„Pflaster auf die falsche Stelle“

Lang weiterhin gegen längeren Betrieb deutscher Atomkraftwerke

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Ricarda Lang

Angesichts des drohenden Gasmangels hat sich die Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang nochmals deutlich gegen eine längere Laufzeit deutscher Atomkraftwerke ausgesprochen.

Berlin in Deutschland - "Neue Studien gehen davon aus, dass Atomkraft nur weniger als ein Prozent der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken ersetzen könnte", sagte Lang dem Nachrichtenportal t-online. "Es wäre, als ob man das Pflaster auf die falsche Stelle klebt."

Kosten, Risiken und Nutzen eines Weiterbetriebs stünden "aktuell in keinem Verhältnis".

Lang sieht in der Diskussion über eine mögliche Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke nach eigener Aussage eine Strategie mit Blick auf die kommenden Monate. Die Debatte diene dazu, "das Blamegame für den Herbst und Winter vorzubereiten", sagte Lang t-online. "Dann wird es heißen: Ihr seid schuld, dass die Energie nicht reicht. Strategisch mag das klug sein. Ehrlich, verantwortungsvoll und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger ist es nicht."

Innerhalb der Ampel-Koalition gibt es seit Wochen eine offene Diskussion um die längere Nutzung deutscher Atomkraftwerke. Eine Akw-Laufzeitverlängerung lehnen SPD und Grüne ab. Aus der FDP dagegen kommt auch Zustimmung. Die verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland müssen nach geltendem Atomrecht spätestens Ende Dezember vom Netz gehen. se

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