„Klingt geil“

Kurt Krömer erklärt, warum sein Podcast nicht „Jefühle“ heißt

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Der Komiker liebt Berlin, aber angeblich kein Berlinerisch. Wir gehen dem auf den Grund.
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In „Feelings“ spricht er mit seinen Gästen über so einiges. Doch was hat sich der Komiker mit der Berliner Schnauze bei dem englischen Namen gedacht?

Wir bei BuzzFeed News verfolgen regelmäßig den Podcast von Kurt Krömer. Erst kürzlich wurde „Feelings“ mit dem Deutschen Podcast Preis ausgezeichnet. Bisher haben wir noch nicht geklärt, warum der Podcast eigentlich „Feelings“ heißt, also „Gefühle“ auf Englisch.

Krömer findet „Jefühle“ als Podcast-Name zu dörflich

In der 40. Folge lüftet Krömer nun dieses Geheimnis. Sein Gast Nikeata Johnson. Nach einem tiefen Seufzen seinerseits ist seine Erklärung zunächst ernüchternd. „Fragen viele, hat überhaupt keine Begründung.“ Aber Johnson, die als Tänzerin bekannt ist, lässt nicht locker. „Das glaube ich nicht.“ Und der Komiker antwortet knapp: „Klingt geil.“

Richtig spannend wird es, als Johnson Krömer einen Gegenvorschlag macht. Er solle seinen Podcast doch „Jefühle“ nennen, also „Gefühle“ auf Berlinerisch. „Nee, das ist dann so dörflich“, lehnt Krömer ab. Paradoxerweise ist Berlin natürlich eine Stadt, kein Dorf. Was Krömer vermutlich meint ist, dass Dialekte allgemein etwas Dörfliches an sich haben können, was nicht immer auf zufriedene Ohren stößt.

Nach einer Umfrage ist Berlinerisch tatsächlich auf dem siebten Platz der unbeliebtesten Dialekte Deutschlands. Die Sprache der Hauptstadt ist aber lange nicht so verpönt, wie Sächsisch (Platz 1) oder Schwäbisch (Platz 2). Mit dem Englischen, meint Krömer, können mehr Leute etwas anfangen, also Feelings.

Krömer berlinert um sein Leben gern – eigentlich

Es überrascht, dass gerade Krömer ein Wort als zu berlinerisch empfindet. Eigentlich berlinert der Komiker in jeder Folge, und zwar ohne Scham. Er wirkt sogar stolz auf seine Herkunft. In der 37. Folge erzählte er davon, wie es war, als Arbeiterkind in der Großstadt aufzuwachsen.

Sein Berliner Charme ist es erst, der Krömers Podcast für viele zu etwas Besonderem macht. Neben seinem feministischen Bild von Männlichkeit und anderen Dingen. Nur wenige Komiker:innen sprechen noch Dialekt. Solange Politiker:innen, wie Markus Söder (nebenberuflich so etwas wie ein Topmodel) nicht auf bairischen Festen Witze reisen. (Bairisch war übrigens Platz 3 in der Umfrage).

Warum gerade sein Dialekt den Charme von „Feelings“ ausmacht

Krömer macht sich im Gespräch mit Johnson Sorgen, man könne durch das Berlinerische das Gefühl bekommen, einem Lokalformat zu folgen. Im Gegenteil: Wenn Krömer mit seinen Gästen über deren Feelings spricht, dann ist es gerade sein Dialekt, der ihn so nahbar macht – egal, ob man in der Stadt wohnt oder auf dem Land.

Es wirkt manchmal viel abgehobener, Hochdeutsch zu sprechen, als Dialekt wie jede:r andere. Jeder berlinerte Satz macht das Gespräch lockerer, weniger streng. Das schafft das Nicht-Akademische, aber auch das Taffe, Knallharte, das Berlinerisch ausmacht. Sein Dialekt zeigt, dass Krömer sich nicht schert, was Leute über ihn denken. Und das finden viele gut so.

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