in die Höhe.

Erdogan macht Netanjahu für die Spannungen im Nahen Osten verantwortlich

Update vom 16. April, 18.55 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht nach eigenen Aussagen ausschließlich Israels Präsident Benjamin Netanjahu für die Spannungen im Nahen Osten verantwortlich. „Israel versucht einen Konflikt in der Region zu provozieren und der Angriff auf die iranische Botschaft in Damaskus war der letzte Tropfen“, sagte Erdogan bei einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung.

Update vom 16. April, 18.40 Uhr: Die proiranische Miliz bestätigte den Tod des Hisbollah-Führers. Sie teilte jedoch nicht mit, wann, wo und wie genau er ums Leben kam. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, zwei weitere Personen seien am Dienstag verletzt worden. Demnach wurde bei dem israelischen Angriff ein Auto in dem Ort Ain Baal nahe der israelischen Grenze getroffen. 

Update vom 16. April, 17.29 Uhr: Die israelische Armee (IDF) hat eigenen Angaben zufolge einen Hisbollah-Kommandeur getötet. Eines von Israels Flugzeugen habe Ismail Yusaf Baz in der Gegend des Dorfes Ain Ebel im Libanon „getroffen und ausgeschaltet“, hieß es. Der ranghohe Führer der Hisbollah-Miliz habe unter anderem den Abschuss von Raketen auf Israel von der libanesischen Küste aus geplant, behauptete die IDF.

Update vom 16. April, 16.55 Uhr: Im Angesicht einer möglichen Eskalation zwischen dem Iran und Israel hat Wladimir Putin, der Machthaber Russlands, zur Mäßigung aufgefordert. Das meldete die dpa, die sich auf den Pressedienst des Kremls berief. Putin soll bei einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten, Ebrahim Raisi, zum Ausdruck gebracht haben, dass er hofft, es komme nicht zu einer weiteren Runde der Konfrontation. Allerdings hat der russische Machthaber die Angriffe Irans auf Israel nicht direkt verurteilt.

Raisi soll während des Gesprächs hervorgehoben haben, dass Teheran selbst kein Interesse an einer Eskalation der Lage habe, so die Angaben des Kremls. Darüber hinaus soll der Angriff auf Israel nur ein begrenzter Schlag gewesen sein.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Mögliche Gegenreaktion Israels – Iran droht mit Antwort „innerhalb von Sekunden“

Update vom 16. April, 15.30 Uhr: Nach dem iranischen Großangriff auf Israel wird eine zumindest begrenzte Vergeltung des israelischen Militärs gegen den Iran erwartet. Der stellvertretende iranische Außenminister Ali Baghiri Kaani drohte nun Israel mit einem weiteren Angriff, sollte Israel tatsächlich zuschlagen. „Wenn das zionistische Regime einen neuen Fehler begeht, dann müssen sie einberechnen, dass wir härter und schneller antworten werden“, sagte der Diplomat laut der Agentur Tasnim und ergänzte: „Unsere Antwort wird weder in Tagen noch in Stunden kommen, sondern wir werden innerhalb von Sekunden zuschlagen.“

Laut dem Diplomaten war Israels Angriff auf das iranische Konsulat in Damaskus ein „strategischer Fehler“, der dem Iran eine „Legitimation“ für den „Test unserer Fähigkeiten“ gegeben habe. „Wenn das Regime auch nur etwas Anstand übrig hat, dann sollten sie keinen weiteren Fehler machen“, drohte er.

Update vom 16. April, 14.34 Uhr: Annalena Baerbock reist überraschend nach Israel. Im Rahmen der Krisendiplomatie werde die Außenministerin morgen vor Ort Gespräche mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Außenminister Israel Katz und Kriegskabinettsmitglied Benny Gantz führen, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. 

Iran warnt vor „umfangreichen und schmerzhaften Konsequenzen“

Update vom 16. April, 12.44 Uhr: Irans Präsident Ebrahim Raisi hat Israel erneut vor einem militärischen Gegenangriff gewarnt. „Die kleinste Aktion (Israels) gegen die nationalen Interessen des Irans wird umfangreiche und schmerzhafte Konsequenzen haben“, sagte Raisi in einem Telefonat mit Katars Emir Hamad Al Thani. Das teilte sein Präsidialamt mit. 

Israel wiederum will den iranischen Großangriff nicht unbeantwortet lassen. Im Raum stehen diverse Szenarien für Vergeltung durch das israelische Militär.

Krieg in Nahost: Israel fordert 32 Staaten zu härterer Gangart gegen Iran auf

Update vom 16. April, 10.26 Uhr: Israels Außenminister Israel Katz hat nach eigenen Angaben 32 Länder angeschrieben und sie zu Sanktionen gegen das iranische Raketenprogramm aufgerufen. Außerdem sollten sie die Revolutionsgarden zur terroristischen Organisation erklären. Mit dem Schritt solle der Iran aufgehalten und geschwächt werden, schrieb Katz laut Reuters in einem Social-Media-Beitrag.

Irans Präsident zu Krieg in Nahost: Werden auf jede Aktion gegen unsere Interessen reagieren

Update vom 16. April, 9.34 Uhr: Der Iran hat bekräftigt, dass er auf jegliche Aktion reagieren werde, die sich gegen seine Interessen richte. Das sagte Präsident Ebrahim Raisi laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Isna dem katarischen Emir Tamim bin Hamad al-Thani.

Krieg in Nahost: Iran schließt vorübergehend Atomanlagen

Update vom 16. April, 8.59 Uhr: Der Iran hat jetzt aus „Sicherheitsgründen“ seine Atomanlagen vorübergehend geschlossen. Die Regierung in Teheran habe die IAEA-Inspektoren darüber informiert, dass am Sonntag (14. April) alle Atomanlagen, „die wir jeden Tag inspizieren“, geschlossen blieben, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi gestern am Rande einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates.

Die Anlagen sollten zwar gestern wieder öffnen. Grossi entschied aber, die Inspektoren erst heute zurückzuschicken, wenn die Situation wieder „völlig ruhig ist“. Israel hatte in der Vergangenheit bereits Angriffe auf Atomanlagen in der Region geflogen. Die israelische Regierung wirft dem Iran vor, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist das zurück.

Reaktion auf Iran-Angriff: Netanjahu will Teheran „nervös“ machen

Update vom 16. April, 7.15 Uhr: Israels Reaktion auf den Iran müsse „klug“ sein, hat Netanjahu jetzt bei einem privaten Treffen mit seinen Ministern betont, wie der Rundfunksender Kan berichtet. Der Iran solle „nervös“ warten müssen, wann die Gegenreaktion erfolge, so wie es Israel vor dem iranischen Angriff ergangen sei.

Der Sender berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten, Israel habe zugesichert, die USA vor einem Gegenschlag zu informieren. Damit solle US-Truppen in der Region Zeit gegeben werden, sich auf iranische Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten.

Nahost-Konflikt: IAEA-Sorge über möglichen Angriff auf Irans Atomanlagen

Update vom 16. April, 4.55 Uhr: Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat sich besorgt gezeigt, dass Israel bei einem Vergeltungsschlag gegen den Iran dessen Atomanlagen angreifen könnte. „Wir sind immer besorgt über diese Möglichkeit“, antwortete er in New York vor der Presse auf eine entsprechende Frage. Grossi rief zu äußerster Zurückhaltung auf.

Update vom 15. April, 22.23 Uhr: Israels Generalstabschef Herzi Halevi hat erklärt, der Angriff des Irans habe „neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit im Nahen Osten geschaffen“. Möglicherweise spielt Halevi damit auf Jordanien an, welches Israel bei der Raketenabwehr überraschend unterstütze. Was den angekündigten Vergeltungsschlag angeht, hält sich die israelische Armee bedeckt. Informationen der Bild-Zeitung zufolge könnten militärische Stützpunkte im Iran Ziel eines Angriffs seien – es sei aber auch über Cyber-Attacken diskutiert worden. „Wir bewerten die Lage und halten uns auf höchstem Niveau bereit“, so Halevi. Der Fernsehsender Channel 12 berichtete zuvor, Israels Ziel sei es, dem Iran zu schaden, allerdings keinen umfassenden Krieg auszulösen

Angriff des Iran: Neue Details über Raketen und Drohnen veröffentlicht

Update vom 15. April, 21.35 Uhr: Irans Staatsmedien haben nach dem Großangriff auf Israel Informationen über die dabei verwendeten Raketen veröffentlicht. Der Staatsagentur Irna zufolge kamen unter anderem Mittelstreckenraketen vom Typ „Emad“ und „Cheibarschekan“ zum Einsatz. Letztere hat in der modernen Version eine Reichweite von gut 1800 Kilometern.

Die Raketen vom Typ „Emad“ verfügen über einen Sprengkopf mit gut 750 Kilogramm und fliegen mindestens 1700 Kilometer weit. Sie werden Irna zufolge auch aus unterirdischen Raketensilos gestartet. Die Strecke vom Westen Irans bis Israel beträgt etwa 1000 Kilometer. Neben den Shahed-Drohnen, die Russland auch in der Ukraine einsetzt, hatte Irans Revolutionsgarde dem Bericht zufolge auch Marschflugkörper vom Typ „Paweh“ auf Israel abgefeuert. Sie sollen laut der Staatsagentur bis zu 900 Kilometer pro Stunde fliegen können.

Israels Militär kündigt Vergeltungsschlag an

Update vom 15. April, 20.20 Uhr: Trotz internationalen Aufrufen zur Deeskalation hat sich Israel offenbar zu einem Vergeltungsschlag gegen den Iran entschieden. „Israel erwägt seine nächsten Schritte, und der Abschluss so vieler Raketen und Drohnen auf israelisches Gebiet wird mit einem Vergeltungsschlag beantwortet werden“, wird General Herzi Halevi von Axios und Forbes zitiert.

Russland ruft Israel zu Zurückhaltung auf

Update vom 15. April, 18.55 Uhr: Moskau hat von Israel und auch dem Iran Zurückhaltung in ihrem Konflikt angemahnt. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, betonte am Montag im Gespräch mit dem Leiter des israelischen Nationalen Sicherheitsrates, Zachi Ha-Negbi, „die Notwendigkeit der Zurückhaltung auf allen Seiten des Konflikts im Nahen Osten, um seine Eskalation zu verhindern“, wie die staatlichen russischen Agenturen berichteten. Patruschew habe betont, dass Russland der Ansicht sei, „die Meinungsverschiedenheiten ausschließlich mit politischen und diplomatischen Mitteln beizulegen“. Zuvor hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow betont, Russland sei „außerordentlich besorgt“ wegen der Lage in Nahost. Eine weitere Eskalation sei „in niemandes Interesse“, wurde er von der Staatsagentur Tass weiter zitiert.

Israels Kriegskabinett spricht über möglichen Vergeltungsschlag

Update vom 15. April, 17.08 Uhr: Bei den Beratungen des israelischen Kriegskabinetts sind einem Medienbericht zufolge mehrere Szenarien von Reaktionen auf Irans Großangriff gegen Israel besprochen worden. Einige der Optionen seien von der Art her geringfügiger, andere hingegen intensiver, berichtete der israelische Fernsehsender Channel 12 am Montagnachmittag. Israels Ziel ist es demnach, dem Iran zu schaden, aber keinen umfassenden Krieg auszulösen.

Bei der fast dreistündigen Sitzung des Gremiums unter Vorsitz von Regierungschef Benjamin Netanjahu seien verschiedene Reaktionen mit unterschiedlichen Ausmaßen auf den Tisch gelegt worden, berichtete der TV-Sender weiter. Einige der Optionen sind demnach sofort umsetzbar. Bei den Gesprächen über eine Antwort auf Teherans Angriff am Wochenende sei ebenfalls erörtert worden, dass Israel die Maßnahmen mit seinem wichtigsten Verbündeten, den USA, abstimmen wolle.

Iran greift Israel an: Großbritannien weist „Behauptung“ für Vorwarnung der USA zurück

Update vom 15. April, 16.12 Uhr: Großbritannien tritt Angaben des Iran entgegen, er habe vorab über seinen Angriff auf Israel informiert. „Ich weise diese Behauptung zurück“, sagt ein Sprecher des britischen Premierministers Rishi Sunak. „Und ganz allgemein verurteilen wir ihren direkten Angriff auf Israel auf das Schärfste.“ Irans Außenminister Hossein Amirabdollahian hatte am Sonntag gesagt, sein Land habe seine Nachbarstaaten und Israels Verbündeten USA 72 Stunden im Voraus über den Angriff informiert.

Iran greift Israel an: Experte warnt vor möglicher Atombombe – „bemerkenswerte“ Reaktion aus Jordanien

Update vom 15. April, 15.13 Uhr: Dass der Iran ein Atomprogramm führt, bereitet dem Westen schon seit Jahren Sorgen. Nach der Attacke auf Israel stellt sich jetzt mehr denn je die Frage, ob Teheran schon in Besitz von Atomwaffen sein könnte. Zwar beteuerte der Iran immer wieder, nicht an einer Atombombe zu bauen, allerdings schenkt Experte Ulrich Schlie diesen Aussagen keinen Glauben: „Der Iran steht, nach allem, was wir wissen, unmittelbar vor der Bombe“, so der Professor für Sicherheits- und Strategieforschung am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie an der Universität Bonn im Gespräch mit IPPEN.MEDIA.

Die Reaktion Jordans, dem jüdischen Staat Israel bei der Raketenabwehr zu helfen, bezeichnete Schlie derweil als „bemerkenswert“. Sie zeige, „wie sehr ein Flächenbrand gefürchtet wird“. Schlie verwies auch diplomatische Deutungsspiele: „Wenn jetzt der Luftraum wieder freigegeben wird, soll dies auch als Signal der Entspannung gewertet werden.“

Arabische Welt spottet über Irans Angriff auf Israel

Update vom 15. April, 14.26 Uhr: „Comedy-Show“, Gurken-Raketen oder Papierflieger: Nach Irans Angriff gegen Israel gibt es in der arabischen Welt Spott und Häme über Teheran und dessen militärische Fähigkeiten. „Schlechte Show“, schrieb etwa Alaa Mubarak, Sohn des verstorbenen ägyptischen Langzeitherrschers Husni Mubarak, bei X. Im Internet machte auch das Bild die Runde von einem Militärfahrzeug, von dessen Rampe riesige Gurken statt Raketen gestartet werden.

Die Nachrichtenseite Independent Arabia veröffentlichte eine Karikatur zum Angriff. Darin ist Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Khamenei als Messerwerfer zu sehen, der vergeblich versucht, den an der Wand stehenden israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu zu treffen. In Khameneis freien Arm hat sich unterdessen eine israelische Rakete gebohrt. 

Iran greift Israel an: Kriegskabinett in schwierigen Gesprächen

Update vom 15. April, 14 Uhr: Das israelische Kriegskabinett befindet sich offenbar in schwierigen Diskussionen über eine Antwort auf den Angriff des Iran. Unter Berufung auf zwei israelische Beamte berichtete der US-Sender CNN von einer „hitzigen Debatte“ darüber, wie und wann man auf den Angriff antworten solle.

Benny Gantz, ein Schlüsselmitglied des Kabinetts und Oppositionspolitiker, fordere jedenfalls eine schnelle Antwort. Seine Befürchtung: Je mehr Zeit man verliert, desto schwieriger wird es sein, internationale Rückendeckung für einen Gegenschlag zu sichern. Bereits jetzt rufen mehrere Länder, darunter auch die USA, zur Deeskalation auf. Rechtsextreme Mitglieder der Regierung wie etwa Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir fordern eine schwere, militärische Antwort auf iranischem Boden.

Die israelischen Beamten sagten dem US-Sender CNN, eine der militärischen Optionen sei ein Angriff auf eine iranische Einrichtung ohne menschliche Opfer. So will man offensichtlich eine Botschaft senden, aber gleichzeitig keinen neuen Pfad der Eskalation öffnen. Israelischen Medienberichten zufolge werden auch diplomatische Konsequenzen in Betracht gezogen

Update vom 15. April, 13.20 Uhr: Die Bundesregierung hat den iranischen Botschafter in Berlin wegen der Angriffe auf Israel einbestellt. Das teilt ein Sprecher des Auswärtigen Amts mit. Das Gespräch finde „zur Stunde“ statt.

Indes wurde bekannt: Die Bundeswehr hat bei der Abwehr der iranischen Angriffe auf Israel drei französische Kampf-Jets aufgetankt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigt in Berlin entsprechende Informationen des Spiegels. Die Tankvorgänge seien im Rahmen des mandatierten Einsatzes „Inherent Resolve“ erfolgt und mandatskonform gewesen, betont der Sprecher. Der internationale Einsatz „Inherent Resolve“ dient dem Kampf gegen die radikal-islamische Organisation Islamischer Staat vor allem im Irak. Die Bundeswehr ist an dem Einsatz beteiligt.

USA und Israel arbeiteten bei Abwehr mit arabischen Ländern

Update vom 15. April, 12.05 Uhr: Die israelische Armee hat gemeinsam mit Verbündeten wie die USA und Großbritannien 99 Prozent aller Drohnen und Raketen, die aus dem Iran abgefeuert wurden, abgeschossen. Gegenüber der US-Zeitung Wall Street Journal teilten US-Beamte nun mit, dass dies auch dank der Zusammenarbeit mit arabischen Ländern wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emirate geglückt ist.

Demnach haben die zwei Länder iranische Angriffspläne in die Hände bekommen und an die USA geschickt, ihren Luftraum für Kampfflugzeuge geöffnet, Radardaten bereitgestellt und teils sogar mit ihren eigenen Soldaten ausgeholfen. Die USA würden sich seit Jahren bemühen, einen umfassenden Luftabwehrschirm im Nahen Osten in Zusammenarbeit mit arabischen Verbündeten zu schaffen, erklärten die Beamten.

Update vom 15. April, 11.40 Uhr: Das israelische Kriegskabinett soll Regierungskreisen zufolge am Nachmittag erneut über das weitere Vorgehen nach dem iranischen Angriff beraten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe für 13.00 Uhr (14.00 Uhr Ortszeit) eine weitere Sitzung einberufen, sagt ein Regierungsvertreter.

Das Kriegskabinett, dem neben Netanjahu, auch Verteidigungsminister Joaw Gallant, Ex-Verteidigungsminister Benny Gantz und mehrere Berater angehören, hatte bereits am Sonntagabend beraten. Allerdings war das Treffen ohne eine Entscheidung, wie man auf den iranischen Angriff antworten soll, zu Ende gegangen. Der US-Sender CNN berichtete, dass das Kriegskabinett zum Gegenschlag entschlossen sei. Die Zeit und der Umfang müssten jedoch noch festgelegt werden. Demnach wurde das israelische Militär damit beauftragt, alle Optionen für eine Antwort auf den Angriff auf den Tisch zu legen.

Erstmeldung vom 15. April: Teheran – Irans Außenminister hat den Großangriff seines Landes auf Israel als „legitime Verteidigung“ bezeichnet. In einem Telefonat mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell kritisierte Hussein Amirabdollahian erneut den mutmaßlich israelischen Angriff auf Irans Botschaftsgelände in Syrien.

Nach Untätigkeit der UN hätte Iran „keine andere Wahl (gehabt), als das zionistische Regime im Rahmen der legitimen Verteidigung zu bestrafen“, hieß es weiter.

„Absolut“: Cameron will Iran stärker sanktionieren

Der britische Außenminister David Cameron hat Israel indes aufgefordert, auf Vergeltungsmaßnahmen zu verzichten. Das Vorgehen der Teheraner Führung sei ein fast völliger Fehlschlag gewesen und man solle sich weiterhin auf die Vereinbarung einer Waffenruhe im Gazastreifen konzentrieren.

Großbritannien erwägt jetzt weitere Sanktionen gegen die Islamische Republik. Auf eine entsprechende Frage sagte Außenminister David Cameron der BBC: „Ja, absolut.“ Großbritannien habe bereits 400 Sanktionen gegen den Iran verhängt. Auch die iranische Revolutionsgarde sei mit Sanktionen belegt worden. „Wir werden weiterhin prüfen, welche weiteren Schritte wir unternehmen können“, sagt Cameron. Dazu gehöre auch ein Verbot der Revolutionsgarde in Großbritannien.

Ex-CIA-Direktor spekuliert auf „verdeckte“ Reaktion Israels

Der ehemalige CIA-Direktor und Ex-General David Petraeus teilte seine Einschätzungen zu der Eskalation mit CNN. „Das ist eine sehr große Sache“, sagte er dem US-Sender. Er war der Meinung, Israel könne nun „eine ganze Reihe von Aktionen durchführen, die nicht unbedingt alle offen erfolgen müssen“. So könnte das Land etwa im Cyberspace auch „verdeckt“ gegen den Iran vorgehen.

(Redaktion mit Nachrichtenagenturmaterial)

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