Wahl im März

Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026: „Özdemir – Der kann es“ – Grüne hoffen auf Rückenwind

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Cem Özdemir ist der Hoffnungsträger der Grünen vor der Wahl in Baden-Württemberg. Eine Umfrage gibt ihm Auftrieb. Gelingt ihm die Wende?

In knapp sechs Wochen dürfen die Menschen an der Urne ihre Stimme abgeben: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März geht es diesmal auch darum, wer neuer Ministerpräsident wird. Amtsinhaber Winfried Kretschmann tritt nicht mehr an. Lange sah es dabei nach einem recht deutlichen Ergebnis aus: Seit vielen Monaten lagen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir in den Umfragen zur Wahl in Baden-Württemberg deutlich hinter der CDU von Spitzenmann Manuel Hagel zurück.

Die Plakate zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 sind voll auf Cem Özdemir zugeschnitten.

Eine neue Umfrage vom 22. Januar hat nun aber für Aufbruchstimmung bei den Grünen gesorgt. Die CDU steht zwar noch immer an der Spitze, scheint aber zu stagnieren. Dagegen haben die Grünen in den vergangenen Monaten in der Gunst der Menschen aufgeholt. Der Abstand zwischen den beiden Parteien beträgt jetzt nur noch sechs Prozentpunkte – so wenig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg verspricht also doch noch spannend zu werden.

Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026: Grüne setzen in Wahlkampagne voll auf Özdemir 

Die Grünen sind optimistisch, die Wende doch noch schaffen zu können. In ihrer Wahlkampagne vertrauen sie dabei voll auf ihren Spitzenkandidaten: Cem Özdemir. Das zeigt sich schon beim Blick auf ihre Wahlplakate, auf denen das Konterfei von Özdemir im Mittelpunkt steht. Und auch mit dem Slogan „Özdemir – Der kann es“ heben die Grünen noch einmal seine Bekanntheit und politische Erfahrung hervor. Den Parteinamen sucht man hingegen vergebens, das Logo der Partei ist wenigstens im Kleinformat existent. Inhaltlich setzen die Grünen bei ihren Plakaten auf die Themen Wirtschaft, Klima und Bildung.

Entscheidend seien bei der Wahl am 8. März Erfahrung und Vertrauen, sagte Landeschef Pascal Haggenmüller bei der Vorstellung der Kampagne in Stuttgart Mitte Januar. Man habe deswegen gute Voraussetzungen, denn genau das verkörpere der Spitzenkandidat: „Es gibt einen Mann in Baden-Württemberg, dem die Menschen in Baden-Württemberg vertrauen und der heißt Cem Özdemir.“ Die Zahlen der aktuellen Umfrage geben ihnen recht: Wenn die Menschen den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 39 Prozent für Özdemir entscheiden, Hagel liegt mit 19 Prozent weit dahinter.

NameCem Özdemir
Geboren21. Dezember 1965
GeburtsortBad Urach
ParteiBündnis 90/Die Grünen

Özdemir setzt vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 auf seine persönliche Ausstrahlung

Özdemir tingelt seit Monaten unermüdlich durch den Südwesten und versucht bei Bürgerdialogen mit Anekdoten und persönlicher Zugewandtheit Vertrauen zu gewinnen. Klar ist, dass er die Menschen in Baden-Württemberg vor allem von seiner wirtschaftlichen Kompetenz überzeugen muss. Die Wirtschaft hat inzwischen den Dauerbrenner Migration der aktuellen Umfrage zufolge als wichtiges Thema im Wahlkampf verdrängt.

Kein Wunder: Die einst so starke Automobil-Industrie im Südwesten schwächelt, beinahe im Wochentakt verkünden Autohersteller und große Zulieferer Personalabbau und Gewinneinbrüche. Das schlägt auch auf die Stimmung der Befragten. Nur 13 Prozent glauben, dass die wirtschaftliche Lage in einem Jahr wieder besser wird, mehr als ein Drittel (36 Prozent) rechnet sogar mit einer weiteren Talfahrt. 

Özdemir selbst betont seine lange Erfahrung auf verschiedenen Ebenen der Politik. Es sei sicher kein Fehler, wenn der Ministerpräsident von Baden-Württemberg sich in Berlin, Brüssel und Washington nicht verlaufe und auch schon mal ein Ministerium von innen gesehen habe, sagte der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister. Ob diese Strategie ausreicht, wird sich erst bei der Wahl am 8. März zeigen. (Quellen: Infratest dimap, Tagesspiegel, dpa) (cs)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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