Umkämpftes Awdijiwka

Panzer im Häuserkampf: Putin droht eine neue Katastrophe wie in Grosny

  • schließen

Awdijiwka wird zum Symbol des Krieges. Russland marschiert mit aller Macht voran. Die Ukraine hält unbeugsam dagegen. Jetzt rollen neue Panzer heran.

Awdijiwka – Carlo Masala lag falsch mit seiner Vermutung. Vorerst. Am Beispiel Awdijiwka hatte der Hamburger Politikwissenschaftler im Hamburger Abendblatt erläutert, dass die Ukraine sich zwar darauf versteift hatte, Putins Truppen weitestgehend ausbluten zu lassen. Wie er sagt, rechne er aber quasi stündlich mit einem „taktischen Rückzug“ der ukrainischen Verteidiger aus dem Territorium. Das hatte Masala schon vor geraumer Zeit gesagt. Die Kämpfe dort gehen aber weiter; auch die Russen kämpfen weiter unnachgiebig um die Stadt, ohne dass ihr große Bedeutung für den Ausgang des Ukraine-Krieges beigemessen wird – sie steht als Symbol für das gegenseitige Kräftemessen zwischen Wladimir Putin und der freien Welt.

Newsweek berichtet aktuell, dass die Russen offensichtlich erneut Luft holen, um die Verteidiger aus der Stadt heraustreiben zu wollen – endgültig: Die russischen Streitkräfte „fügen zunehmend Panzergruppen hinzu, um Infanteriegruppen anzugreifen“, die rund um die Ortschaft stationiert sind, sagte jüngst Brigadegeneral Oleksandr Tarnavskyi, der Chef der ukrainischen Einheit Tavria, die Awdijiwka hält. Mitte Oktober startete Russland seine Offensive rund um Awdijiwka und forderte auf beiden Seiten Tausende Todesopfer, bereits bevor in der Ukraine der zermürbende Winter Einzug hielt. Moskau hat in den Monaten seitdem langsame, aber stetige Fortschritte im Bereich der dortigen Industrieansiedlungen gemacht.

Umkämpftes Awdijiwka: Russlands Truppen betreten ein Trümmerfeld

Verglühter Stahl zwischen zerbombten Steinen. Awdijiwka wird als Trümmerwüste enden – egal, wer am Ende gewonnen hat. (Archivbild)

Newsweek zitiert den einheimischen Journalisten Jurij Butussow damit, dass die Russen vom engeren Stadtrand nur etwas mehr als einen Kilometer entfernt seien. Butussow berichtet auf seinem Telegram-Kanal von einer verwüsteten Stadt. Beobachter hatten der Ukraine anfangs gute Chancen in der Verteidigung eingeräumt, aber der Optimismus schwindet zusehends.

Die ursprüngliche Taktik der Russen scheint gewesen zu sein, durch selbst gegrabene Tunnel, Keller und die Kanalisation ihre Verteidiger zu überraschen – das war das Vorgehen vom Ende des vergangenen Jahres, wie ein Sprecher der 110. separaten mechanisierten Brigade, Anton Kotsukon, der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian berichtet hatte: „Sie graben Tunnel näher an unseren Stellungen, erstens zum Zweck der Tarnung und zweitens, um unerwartet irgendwo näher an unseren Positionen aufzutauchen.“ Jetzt scheint Russland mit dem massierten Einsatz von Fahrzeugen eine Entscheidung erzwingen zu wollen; offenbar auf Biegen und Brechen. Die Zeit drängt – seit fast fünf Monaten reiben sich die russischen Truppen um die Ortschaft herum auf.

Der Weg nach Awdijiwka: gepflastert mit Wracks und Gefallenen

Indem sie diese Keile in die von den Ukrainern gehaltenen Gebiete treiben, versuchen die Russen offenbar, kleine Kessel, kleine Umzingelungen innerhalb der umkämpften Region Awdijiwka zu schaffen. Um eine Einkreisung zu vermeiden, müssen sich die ukrainischen Truppen möglicherweise deshalb nach und nach aus mehreren Stellungen zurückziehen und ihre Linien begradigen, am ehesten im südlichen Teil der Ruinenstadt – so analysiert das ZDF die aktuelle Situation. Die Einnahme von Awdijiwka würde es Moskau ermöglichen, seine logistischen Operationen erheblich auszuweiten und die Mobilität der Ukraine gegen russische Stellungen in der Regionalhauptstadt Donezk einzuengen. Das wiederum würde Russland den Weg nach Kostjantyniwka ebnen – einer „ziemlich wichtigen Festung“, sagte der frühere ukrainische Oberst Serhiy Hrabsky gegenüber Newsweek.

Die Verluste an Fahrzeugen waren von Beginn an ein Charakteristikum der russischen Offensivbemühungen um Awdijiwka. Anhand der Vergleiche von Satellitenbildern durch Datenanalysten von Frontelligence Insight verlor Moskau zwischen dem Start seiner Offensive auf die Stadt am 10. Oktober und dem Ende des Jahres allein rund um Awdijiwka mehr als 211 Fahrzeuge. Die Briten schätzen sogar weit umfangreicher: Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass Russland allein in den ersten drei Wochen der Offensive auf Awdijiwka rund 200 gepanzerte Fahrzeuge verloren habe.

Russlands Spiel mit der Geschichte: Awdijiwka könnte ein zweites Grosny werden

„Der Kampf in bebautem Gelände ist in einem Krieg eine der am stärksten belastenden und herausfordernden Aufgaben für Soldaten und vor allem ihre Vorgesetzten“, sagte der ehemalige Bundeswehr-Generalmajor Walter Spindler den Stuttgarter Nachrichten. Die Verteidiger hätten die immensen Vorteile, ihre Stadt genau zu kennen, sie für die Verteidigung vorbereitet und ihre Pläne im Detail auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt zu haben. Im Gegenzug könnten Angreifer Panzer und Fahrzeuge allenfalls bedingt und ineffektiv einsetzen. In den Taktikvorschriften westlicher Armeen werde eine Überlegenheit von 7:1, in den russischen Vorschriften sogar von 9:1 vorausgesetzt, um eine Stadt erfolgreich zu erobern, führt er aus. Der ehemalige Infanterie-Offizier hält den Panzereinsatz deshalb eher für eine aus der Not heraus geborene taktische Variante – seiner Meinung nach sind Panzer im Häuserkampf keine wirkliche Hilfe für die Infanteristen.

Ohnehin müssten die Infanteristen zunächst die Panzer gegen Feindfeuer sichern. Spindler: „Panzerbesatzungen können das Gefechtsfeld aus dem Panzer heraus nur durch etwa ziegelsteingroßes Panzerglas, die sogenannten Winkelspiegel, beobachten. Das schränkt ihre Sicht enorm ein. Zudem können Panzer und Schützenpanzer nur über kurze Entfernungen bis etwa 150 Meter statt der eigentlichen 3500 bis 4500 Meter weit schießen. Angriffen wie mit den aus westlichen Staaten an die Ukraine gelieferten Panzerfäusten oder Molotowcocktails sind die Fahrzeuge nahezu schutzlos ausgesetzt.“ Zudem müssen sie ohnehin durch die Stadt schleichen: Trümmer versperren ihnen Straßen und Zwischenräume, besonders dann, wenn diese Sperren zusätzlich vermint sind – an jeder Ecke lauert das Risiko.

Molotowcocktail – die primitive Granate

Der Molotowcocktail hat seinen Namen von Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow; er war zwischen 1920 und 1950 ein einflussreicher sowjetischer Politiker – zum Beispiel als Ministerpräsident und Außenminister.

Am 30. November 1930, drei Monate nach dem deutschen Überfall auf Polen, begann der „Winterkrieg“: Sowjetische Soldaten überquerten die finnische Grenze in Karelien, Flugzeuge der Roten Armee warfen Streubomben auf Helsinki und andere Städte. Molotow aber versuchte, den Angriff zu verschleiern. In einer Radioansprache sagte er, dass die Sowjetbomber Nahrungsmittel für die angeblich hungernde Bevölkerung abwürfen. Die Finnen nahmen die Streubomben mit schwarzem Humor und nannten sie „Molotow-Brotkörbe“.

Bereits seit Mitte der 30er-Jahre hatten Soldaten Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten massenhaft in Kriegen eingesetzt. Auf drei Kontinenten kämpften Infanteristen mit den neuen alten Waffen: die Chinesen in der Nähe von Shanghai gegen Japan, die Abessinen in Äthiopien gegen italienische Invasoren und die Faschisten unter General Franco in Spanien gegen republikanische Truppen. Panzer haben immer Schwachstellen gehabt: Durch die Sehschlitze der Fahrerkabinen und Lüftungsschlitze der Motoren konnte brennende Flüssigkeit ins Innere gelangen. Zumal wenn Panzer langsam fahren, sind sie einfache Ziele für Wurfbrandsätze.

Die finnische Armee war Russland hoffnungslos unterlegen und setzte vermehrt auf die Brandflaschen zur Panzerabwehr. Unter den Soldaten kursierte der Scherz, sie müssten zu Molotows Brotkörben den passenden Drink servieren. So entstand der Name für die Brandflaschen: Molotowcocktail.

Quelle: Spiegel

Die Armee Wladimir Putins ist bereits vor etlichen Jahren mit ihren Panzern in einer Stadt in die Katastrophe gerasselt. Eines der letzten Gefechte, die Panzer in einer Stadt führten, endete in einem Desaster, wie der Osteuropa-Forscher James Hughes für den Thinktank Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien schreibt: „Im Dezember 1994 rückte eine lange Kolonne russischer Panzer in die tschetschenische Hauptstadt Grosny ein, um einen nationalistisch-sezessionistischen Aufstand niederzuschlagen. Russland war davon ausgegangen, dass bereits die bloße Demonstration militärischer Macht zur Kapitulation der Aufständischen führen würde.

Innerhalb weniger Stunden wurde die Kolonne jedoch von tschetschenischen Kämpfern vollständig aufgerieben. Russland verlor etwa 200 gepanzerte Fahrzeuge, und rund 1.000 russische Soldaten wurden getötet oder gefangen genommen.“ Der Panzer gehört auf das Gefechtsfeld. Städte sind ihm fremd. „Die aktuelle Situation bei Awdijiwka ist ein Mikrokosmos für das allgemeine Versagen des russischen Generalstabs, die Lektionen, die deren Truppen bei früheren gescheiterten Offensivbemühungen in der Ukraine gesammelt haben, zu verinnerlichen und an andere Truppengruppierungen im gesamten Gebiet weiterzugeben“, urteilt das Institute for the Study of War (ISW).

Awdijiwkas Eroberung: Ein Feldzug, der noch sehr viel Personal verschlingen wird

Im Grunde verlangt der Kampf um Awdijiwka eine taktische Leistung der militärischen Führung, wie sie die Russen bisher durchweg haben vermissen lassen. Viel stärker als die Leistung von Panzern und Artillerie sei die Infanterie für den Erfolg im Orts- und Häuserkampf entscheidend, so Oberstleutnant Andre Knappe, Bataillonskommandeur des Objektschutzregiments der deutschen Luftwaffe. Zudem sei die Aufklärung von großer Bedeutung – zum Beispiel durch Drohnen. Die angreifende Seite laufe prinzipiell immer dem Vorteil der Verteidiger hinterher. Die schiere Masse an angreifendem Personal oder Material vergrößere vor allem die Opferzahlen, führe aber zu keinem unmittelbaren Gewinn.

Das mache die Einnahme einer größeren, dicht bebauten Ortschaft zu einer „fast unlösbaren Aufgabe“, so Knappe. Die russischen Streitkräfte hatten bereits zu Beginn des Krieges versucht, Kiew unter ihre Knute zu zwingen – auch das letztendlich erfolglos. Ihre Offensive war bereits in den Vororten der ukrainischen Hauptstadt gestoppt worden. So ein unübersichtliches Territorium unter die eigene Kontrolle zu bringen, sei immer eine immense Aufgabe – so unterschiedlich die Städte auch sein mögen, sagt der Oberstleutnant. „Dafür brauchen sie sehr, sehr viel Personal.“

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa

Selbst wenn den Russen letztendlich gelingen sollte, Awdijiwka einzukesseln, ist das daher eher das Ergebnis eines langsamen, schleichenden Vormarsches als eines blitzkriegartigen, zerstörerischen Durchbruchs, der den verbleibenden Verteidigern genügend Zeit lässt, sich zurückzuziehen und so der Einkesselung zu entgehen. Und mit jeder Verzögerung der Gegner behalten die Verteidiger Oberwasser. Dmytro Lazutkin, der Sprecher der um Awdijiwka herum kämpfenden 47. ukrainischen Brigade, hatte bereits im Dezember gegenüber Newsweek verkündet: „Die Verteidigung der Stadt lohnt sich, solange wir die Russen erschöpfen.“

Die verbissenen russischen Offensivbemühungen belegen, dass die Ukrainer weiterhin unbeugsam dagegenhalten. Der Krieg wird weiter köcheln.

Rubriklistenbild: © Francisco Seco/dpa

Kommentare