„Unsere Feinde“

Nach Medwedews Drohungen beschimpft jetzt Orban Alexej Nawalny

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Dem Tod von Kremlkritiker Alexej Nawalny folgen Drohgebärden aus Russland. Dmitri Medwedew reagiert auf neue Sanktionen mit klaren Worten.

Update vom 26. Februar, 16.11 Uhr: Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orban pflegt gute Beziehungen zu Kremlchef Wladimir Putin – anders als Dmitri Medwedew bezeichnete er Russland im Ukraine-Konflikt aber bereits als Aggressor. Für Alexej Nawalny hat er aber offenbar ebenfalls wenig übrig: Orban hat ihn jetzt als „Chauvinisten“ bezeichnet.

Die Vorgeschichte: Ein Oppositionsvertreter hatte im ungarischen Parlamentsplenum hatte heute um eine Schweigeminute für Nawalny gebeten. Die Parlamentarier des Fidesz und deren Koalitionspartei KDNP (Christdemokratische Volskpartei) blieben daraufhin demonstrativ sitzen. 

Orban dankte seinen Parteifreunden: „Chauvinisten haben eine Ehrung im ungarischen Parlament nicht verdient.“ Der russische Politiker möge „in Frieden ruhen“, fügte der Regierungschef hinzu.

Putin-Verbündeter Medwedew droht nach Nawalnys Tod mit Rache

Erstmeldung: Moskau – Nach den neuen Sanktionen gegen Russland, die infolge des Todes von Alexej Nawalny vom Westen ausgesprochen worden sind, ließ eine Reaktion aus Moskau nicht lange auf sich warten. Dmitri Medwedew, russischer Ex-Präsident und Verbündeter von Wladimir Putin, reagierte dabei mit erneuten Drohungen und dem üblichen Säbelrasseln.

Neue Sanktionen gegen Russland nach Nawalnys Tod: Medwedew droht mit Rache – „Sind unsere Feinde“

Aufgrund der jüngsten Sanktionen der USA gegen Russland kündigte Medwedew mit deutlichen Worten Rache an. „Lasst sie alle leiden. Wir müssen uns daran erinnern und uns an ihnen rächen, wo immer es möglich ist. Sie sind unsere Feinde“, ließ der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats beim Onlinedienst Telegram verlauten.

Die USA hatten am Freitag anlässlich des zweiten Jahrestags der russischen Invasion im Ukraine-Krieg und im Zusammenhang mit dem Tod des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny neues massives Sanktionspaket gegen Moskau verkündet. Zuvor hatte auch die EU neue Sanktionen gegen Russland angekündigt.“

Nach Nawalnys Tod: Medwedew geht nach den neuen Sanktionen gegen Russland einen Schritt weiter

Nicht erst seit dem Tod von Alexej Nawalny, dessen Leichen an seine Mutter übergeben worden sein soll, gilt Russlands Ex-Präsident als einer der hartnäckigsten Befürworter der des Kriegs gegen die Ukraine. In regelmäßigen Abständen greift er Kiew und die westlichen Verbündeten mit scharfen Worten an. Unter anderem hatte Medwedew jüngst weitere Drohgebärden via Telegram ausgesprochen. Dort drohte er, dass „Versuche, Russland an die Grenzen von 1991 zurückzudrängen“ nur zu einem führen werde. „Zu einem globalen Krieg mit westlichen Ländern unter Einsatz des gesamten strategischen Arsenals unseres Staates – in Kiew, Berlin, London, Washington – auf all die anderen schönen historischen Orte, die vor langer Zeit als Ziele unserer nuklearen Triade eingegeben wurden.“

„Unsere Feinde“: Wladimir Putins Verbündeter Dmitri Medwedew nimmt nach den neuen Sanktionen des Westens gegen Russland kein Blatt vor den Mund. (Archivfoto)

In seinem aktuellsten Telegram-Beitrag machte sich der enge Verbündete von Wladimir Putin darüber hinaus dafür stark, in westlichen Ländern verdeckte Operationen auszuführen. Er sprach von „Aktivitäten einer bestimmten Art, über die man nicht öffentlich reden kann“. Zudem fügte er hinzu. „Krieg ist Krieg, und in diesem Krieg wird der Sieg unser sein!“

Putin-Verbündeter Medwedew droht dem Westen als Folge der Sanktionen gegen Russland

Die neuen Sanktionen der USA gegen Russland sind eine direkte Folge auf den Tod von Alexej Nawalny, dessen Todesursache womöglich ein „KGB-Markenzeichen“ sein könnte. Nach Aussage von US-Präsident Joe Biden soll das Saktionspaket jene treffen, die direkt mit der Inhaftierung des verstorbenen Kremlkritikers in Verbindung stünden. Darüber soll das neue Sanktionspaket den russischen Finanzsektor, die Verteidigungsindustrie, Beschaffungsnetzwerke und Sanktionsumgehungen in der ganzen Welt zum Ziel haben, wie das Weiße Haus bereits am Freitag (23. Februar) in einem Statement verkündete. Allerdings darf bezweifelt werden, dass die Sanktionen in einem Desaster für Russland münden.

Justin Logan, der Direktor für Verteidigungs- und außenpolitische Studien am Cato Institute, einer Denkfabrik in Washington, D.C. zeigte sich aber wenig optimistisch, dass die neuen Sanktionen gegen Russland ihr oberstes Ziel erreichen. Die verschärften Sanktionen könnten ein Anzeichen für die „Überhitzung“ von Putins Wirtschaft sein und seiner Ansicht nach wahrscheinlich das Ziel erreichen, russische Exporte und Einnahmen aus Energieprodukten zu beschränken.

„Aber selbst wenn diese Ziele erreicht werden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie zu dem strategischen Ziel beitragen, das die Regierung anstrebt, nämlich eine russische Niederlage in der Ukraine“, erklärte Logan in einem Statement beim US-amerikanischen Nachrichtenportal Newsweek.

Rubriklistenbild: © Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

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