Hochrangiges Treffen in Washington

Epstein-Affäre: Krisensitzung mit Trump? J. D. Vance dementiert

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Im Fall rund um Jeffrey Epstein kämpft Donald Trump weiter um die Deutungshoheit. Ein Krisentreffen bei seinem Vize soll den ersehnten Ausweg bringen.

Update vom 7. August 2025, 07.44 Uhr: Ein Sprecher von J. D. Vance hat den Bericht von CNN über ein mutmaßliches Treffen der Regierung von Donald Trump in der Affäre rund um Jeffrey Epstein dementiert. Der Bericht sei „reine Fiktion“, sagte William Martin laut einer Presseerklärung. „Es gab nie ein angebliches Treffen in der Residenz des Vizepräsidenten, um die Epstein-Strategie zu besprechen.“

Erstmeldung vom 6. August 2025: Washington, DC – Der Fall rund um den verurteilten und mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sorgt offenbar weiter für schlaflose Nächte im Weißen Haus. Weder Donald Trump selbst noch seinen Verbündeten ist es bislang gelungen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf andere Themen zu lenken oder die offensichtliche Verbindung zwischen dem US-Präsidenten und dem New Yorker Finanzier zu bagatellisieren.

Nun schaltet sich auch JD Vance in die Causa rund um Jeffrey Epstein ein. Der Vizepräsident hat nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN Donald Trump und weitere Mitglieder seiner Regierung zu einem Krisentreffen in seiner Residenz eingeladen: dem „United States Naval Observatory (USNO)“, das seit 1974 offizieller Wohnsitz des Stellvertreters des US-Präsidenten ist und das sich nur wenige Kilometer entfernt vom Weißen Haus in Washington DC befindet.

Vizepräsident J. D. Vance und Donald Trump verlassen das Weiße Haus. In einer Krisensitzung mit Vertretern des FBI und des Justizministeriums beraten beide über das weitere Vorgehen der Administration in Sachen Jeffrey Epstein.

Trump berät mit Vance über weiteres Vorgehen in Epstein-Affäre

Das Treffen bei JD Vance erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden öffentlichen Drucks auf die Regierung Donald Trumps, mehr Informationen über den Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und dessen Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten offenzulegen.

Teilnehmen sollen alle Vertreterinnen und Vertreter der Trump-Regierung, die irgendwie mit dem Fall rund um Jeffrey Epstein zu tun haben. Daraus entsteht eine Liste prominenter Namen, die hochrangige Posten bekleiden, darunter unter anderem die Folgenden:

Vance ruft Trump zur Krisensitzung wegen Epstein-Skandal – diese Personen sind dabei:

  • Donald Trump, US-Präsident
  • JD Vance, Vizepräsident
  • Susie Wiles, Stabschefin im Weißen Haus
  • Pam Pondi, Justizministerin
  • Kash Patel, FBI-Direktor

Bei dem Krisentreffen dürfte vor allem eine Frage im Vordergrund stehen: Wie geht die Regierung Donald Trumps mit den Aufnahmen und Transkripten um, die das Gespräch des stellvertretenden Justizministers Todd Blanche mit Ghislaine Maxwell dokumentieren. Maxwell war die Komplizin Epsteins und unterstützte diesen bei seinem massenhaften Missbrauch Minderjähriger. Im Jahr 2021 wurde Maxwell wegen ihrer Vergehen schuldig gesprochen und im darauffolgenden Jahr zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

Aufgrund des öffentlichen Drucks auf die Regierung Donald Trumps, die Akten im Fall von Jeffrey Epstein sowie mutmaßliche Listen seiner Unterstützer und Komplizen zu veröffentlichen, schickte Justizministerin Pam Bondi ihren Stellvertreter Todd Blanche zu Ghislaine Maxwell. Sechs Stunden soll das Gespräch laut Informationen des Nachrichtensenders ABC gedauert haben. Laut Blanche soll Maxwell dabei mehrfach betont haben, dass sich Trump in ihrem Beisein nie etwas zu Schulden habe kommen lassen. Bei dem nun anstehenden Krisentreffen soll die Entscheidung fallen, ob die Aufnahmen und Transkripte des Gesprächs der beiden öffentlich gemacht werden sollen oder nicht. Eine Veröffentlichung könnte noch in dieser Woche erfolgen, heißt aus Kreisen in Washington DC.

Trump wegen Treffen seines Ex-Anwalts mit Ghislaine Maxwell in der Kritik

Doch allein das Treffen zwischen einem stellvertretenden Justizminister und einer verurteilten Straftäterin, die noch dazu als mögliche Zeugin in weiteren Prozessen angerufen werden könnte, löste bei Fachleuten bereits Kopfschütteln aus. Verstärkt wurde das Misstrauen durch eine weitere Randnotiz: noch vor einem Jahr war Blanche Donald Trumps persönlicher Anwalt und vertrat diesen in mehreren der zahlreichen Anklagen.

„Es ist sehr besorgniserregend, wenn jemand, der früher der persönliche Anwalt des Präsidenten war, sich nun möglicherweise daran beteiligt, den Präsidenten dabei zu unterstützen, sein eigenes Image in dieser Angelegenheit zu schützen – obwohl er eigentlich unparteiisch für das Justizministerium handeln sollte, um sicherzustellen, dass hier Gerechtigkeit walten kann und die Interessen des amerikanischen Volkes gewahrt werden“, sagte Claire Finkelstein, Jura-Professorin an der Universität Pennsylvania, gegenüber dem Radiosender National Public Radio (NPR).

Ghislaine Maxwell: Zur Person

Ghislaine Maxwell wurde am 25. Dezember 1961 in Frankreich als Tochter des Medienmoguls Robert Maxwell geboren. Sie wuchs in privilegierten Verhältnissen auf. Nach dem Tod ihres Vaters 1991 zog sie in die USA, wo sie in New York den Investmentbanker Jeffrey Epstein kennenlernte und zunächst eine romantische Beziehung mit ihm führte. Über mehr als 25 Jahre blieb sie eng mit Epstein verbunden und fungierte als seine Partnerin und Haushaltsmanagerin.

Zu ihrem gemeinsamen Bekanntenkreis gehörten prominente Figuren wie Donald Trump, Bill Clinton und Prinz Andrew. Eine Verbindung zu Trump entstand unter anderem durch Virginia Roberts Giuffre, die behauptete, Maxwell habe sie 1999 in Trumps Privatclub Mar-a-Lago für Epstein rekrutiert.

Maxwell spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen durch Jeffrey Epstein. Im Jahr 2021 wurde sie schuldig gesprochen und in der Folge zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Donald Trump verteidigte dagegen das Treffen der einstigen Verbündeten von Jeffrey Epstein mit seinem ehemaligen Anwalt. „Er ist ein sehr talentierter Mann. Ich habe nicht mit ihm darüber gesprochen, aber ich kann Ihnen sagen, dass alles, was er gefragt hat, völlig angemessen war“, sagte Trump über Blanche.

Maxwell wird kurz nach Treffen mit Vertreter der Trump-Regierung in neues Gefängnis verlegt

Noch pikanter wird die ganze Angelegenheit durch eine weitere neue Entwicklung im Fall von Ghislaine Maxwell. Die ehemalige Komplizin Jeffrey Epsteins wurde erst kürzlich von einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Florida in ein Bundesgefängnis in Bryan im US-Bundesstaat Texas verlegt. Die Verlegung erfolgte kurz nach ihrem Gespräch mit Todd Blanche. Maxwells neue Unterkunft ist ein Gefängnis mit deutlich geringerer Sicherheitsstufe, dafür mit erheblich mehr Annehmlichkeiten für die Insassen. Die Sicherheitsanstalt gilt in den USA als Luxuseinrichtung für wohlhabende Straftäterinnen: ohne Mauern, dafür mit Yoga-Kursen, einem Kosmetik-Laden und Haustieren, mit denen sich die Gefangenen beschäftigen können. Präsident Trump behauptete, nichts von dieser Verlegung gewusst zu haben: „Ich wusste überhaupt nichts davon, nein. Ich habe darüber genauso gelesen wie Sie“, sagte er gegenüber Medienvertretern im Weißen Haus.

Das wiederum halten Fachleute in den USA für wenig glaubhaft. Elie Honig, CNN-Rechtsanalyst, kommentierte: „Es ist fast unmöglich, dass Ghislaine Maxwell zufällig, durch Zufall, eine Woche oder so, nachdem sie sich mit Todd Blanche getroffen hat, in eine bessere Einrichtung verlegt wurde.“ Die Verlegung hätte laut Honig eine spezielle Genehmigung erfordert, da Maxwell eine verurteilte Sexualstraftäterin ist und eine lange Haftstrafe verbüßt.

Donald Trump, Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell: Kongress verlangt Informationen

Parallel zu dem Krisentreffen der Trump-Regierung im Wohnsitz von JD Vance hat ein Ausschuss des US-Kongresses fast ein Dutzend Vorladungen an das Justizministerium sowie an hochrangige Politiker der Demokraten und der Republikaner verschickt. Das Ziel: Akten und Informationen zu sammeln, die Licht ins Dunkel rund um den Fall von Jeffrey Epstein bringen sollen. Auf der Liste der vorgeladenen Persönlichkeiten finden sich zahlreiche prominente Namen aus beiden politischen Lagern, darunter unter anderem:

  • Bill Clinton, Ex-Präsident der Demokraten
  • Hillary Clinton, ehemalige Außenministerin und Kandidatin der Demokraten für die US-Wahl 2016
  • Pam Bondi, Justizministerin
  • Jeff Sessions, Ex-Justizminister
  • Merrick Garland, Ex-Justizminister
  • Robert Mueller, ehemaliger FBI-Direktor
  • James Comey, ehemaliger FBI-Direktor

Zwar sind die meisten Beobachter eher skeptisch, dass dieses Unterfangen wirklich Neues über die Verbindungen zwischen Donald Trump und Jeffrey Epstein zutage bringt. Es dürfte aber dafür sorgen, dass das Thema weiterhin ein solches bleibt.

Zu einem solchen gemacht hatte es vor allem Donald Trumps MAGA-Bewegung. Sowohl im Vorfeld der US-Wahl 2016 als auch der folgenden 2020 und 2024 hatte sich das Wahlkampfteam Trumps darum bemüht, die gegnerischen Demokraten in den Fall Jeffrey Epstein zu verwickeln. Trump persönlich hatte versprochen, alle Akten und Listen der Verbündeten Epsteins zu veröffentlichen, sollte er die Wahl gewinnen. Doch kaum zurück im Weißen Haus, erfolgte die Kehrtwende. Die Trump-Administration hielt die Epstein-Akten unter Verschluss. Was einst von Pam Bondi, Kash Patel und seinem heutigen Stellvertreter beim FBI, Dan Bongino, als riesige Verschwörung New Yorker Demokraten rund um Epstein und Hillary Clinton stilisiert worden war, wurde von denselben Personen nun zur Lappalie erklärt: Nichts zu sehen, alles nur eine Lappalie, war auf einmal der Duktus des Trump-Teams in Sachen Epstein.

Donald Trumps Basis ist wegen Jeffrey Epstein empört

Doch diesmal machte Donald Trumps Basis nicht mit. Zahlreiche Trump-freundliche Kommentatoren und Persönlichkeiten wie Alex Jones, Tucker Carlson oder Joe Rogan kritisierten den Präsidenten direkt oder indirekt für seinen Umgang mit den Epstein-Akten. Der wiederum bemühte sich um Ablenkung, konnte die öffentliche Wahrnehmung aber nicht umleiten. Der nächste Versuch dazu ist nun die Krisensitzung unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance. (dil)

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