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So regeln Länder weltweit den Menstruationsurlaub

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Freie Tage während der Periode ist ein umstrittenes Thema. Zumindest in Deutschland. Andere Länder sind da schon weiter.

Für viele menstruierende Personen ist die Monatsblutung eine körperliche Belastung. Neben Unterleibsschmerzen kommen häufig andere Beschwerden hinzu, wie Rückenschmerzen, Krämpfe oder Übelkeit. Laut einer Studie von 2019 haben 20 bis 40 Prozent der Frauen regelmäßig so starke Schmerzen während der Periode, dass sie dadurch in ihrem Leben beeinträchtigt werden.

Wer sich dafür krankschreiben lassen möchte, muss trotz Beschwerden eine Arztpraxis aufsuchen oder sich spontan Urlaub nehmen. Ob der Urlaub genehmigt wird, bleibt dem Arbeitgeber überlassen, denn in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es aktuell keinen (zusätzlichen) gesetzlichen Menstruationsurlaub.

Das Thema wird oft als Diskriminierung wahrgenommen, da menstruierende Personen sich im Falle von Arbeitsunfähigkeit freie Tage vom regulären Urlaubskontinent genehmigen lassen müssen, während nicht menstruierende Personen nicht betroffen sind. Hinzukommt, dass sich viele Frauen nicht wohlfühlen, offen über Menstruation am Arbeitsplatz oder mit dem Arbeitgeber zu sprechen.

Menstruationsartikel sollen in Hamburger Schulen kostenlos verfügbar sein. (Symbolbild)

Apropos Periode: In Hamburger Schulen gibt es Bestrebungen von SPD und Grüne, kostenlose Menstruationsprodukte zur Verfügung zu stellen

Andere Länder sind in puncto Periodenurlaub schon weiter. Vor allem in asiatischen Ländern ist die „Period Policy“ bereits weit verbreitet. Allerdings nicht immer als zusätzlicher Urlaub.

So ist die Situation im Bezug auf den Menstruationsurlaub in Asien

In Indonesien haben Frauen ein Recht auf zwei Tage Menstruationsurlaub pro Monat. Allerdings werden diese Tage vom regulären Urlaubskontingent abgezogen. In Südkorea haben Arbeitnehmerinnen Anspruch auf Menstruationsurlaub und es wird ihnen sogar eine zusätzliche Bezahlung zugesichert, wenn sie diesen nicht in Anspruch nehmen.

Das Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter gewährt erwerbstätigen Frauen in Taiwan drei Tage Menstruationsurlaub pro Jahr, die als zusätzliche Tage zu 30 Tagen „gewöhnlicher Krankheitsurlaub“ gezählt werden.

Freinehmen bei Menstruationsbeschwerden ist in anderen Ländern schon Gang und Gäbe

In Japan gibt es bereits seit 1947 ein Gesetz, dass es Frauen erlaubt, bei Menstruationsbeschwerden nicht zu arbeiten. Das Gesetz regelt aber weder die die Länge der Abwesenheit noch die Zahlunsmodalitäten. In den chinesischen Provinzen Hainan, Hubei und Anhui können Frauen mit ärztlichem Attest bis zu zwei Tagen Menstruationsurlaub in Anspruch nehmen.

So sieht es in Europa aus beim Menstruationsurlaub

Als erstes Land in Europa hat Spanien im Juni ein entsprechendes Gesetz über Sexual- und Reproduktionsgesundheit verabschiedet, das es Frauen ermöglicht, bei Beschwerden „menstruationsfrei“ zu machen. Diese Regelung gilt auch bei Endometriose oder ähnlichen Erkrankungen. Aber: Anders als in Deutschland wird in Spanien in den ersten drei Tagen einer krankheitsbedingten Abwesenheit keine Lohnfortzahlung gewährleistet.

Auch in anderen Teilen der Welt wird das Thema diskutiert, doch häufig scheitern die Versuche, ein entsprechendes Gesetz in die Wege zu leiten, wie beispielsweise in Italien, Russland und Australien. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Firmen, die eigene Regelungen geltend machen. So gibt es beim Sportartikelhersteller Nike bereits seit 2007 eine internen „menstrual leave“, der weltweit und auch für alle Subunternehmen gilt.

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/Picture Alliance

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