SPD-Generalsekretär im FR-Interview

Kühnert über Umfrage-Erfolg der AfD: „Wut füllt nicht den Kühlschrank“

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Kevin Kühnert .
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SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert im Interview über Klamauk in der Politik, die Authentizität von Olaf Scholz und eine AfD, die gegen die Interessen ihrer eigenen Anhängerschaft handelt.

Herr Kühnert, in Umfragen liegt die Kanzlerpartei SPD inzwischen bei nur noch 16 Prozent, weit hinter der AfD. Wie reagieren Sie darauf?

Jedenfalls nicht panisch. Wir spüren ganz klar, wie die Krisen der letzten Jahre uns alle ermüdet haben und dass die Weichenstellungen der Gegenwart Stress erzeugen. Es ist das gute Recht der Opposition, auf dieser Stimmungswelle zu surfen. Ob es sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Wir jedenfalls sind überzeugt, dass wir gegen Krisen und Zukunftssorgen mit kühlem Kopf ankämpfen müssen – nicht mit Krawall und Remmidemmi. Denken Sie daran, was wir vor einem Jahr diskutiert haben: Energiearmut, Verzigfachung von Preisen. Andere haben damals den „Wutwinter“ propagiert, wir haben währenddessen Preisbremsen beschlossen und alle durch den Winter gebracht. Unsere Politik hilft konkret. Und trotzdem ist für viele im Moment das Glas eher halbleer, das will ich nicht bestreiten.

Vielleicht liegt es auch an der geringen Sichtbarkeit der SPD. Bei vielen Konflikten stehen die Grünen gegen die FDP, von Olaf Scholz sieht man wenig.

Ich bin überzeugt: Diese Art von Sichtbarkeit wollen die Leute nicht von der SPD. Sie wollen nicht, dass wir uns an endlosem Getöse beteiligen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten professionelles Regieren und dass die Ergebnisse uns am Ende voranbringen. Wenn alle aufgeregt sind, muss einer die Ruhe bewahren. Das ist etwas, das dem Stil von Olaf Scholz entspricht. Ja, einen Preis für besondere schauspielerische Leistungen wird er damit wohl nicht mehr gewinnen. Dafür wurde er aber auch nicht gewählt und das hat viele Menschen schon in den letzten 20 Jahren nicht davon abgehalten, ihm immer wieder in Wahlen das Vertrauen auszusprechen. Man muss authentisch bleiben. Für die SPD bedeutet das, dass wir bei der Sache bleiben und den Klamauk anderen überlassen.

Wie sieht dann Ihre Sichtbarkeit aus? Wo hat die SPD als linke, fortschrittliche Partei in der Regierungspolitik Akzente gesetzt?

Unser Alleinstellungsmerkmal ist es, jedes Vorhaben der Koalition auf ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit auszurichten. Wenn wir uns das Heizungsgesetz nach den zahlreichen Verbesserungen anschauen, dann sieht man das. Bevor neue Regeln für Privathaushalte greifen, wird zunächst jede Kommune in Deutschland eine Wärmeplanung machen. Das Ziel ist, dass an möglichst vielen Orten in Deutschland die Wärmewende gemeinsam organisiert wird. In kommunalen Netzen, bei denen nicht jeder Einzelne die Last und Verantwortung trägt, sondern die Gemeinschaft das solidarisch schultert. Oder nehmen Sie die Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern, die ich selbst verhandelt habe: Die Mieterinnen und Mieter in Deutschland wissen jetzt, dass nicht mehr als 50 Cent pro Quadratmeter auf ihre Miete umgelegt werden können beim Heizungswechsel. Das wird für alle, die fossil heizen, beim Heizungswechsel faktisch eine Warmmietenneutralität bedeuten, weil wir sie zugleich vor den rapide steigenden Preisen bei diesen Energieträgern bewahren.

Das größte sozialpolitische Projekt der vergangenen Monate war die Kindergrundsicherung. Auch hier gab es den öffentlichen Konflikt zwischen Grünen und FDP. Warum hat die SPD nicht energischer dafür gekämpft, dass es eine wirklich armutsfeste Regelung gibt, und stattdessen die Minimallösung von Christian Lindner zugelassen?

Dieses Zahlen-Verwirrspiel hat am Ende den Beteiligten und der Sache selbst geschadet. Das eigentliche Ziel geriet zwischenzeitlich aus dem Blick. Während andere für viel Getöse gesorgt haben, hat die SPD schon letztes Jahr die Bekämpfung der Kinderarmut konkret vorangebracht. Wir haben im Rahmen der Entlastungspakete die Erhöhung von Kindergeld und maximalem Kinderzuschlag auf 250 Euro durchgesetzt. Beides bildet künftig das Fundament für die Kindergrundsicherung. Allein diese Entscheidung wird nun jährlich Milliardenbeträge in die ärmsten Familien bringen und dort für mehr Teilhabe sorgen.

Der Streit in Berlin macht es für Nancy Faeser als SPD-Spitzenkandidatin in Hessen nicht gerade einfacher. Kostet die Ampel in Berlin die Chancen der SPD bei den Landtagswahlen im Oktober?

Nein, die Wahl ist offen. Es fällt uns aber nichts in den Schoß. Bei der Bundestagswahl ist uns allerdings auch nichts in den Schoß gefallen – und trotzdem haben wir sie gewonnen. Nancy Faeser geht ganz offensiv mit dem in den Wahlkampf, was sie als Bundesinnenministerin in Berlin erreicht hat. Mit dem historischen Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, das sie erfolgreich durchgesetzt hat, ist ihr ein echter Durchbruch gelungen, der für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von enormer Bedeutung ist. Das thematisiert sie nun konsequent und glaubwürdig als Kandidatin für das Ministerpräsidentinnen-Amt, da auch Hessens Wohlstand mit der Frage der Fachkräftesicherung eng verknüpft ist.

Zur Person

Kevin Kühnert (34) ist seit 2021 Generalsekretär der SPD. Vorher amtierte er seit 2019 als einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden. Von 2017 bis 2021 führte er zudem die Jusos an.

Der Berliner Politiker zog 2021 in den Deutschen Bundestag ein. Er holte das Direktmandat im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg. pit

Was tut die Ampel gegen die Klimakrise?

Das geltende Klimaschutzgesetz und seine Ziele verfolgen. Wir gehen ja überhaupt nur an das Heizungsgesetz ran, weil der Gebäudesektor für ein Drittel unserer Emissionen in Deutschland verantwortlich ist. Wir machen das nicht, um irgendwen zu drangsalieren. Es geht darum, dass wir bis 2045 klimaneutral werden wollen und müssen. Das ist in Deutschland Gesetz. Der wichtigste Punkt dabei ist, Gerechtigkeit walten zu lassen. Deshalb muss die zurückliegende Debatte uns eine Lehre sein. Es geht darum: Können wir breiten Teilen der Gesellschaft nachweisen, dass wir ihre soziale Lagen durch Förderungen, Ausnahmen und Preisbremsen berücksichtigen? Die SPD ist überzeugt: Erfolg oder Misserfolg von Klimapolitik findet vor allem auf den Feldern von Preisen, Löhnen und Steuern statt – und nicht so sehr bei der Frage, ob wir Leitungen legen können. Natürlich können wir. Das ist ja keine Raketenphysik.

Die Fridays for Future weisen immer wieder darauf hin, dass es nicht reicht, was die Bundesregierung macht, um die Klimaziele zu erreichen. Haben sie recht?

Das ist nachvollziehbar, wenn wir uns die bisherigen Entwicklungen im Verkehrssektor anschauen. Deshalb steuern wir um und stärken die Schiene in Deutschland mit vielen Milliarden und dem Deutschlandticket. Das geht aber nicht von heute auf morgen, weil jahrzehntelange Sparzwänge für schwere Einschnitte gesorgt haben. Das zweite ist die Antriebswende bei den Automobilen, und auch das geht nur mittelfristig. Heute sind gut eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass es 2030 schon 15 Millionen E-Autos sein müssen. Wenn das gelingt, ist das ein fundamentaler Wandel, aber der lässt sich eben nicht kurzfristig realisieren, sondern erfordert Ausdauer. Wir müssen massenhaft Ladeinfrastruktur ausbauen und wir unterstützen die Automobilindustrie, damit sie den Wandel hinkriegt und auch in den günstigen Wagenklassen E-Autos anbieten kann. Wenn diese Lawine bald rollt, dann purzeln endlich auch die Emissionen.

Wir haben zu Beginn über die 16 Prozent für die SPD gesprochen. Lassen Sie uns über die 21 Prozent für die AfD reden. Wie sieht Ihre Strategie aus, damit umzugehen?

Die Anhängerschaft der AfD ist geteilt. Es gibt einen Anteil, dem kann eine demokratische Partei kein Angebot machen. Das sind diejenigen, die ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild haben. Sie werden aktuell mehr, da ist die Forschung eindeutig. Denen muss man als eine der Demokratie und dem Kampf gegen den Faschismus verpflichtete Partei sagen: Hier kommen wir nicht zusammen. Dann gibt es diejenigen, die aus unterschiedlichen Motivlagen heraus ihre Wut, Verzweiflung, Verärgerung zum Ausdruck bringen wollen. Es reicht deshalb nicht aus, ausschließlich zu sagen, dass eine Stimme für die AfD ein Tabubruch sei, der unsere Demokratie gefährdet. Ich will all jenen auch deutlich machen, dass in den Alltagsfragen, die sie betreffen – Löhne, Wohnen und Daseinsvorsorge – die AfD gegen ihre Interessen steht. Die AfD spricht sich für die Abschaffung aller vermögensbezogenen Steuern aus. Das heißt, die Millionen Leute mit normalen Einkommen sollen die ganze Steuerlast in Deutschland tragen. Dem Mindestlohn in Höhe von zwölf Euro hat die AfD nicht zugestimmt. Tariftreuegesetz? Die AfD weiß doch nicht mal, was das ist. Deshalb mache ich bei jeder Gelegenheit deutlich, dass Menschen, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden, von uns reale Verbesserungen erwarten können und von der AfD nur Wut. Wut füllt aber nicht den Kühlschrank.

Bisher galt für die demokratischen Parteien in Deutschland eine Brandmauer gegenüber der AfD. Ist diese Brandmauer mit dem Abstimmungsverhalten von CDU und FDP in Thüringen, als sie einen Beschluss nur mit den Stimmen der AfD durchsetzen konnten, eingerissen worden?

Ich lasse alle symbolischen Begriffe beiseite und halte schlicht fest: Es ist eine Einmaligkeit in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass eine demokratische Partei den Rechtsextremen den Triumph ermöglicht hat, bei einer Gesetzgebung das Zünglein an der Waage zu sein. So viel Macht hatte die AfD noch nie, wie sie ihr die CDU jetzt im Thüringer Landtag sehenden Auges ermöglicht hat. Es muss in der Demokratie gelten, dass wir das Schicksal unserer parlamentarischen Initiativen nie vom Wohlwollen der Demokratiefeinde abhängig machen. Ein Anliegen, das nur mit der AfD zustande kommen kann, ist in seinem Wesenskern beschädigt und trägt zur Normalisierung einer nicht normalen Partei bei.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Bedeutet das, dass demokratische Parteien Initiativen für ihre Politik nicht mehr einbringen dürfen, wenn sie befürchten müssen, dass sie mit den Stimmen der AfD beschlossen werden?

Es gab am Anfang der Wahlperiode in Thüringen zwischen der rot-rot-grünen Koalition und der CDU eine klare Verabredung zur konstruktiven Zusammenarbeit, etwa bei der Haushaltsaufstellung. Die Abmachung war: Anliegen, die keine demokratische Mehrheit finden würden, werden nicht in den Landtag eingebracht. Eben um deutlich zu machen, dass die AfD für die Richtungsentscheidungen des Landes nicht gebraucht wird. Davon hat die CDU jetzt Abstand genommen und Friedrich Merz versucht das nun als Normalität darzustellen, die es nicht ist. Was kommt als nächstes? CDU-Minderheitsregierungen unter Tolerierung der AfD? Dagegen müssen alle Demokraten gemeinsam ankämpfen und dabei setze ich auch auf die vielen Aufrechten in der Union, von denen ich weiß, dass sie eine klare Haltung haben.

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