Nach erster offener Kritik

Nächste Ohrfeige für Putin: Russische Pop-Diva legt öffentlich nach und schimpft über „Lakaien“

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Mit ihrer offenen Kritik an Putins Krieg in der Ukraine hat Pop-Diva Alla Pugatschowa für Aufsehen gesorgt. Nun legt sie nach.

Moskau – Die Invasion des Nachbarlands läuft für Wladimir Putin aktuell wohl nicht nach Plan. Im Ukraine-Krieg ist Russland derzeit zunehmend in der Defensive. Daneben sieht sich Putin in Russland mit Kritik konfrontiert. Besonders die Mobilmachung sorgt für die massenhafte Flucht von jungen Männern – und eine öffentliche Diskussion über Fehler.

Sängerin Alla Pugatschowa stellte sich offen gegen Putins Krieg. (Archivbilder)

Russlands Pop-Diva Pugatschowa legt gegen Putin-„Lakaien“ nach

Und auch die einflussreiche und in Russland generationenübergreifend verehrte Pop-Ikone Alla Pugatschowa sorgt für Ärger. Bereits im September hatte sich die 73-Jährige öffentlich gegen den Krieg in der Ukraine gestellt und damit für Furore gesorgt. Jetzt legte sie in einem Instagram-Posting nach.

„Oh, mein Gott! Ich habe so ein Glück, dass mich Leute hassen, die ich nie dulden konnte“, schrieb Pugatschowa am Dienstag (4. Oktober). „Wenn sie mich mögen würden, würde das bedeuten, dass ich umsonst singe und lebe.“ Wen genau die Künstlerin damit meinte, ging aus der Nachricht nicht hervor. Sie bezeichnete diese Leute als „Lakaien“, die zu Sklaven geworden seien.

Ukraine-Offensive: Kippt die Stimmung in Russland?

Im September hatte Pugatschowa beklagt, dass die russischen Soldaten für „illusorische Ziele“ stürben, während Russland durch den Krieg international geächtet werde. Ihre Worte fanden ein breites Echo. Sie solidarisierte sich zugleich mit ihrem Ehemann Maxim Galkin, einem berühmten Komiker im israelischen Exil, der vom russischen Justizministerium als „ausländischer Agent“ eingestuft worden war.

Politologe Abbas Galljamow, einst Redenschreiber des russischen Präsidenten Putin, sprach damals von einer „kräftigen Ohrfeige“ für den Kreml. „Wenn es im Land noch bedeutende Menschen gibt, über die Konsens herrscht, dann ist das natürlich Pugatschowa“, schrieb er damals via Telegram. Und zeigte damit, welche Bedeutung das Statement in Russland haben könnte.

Unter Pugatschowas neuem Post gab es bis zum Dienstagnachmittag (4. Oktober) mehr als 20.000 Kommentare – mit Zuspruch, aber auch der Frage, warum sie sich erst jetzt äußere. Die 73-Jährige gilt als Superstar in ihrer Heimat. (rjs/dpa)

Rubriklistenbild: © Collage: IMAGO / ITAR-TASS // dpa/Pool Sputnik Kremlin

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