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Davos–Showdown um Grönland: Merz und Macron wollen „wachsam“ gegenüber Trumps USA bleiben

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  • Daniel Dillmann
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    Felix Busjaeger

Kanzler Merz erinnert in seiner Rede an das „große Ganze“. Nach Trumps Grönland-Rückzieher macht sich Erleichterung breit. Alle Entwicklungen in Davos im Live-Ticker.

Update, 20:28 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU zeigen sich nach der vorläufigen Beilegung des Konflikts mit den USA über Grönland erleichtert. Gleichzeitig betonten sie die Notwendigkeit, „wachsam“ zu bleiben. Am Donnerstagabend sprach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Rande des EU-Sondergipfels in Brüssel von einem „guten Ergebnis“, das in den Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump am Vortag in Davos erreicht worden sei.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hob hervor, dass trotz der „akzeptableren“ Lage weiterhin Vorsicht geboten sei. Merz und Macron lobten die europäische Einheit in dieser Angelegenheit. Merz betonte: „Es hat sich gezeigt, dass Geschlossenheit und Entschlossenheit auf der europäischen Seite durchaus etwas bewirken können.“ Macron fügte hinzu, dass sich Europa durch einheitliches Handeln „Respekt verschaffen“ könne.

Kallas sieht EU-US-Beziehungen nach Grönland-Krise beschädigt

Update, 19:41 Uhr: Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betont, dass die Beziehungen zwischen der EU und den USA stark gelitten hätten. Vor dem EU-Sondergipfel sagte Kallas: „Uneinigkeiten zwischen Verbündeten wie Europa ‌und Amerika nützen nur unseren Gegnern, die zuschauen und die Aussicht genießen.“

Update, 18:55 Uhr: Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen fordert angesichts der Entwicklungen in der Region um Grönland eine intensivere Präsenz der NATO in der Arktis. Vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel betonte sie: „Wir brauchen eine ständige Präsenz der NATO in der Arktis, auch um Grönland herum.“ Zusammen mit den USA könne man besprechen, wie die Kooperation in der Arktis weiter ausgebaut werden könne.

Weitere Zusammenarbeit: Klingbeil will „Verhältnis“ zu den USA nicht auflösen

Update, 17:54 Uhr: Deutschland plant, trotz der Zolldrohungen von Donald Trump im Konflikt um Grönland, die enge Zusammenarbeit mit den USA fortzusetzen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) betonte am Rande des Wirtschaftstreffens in Davos gegenüber Journalisten: „Es geht überhaupt nicht darum, mit den Amerikanern zu brechen, ⁠das Verhältnis aufzulösen“. Er zeigte sich erleichtert darüber, dass keine militärische Gewalt zur Aneignung Grönlands eingesetzt werde. „Über alles andere können wir reden“, fügte Klingbeil hinzu.

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der ein Auge auf Grönland geworfen hat. Schon in den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. So ließ Außenminister William Seward im Jahr 1868 einen „Bericht über die Ressourcen Islands und Grönlands“ erstellen. Es gebe dort Rohstoffvorkommen, die für die USA von Nutzen sein könnten, hieß es damals. Kurz zuvor hatte Seward bereits den erfolgreichen Kauf Alaskas vom russischen Zarenreich organisiert und wollte die Expansionspolitik fortsetzen. © Odd Andersen/AFP
Grönland
Der erste konkrete Kaufversuch scheiterte nicht an Dänemark, sondern am US-Kongress selbst. Dänemark hatte dem Verkauf Grönlands zugestimmt, doch der amerikanische Kongress wollte nicht schon wieder hohe Summen für nahezu unbewohnte „Eisregionen“ ausgeben. Die Abgeordneten waren nach dem teuren Alaska-Kauf skeptisch gegenüber weiteren kostspieligen Territorialerwerbungen in unwirtlichen Gebieten. © Odd Andersen/AFP
Expeditionen nach Grönland
Zwischen 1853 und 1909 führten die USA systematisch wissenschaftliche Expeditionen nach Nordgrönland durch, das damals noch staatsrechtliches Niemandsland war. Forscher wie Elisha Kent Kane, Isaac Israel Hayes und Robert Edwin Peary (dessen Basislager der Expedition von 1909 im Bild zu sehen ist) erkundeten das von den Inughuit bewohnte Gebiet und lieferten sich spektakuläre Wettläufe um die Erreichung des Nordpols. Diese Expeditionen legten den Grundstein für spätere amerikanische Gebietsansprüche. © Imago
Dänisch Westindien
1916/17 gelang den USA ein diplomatischer Schachzug: Dänemark verkaufte seine Kolonie Dänisch-Westindien in der Karibik an die Vereinigten Staaten, die daraufhin im Gegenzug die dänische Oberhoheit über ganz Grönland anerkannten. Dieser Handel war strategisch wichtig, da Dänemark bis dahin nur die grönländische Westküste kolonisiert hatte und Nord- sowie Ostgrönland Niemandsland gewesen waren. © Imago
Dänemark im Jahr 1940
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 flammte das US-Interesse an Grönland erneut auf. Washington befürchtete, Nazi-Deutschland könnte die gewaltige Insel unter seine Kontrolle bringen und damit eine strategische Bedrohung für Nordamerika darstellen. Grönland war durch die britische Seeherrschaft von dem besetzten Dänemark abgeschnitten. © Imago
Grönland
Der dänische Gesandte Henrik Kauffmann handelte am 9. April 1941 eigenmächtig einen Vertrag mit den USA aus, der die Errichtung amerikanischer Militärbasen in Grönland genehmigte. Kauffmann erklärte, dass er keine Weisungen aus dem deutsch besetzten Kopenhagen mehr entgegennehmen werde und sich zum alleinigen Vertreter der dänischen Interessen für Grönland erkläre. Diese „Entscheidung ebnete den Weg für die amerikanische Militarisierung Grönlands, die seither aufrechterhalten wurde.“ © Odd Andersen/AFP
Rostiges Fahrzeug ehemaliger US Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg Ikatek Grönland
Bis Kriegsende waren knapp 6000 US-Militärs auf vier Marine- und 13 Armeestützpunkten auf Grönland stationiert (im Bild: der ehemalige US-Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, Ikatek). Die Insel diente vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Auftankstation für eigene Seemissionen genutzt. 1941 wurde zudem die Sirius-Schlittenpatrouille gegründet, um deutsche Versuche zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis zu verhindern. © Egmont Strigl/Imago
Harry Truman unterzeichnet NATO-Vertrag 1949
Nach dem Krieg wollte Dänemark die amerikanische Militärpräsenz auf der Insel wieder rückgängig machen, doch ohne Erfolg. US-Präsident Harry Truman (hier bei der Unterzeichnung des NATO-Pakts 1949) schlug Kopenhagen drei Optionen vor: entweder das Abkommen von 1941 fortzusetzen, die US-Stützpunkte für 99 Jahre zu leasen oder Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Die dänische Antwort war eindeutig: „Absurd.“ © Imago
Frederik IX
„Wir verkaufen nicht!“ – Diese klare Absage stammte vom dänischen König Frederik IX (hier ein Gedenkstein in Nuuk) im Jahr 1960, nachdem US-Präsident Eisenhower wiederholt die Absicht geäußert hatte, Grönland von Dänemark kaufen zu wollen. 65 Jahre später sind die Aussagen Dänemarks und der USA zum gleichen Thema nahezu identisch, auch an den Motiven Washingtons hat sich im Wesentlichen nichts geändert. © Imago
Thule Air Base in Grönland
1951 gelang es den USA dennoch, ein Abkommen auszuhandeln, das ihnen gewährte, Grönland weiterhin militärisch zu nutzen, wenn sie dafür die Verteidigung Grönlands übernahmen. In diesem Jahr wurde die Thule Air Base als wichtigster militärischer Stützpunkt in Grönland errichtet. Bis 1958 nutzten die USA den Flughafen Narsarsuaq und bis 1992 den Flughafen Kangerlussuaq als Militärbasen. © Imago
Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968
Die amerikanische Militärpräsenz führte zu schweren diplomatischen Krisen und Problemen. Zu den bedeutendsten gehörten die Zwangsumsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Uummannaq direkt neben der Thule Air Base nach Qaanaaq im Jahr 1953 und der Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968 (im Bild). Mit diesem Vorfall musste Dänemark anerkennen, dass die USA heimlich Atomwaffen in Grönland lagerten. © Imago
Grönland
Nach Ende des Kalten Kriegs verminderten die USA ihre militärischen Aktivitäten und zogen sich 1991 aus Kangerlussuaq (im Bild) und Kulusuk zurück. Jedes Mal hinterließen sie das Gebiet mit Schrott verunreinigt und häufig mit umweltschädlichen Stoffen verseucht, weigerten sich aber dafür zu haften. Dänemark erklärte sich bereit, die Verantwortung für das Aufräumen zu übernehmen. © Sergi Reboredo/Imago
Colin Powell, Per Stig Møller und Josef Motzfeldt
2004 wurde das sogenannte Igaliku-Abkommen von den Außenministern Colin Powell (USA, rechts), Per Stig Møller (Dänemark, links) und Josef Motzfeldt (Grönland, Mitte) unterzeichnet. Die USA verpflichteten sich zur Zusammenarbeit für den Umweltschutz und Grönland erhielt mehrere entwicklungsmäßige und finanzielle Vorteile von den USA. Das Abkommen wurde im Heimatort des grönländischen Außenministers geschlossen. © AFP
Klimawandel in Grönland
Das schmelzende Polareis verschärft die strategische Bedeutung Grönlands dramatisch. Die Arktis erwärmt sich laut einer Studie der Stiftung für Wissenschaft und Politik viermal so stark wie im globalen Durchschnitt. Das zurückgehende Meereis öffnet neue Seewege zwischen Asien und Europa und macht Lagerstätten von Rohstoffen an Land und auf dem Meeresboden besser zugänglich. © Jason Briner/dpa
Grönland
In der Arktis werden in Gebieten, die durch die Klimakrise zugänglich werden, riesige Mengen an unentdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. Diese beiden Faktoren - Kontrolle der neuen Seewege in der Arktis und Zugang zu den immensen Rohstoffvorkommen - sind die wesentlichen Gründe für den jetzigen, erneuten Vorstoß der USA, sich Grönland „anzueignen.“ © Steffen Trumpf/dpa
Anti-Trump-Demo in Kopenhagen 2019
Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 ein „gieriges Auge“ auf Grönland geworfen und einen Kauf der Insel ins Gespräch gebracht. Seine Begründung: Man benötige die strategisch gelegene Insel für die „nationale Sicherheit“ der USA. In Kopenhagen kam es deswegen schon damals zu Demonstrationen.  © Niels Christian Vilmann/Imago
Grönland und Trump
Doch so unverhohlen wie jetzt hatte Trump noch nie gedroht, Grönland „haben“ zu wollen. Trump verweist auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis-Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus. Die große Mehrheit der rund 57.000 auf der Insel lebenden Menschen wollen dagegen mit den USA nichts zu tun haben: Grönland stehe nicht zum Verkauf, hieß es bei einer Demonstration im März 2025. © Christian Klindt Soelbeck/dpa
Vance in Grönland
Ende März 2025 reiste US-Vizepräsident JD Vance nach Grönland. Dort äußerte er vor den stationierten US-Soldaten scharfe Kritik am NATO-Verbündeten Dänemark, zu dem die riesige Eisinsel gehört. Das Land tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, sagte Vance auf die US-Militärstützpunkt Pituffik im abgeschiedenen Norden Grönlands.  © Jim Watson/AFP
Die Frau von Trump-Berater Stephen Miller zündelt.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte in einem CNN-Interview sogar infrage, ob Grönland rechtmäßig zum NATO-Partner Dänemark gehöre. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland?“, fragte Miller provokativ. Ein Social Media Post seiner Ehefrau Katie Miller zeigte eine Karte von Grönland in US-amerikanischen Farben. © Screenshot X
Grönland-Konflikt
In der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst mit seinen Grönland-Ambitionen. Europas Spitzenpolitiker reagieren mit klaren Worten auf Trumps Forderungen. Deutschland und weitere Länder stellen sich nach Trumps Drohungen demonstrativ hinter Grönland und Dänemark. Erst im September 2025 hatten dänische Streitkräfte mit Hunderten Soldaten aus mehreren europäischen Staaten an einer NATO-Übung auf Gönland teilgenommen (im Bild). © Ebrahim Noroozi/dpa
Mette Frederiksen und Donald Trump
Dänemark hat Trumps Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. © Christian Hartmann/AFP
Thule, Grönland
Mehrere NATO-Bündnisstaaten haben sich zuletzt für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region ausgesprochen – auch Deutschland. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. © Imago
US-Militärbasis Pituffik Space Base in Grönland
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Dieser Stützpunkt unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dänemark hat grundsätzlich nichts gegen eine verstärkte US-Militärpräsenz auf der Insel, solange die Souveränität respektiert wird. Die dänischen Streitkräfte sind hauptsächlich über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel präsent. © Thomas Traasdahl/dpa
Grönland
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Tatsächlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere überfällt, in den Statuten der Allianz nicht vorgesehen – der Feind kommt traditionell immer von außen. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Alpenglühen in Alaska
Trump hat im Streit um Grönland aber auch immer von einem „Erwerb“ gesprochen. Der Kauf zusätzlichen Territoriums ist in der US-Geschichte kein Novum. In der Vergangenheit haben die USA für bestimmte Gebietserweiterungen immer wieder Geld in die Hand genommen. Dazu zählt beispielsweise auch Alaska (im Bild), das die damalige US-Regierung im Jahr 1867 für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar von Russland erwarb.  © Al Grillo/dpa

Update, 17:05 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat die Wende von US-Präsident Donald Trump bei dessen Plänen zur Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland begrüßt. „Ich setze jetzt darauf, dass das Königreich Dänemark, Grönland und die Vereinigten Staaten die Einzelheiten sehr schnell und effektiv aushandeln werden“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem äthiopischen Kollegen Gedion Timothewos in der Hauptstadt Addis Abeba. „Die Lösung, die jetzt für die Grönlandfrage gefunden ist, ist exakt diejenige, für die die Bundesregierung von Anfang an eingetreten ist“, sagte Wadephul.

Finnlands Präsident fordert Sicherheit der Arktis-Region zu verbessern – Selenskyjs Rede in Davos

Update, 16:33 Uhr: Der Präsident Finnlands, Alexander Stubb, fordert zügige Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in der Arktis. Stubb äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters in Davos, dass dieser Plan bis zum bevorstehenden NATO-Gipfel im Juli in Ankara fertiggestellt sein solle.

Update, 15:57 Uhr: Die Rede von Selenskyj beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist damit abgeschlossen. Der ukrainische Präsident mahnte die europäischen Staaten, sich nicht zu stark auf die USA zu stützen, besonders in Sicherheitsfragen. Europa müsse fähig sein, sich eigenständig zu verteidigen. In Europa finde man zwar die passenden Worte, setze diese jedoch nicht in die Tat um, erklärte Selenskyj.

Nach seinem Treffen mit Donald Trump in Davos hob Selenskyj hervor, dass die Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand mit Russland nicht nur von Europa Sicherheitsgarantien benötige: „Ohne die USA funktionieren keine Sicherheitsgarantien.“ Selenskyj beschrieb sein Gespräch mit Trump als „sehr gut“. Der US-Präsident wiederum bewertete das Treffen als „gut“ und richtete an den russischen Präsidenten Wladimir Putin die Worte: „Der Krieg muss enden.“

Update, 15:29 Uhr: „Europa kann und muss auf der Weltbühne eine Macht sein.“ Europa müsse eine Macht sein, die für eine Welt ohne Krieg einstehe. Selenskyj dankt auch NATO-Chef Mark Rutte der sich bei der Grönland-Krise eingesetzt habe. Mit Kritik an der EU hält der ukrainische Präsident bei seiner Rede nicht zurück. „Warum kann Präsident Trump Tanker der russischen Schattenflotte stoppen und Öl beschlagnahmen aber Europa macht es nicht?“ An diesem Punkt ist ein leises Raunen im Publikum zu hören.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Update, 15:16 Uhr: „Europa muss mehr machen“, sagt der ukrainische Präsident. Sonst könnten die EU-Sanktionen gegen Russland nicht effektiv wirken. Alle die mit Russland noch Geschäfte machen, bräuchten eine „Ohrfeige“, so Selenskyj. „Jeder sieht wie Russland versucht, das ukrainische Volk erfrieren zu lassen.“ Russland könne keine ballistischen Raketen bauen, ohne Bauteile aus Europa oder Taiwan. „Putin produziert weiter Raketen.“ Trotzdem betonte Selenskyj, er sei dankbar für die Hilfe aus Europa und die zur Verfügung gestellten Patriot-Systeme.

„Ich wurde angehalten, nicht über die Taurus-Raketen zu sprechen“, sagt Selenskyj. Europa schiebe Argumente vor, um keinen echten Frieden in der Ukraine zu finden. Europa sei ein zersplitterter Kontinent kleiner und mittlerer Mächte, man finde keine gemeinsame Linie bei der Verteidigung, mahnt der ukrainische Präsident in Davos.

Update, 15:05 Uhr: Jetzt beginnt der ukrainische Präsident seine Rede. Europa müsse lernen sich selbst zu verteidigen. Ein Jahr sei vergangen und es habe sich nichts geändert, so der ukrainische Präsident. „Alle haben jetzt medial ihre Aufmerksamkeit auf Grönland gelenkt.“ Auch die Proteste im Iran hätten die Berichterstattung dominiert. Doch keiner sei eingeschritten.

Selenskyj lobte Donald Trumps Vorgehen in Venezuela. Der venezolanische Präsident sei nun vor Gericht in New York. Doch Wladimir Putin führe den Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter. Putin habe es geschafft die Europäische Gemeinschaft erfolgreich davon abzuhalten gemeinsam aufzutreten. Selenskyj fragt an was es fehle. Am politischen Willen oder an der Zeit?

Selenskyj dankt dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron für ihre Bereitschaft bei einem möglichen Ende des Ukraine-Kriegs Friedenstruppen in der Ukraine zu stationieren.

Update, 14:59 Uhr: Der Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verzögert sich offenbar. Inzwischen hat US-Präsident Donald Trump Davos verlassen und befindet sich auf dem Weg zum Flughafen in Zürich.

Update, 14:36 Uhr: In Kürze wird der ukrainische Präsident in Davos seine Ansprache halten. Zuvor hatte ein Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump stattgefunden, das laut dem US-Präsidenten gut verlaufen sei, berichtete die Kyiv Post.

Update, 13:38 Uhr: Das Büro des ukrainischen Präsidenten hat bestätigt, dass das Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj begonnen hat. Um 14:30 Uhr wird der ukrainische Präsident eine Ansprache beim Weltwirtschaftsforum in Davos halten, die Sie hier live mitverfolgen können.

NATO-Chef Rutte mit Details über Grönland-Rahmenabkommen mit Trump

Update, 12:57 Uhr: NATO-Generalsekretär Mark Rutte betont die Notwendigkeit, die Verteidigungsmaßnahmen in der Arktis zu intensivieren. Dies sei Bestandteil des Rahmenabkommens, das er am Mittwoch mit US-Präsident Donald Trump ausgehandelt habe, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Rutte erklärte gegenüber Reuters: „Wir werden uns mit unseren hochrangigen Kommandeuren in der NATO zusammensetzen, um zu erörtern, was notwendig ist.“

Er zeigte sich zuversichtlich und sagte: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das recht schnell schaffen können. Ich würde mir auf jeden Fall 2026 wünschen, hoffentlich sogar schon Anfang 2026.“

Update, 12:30 Uhr: Laut Donald Trump steht der Rahmen für einen Grönland-Deal. Details sind nicht öffentlich. Aber Kopenhagen macht noch einmal klar: Entscheidungen über die Arktisinsel treffen nur Grönland und Dänemark. So hat der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen alleinigen Verhandlungen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit den USA über Grönland eine Absage erteilt. Rutte könne nicht im Namen Dänemarks verhandeln, erklärte Lund Poulsen im Onlinedienst X. „Wir haben eine klare rote Linie“, fügte Lund Poulsen mit Blick auf von Rutte und Trump angekündigten Verhandlungen hinzu. „Wir werden die Souveränität über Teile des Königreichs nicht abtreten.“

Trump ruft in Davos Friedensrat ins Leben

Update, 12:00: Donald Trump hat seinen „Friedensrat“ ins Leben gerufen. Der US-Präsident unterzeichnete auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos ein Gründungsdokument für das Gremium, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen.

Update, 11:15 Uhr: Dirk Jandura hat in einer ersten Reaktion auf die Merz-Rede gefordert, den Koalitionsvertrag anzupassen. „Bundeskanzler Merz hat in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos de facto eine zweite Zeitenwende ausgerufen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in einer Stellungnahme. „Der derzeitige Koalitionsvertrag ist angesichts der neuen Weltlage in Teilen nicht mehr zeitgemäß.“ Nun müssten alle Signale auf Wachstum gestellt werden.

Update, 10:53 Uhr: In Anlehnung an die Rede des Kanadiers Mark Carney am Dienstag schloss Merz seine Rede mit dem Appell an Davos, das „große Ganze“ im Blick zu behalten. „Die Welt um uns herum verändert sich in einem beispiellosen Tempo. Die Richtung, die sie einschlägt, muss uns beunruhigen. Eine Welt der Großmächte ist eine neue Realität. Europa hat die Botschaft verstanden. Deutschland hat die Botschaft verstanden. Wir müssen und werden dieser Herausforderung gerecht werden.“ Und dann machte er noch einmal deutlich, dass eine „historische Aufgabe“ auf die Politik warte: „Unser Schicksal liegt in unseren Händen. Es liegt in unserer Verantwortung und in unserer Freiheit, es zu gestalten. Diese historische Aufgabe liegt vor uns. Deutschland will bei ihrer Bewältigung eine Schlüsselrolle spielen.“

Friedrich Merz bekräftigt: Die europäischen Verbündeten werden in der Arktis mehr machen müssen.

Merz-Rede in Davos: Kanzler will Deutschland als KI-Standort etablieren

Update, 10:06 Uhr: Der CDU-Chef beendet seine Rede in Davos mit einem Versprechen: „Meine Regierung wird ihre Hausaufgaben machen.“ Auf Trump und die Grönland-Krise ging Merz nur kurz ein, im Anschluss sprach der Kanzler noch über eine „Hightech-Agenda“ für Deutschland, die das Land als KI-Standort etablieren soll.

Update, 09:57 Uhr: Der Kanzler wechselt mitten in seiner Davos-Rede die Sprache. „Lassen Sie mich das Folgende auf Deutsch sagen“, so Merz. Europa und Deutschland müssten sich dafür einsetzen, „trotz aller Frustration in den vergangenen Wochen“ die Partnerschaft mit den USA zu bewahren. Das wäre auch im Interesse Washingtons. Mit staatstragender Langsamkeit sagt Merz in Richtung Trump: „Autokratien mögen Untertanen haben. Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde.“

Update, 09:50 Uhr: Merz kommt in seiner Rede auf den Grönland-Streit zu sprechen. Der Kanzler betont, dass Trumps Äußerungen durchaus ernst genommen würden. Deutschland stehe zu seiner uneingeschränkten Unterstützung für Dänemark. Zudem kündigte er eine verstärkte deutsche Beteiligung in der NATO an. „Deutschland wird seinen Beitrag zum Schutz Grönlands vor russischen Bedrohungen leisten“, erklärt der Kanzler. Parallel dazu zeigt er sich offen für Trumps Vorschläge und plädiert für einen Dialog zwischen Dänemark, der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten.

Update, 09.45 Uhr: Es sei eine „neue Ära“ der internationalen Beziehungen, sagt Friedrich Merz. Eingeleitet habe diese der Ukraine-Krieg und die Politik der USA und China. „Wir sind eingetreten in eine Zeit der Großmachtpolitik. Die neue Welt der Großmächte ist aufgebaut auf Macht, Stärke und Gewalt. Es ist kein angenehmer Ort“, so der Kanzler in Davos.

Update, 09:39 Uhr: Friedrich Merz erhebt sich von seinem Platz auf der Bühne in Davos. Die mit Spannung erwartete Rede des Kanzlers beginnt mit leichter Verzögerung.

Update, 9:07 Uhr: Sollten Sie den Auftritt des Bundeskanzlers auf dem Weltwirtschaftsforum verfolgen wollen: Hier finden Sie alle Informationen zur Merz-Rede in Davos live im TV und Livestream.

Merz in Davos: Kanzler-Rede steht an

Update, 8:25 Uhr: Nach Donald Trump ist heute Friedrich Merz an der Reihe. Der Bundeskanzler wird um 9:30 Uhr eine Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos halten.

Update, 6:27 Uhr: Bei seinem Gespräch mit Trump ist die Frage der Souveränität Grönlands laut NATO-Generalsekretär Mark Rutte nicht zur Sprache gekommen. Das „Thema kam in meinen Gesprächen mit dem Präsidenten heute Nacht nicht mehr auf“, sagte Rutte dem US-Sender Fox News.

Vielmehr konzentriere Trump sich auf den Schutz der „riesigen arktischen Region“, sagte Rutte. Dort fänden Veränderungen statt, etwa verstärkte Aktivitäten Russlands und Chinas. Rutte lobte zudem das Gespräch mit dem US-Präsidenten. „Ich denke es war ein sehr gutes Treffen“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP am Rande des WEF in Davos.

Update, 22. Januar, 5:27 Uhr: Trump hat in Davos eine Zoll-Kehrtwende hingelegt – dennoch beraten EU-Staats- und Regierungschefs heute bei einem Sondergipfel über die transatlantischen Beziehungen nach Trumps Grönland-Drohungen.

EU-Ratspräsident António Costa hatte das Treffen kurzfristig anberaumt. Kommissionspräsidentin von der Leyen warb zuvor für ein neues europäisches Machtbewusstsein. Mit Spannung werde erwartet, ob Kanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Davos-Rede heute auf den Zoll-Streit mit den USA eingeht, berichtet BR24.

Trump-Kracher in Davos: Strafzölle gegen EU fallen weg – US-Präsident spricht über NATO-Deal

Update, 23:41 Uhr: Angaben aus informierten Kreisen in Davos deuteten darauf hin, dass es bei der Übereinkunft zwischen Trump und Rutte nicht um den Besitz der ganzen Insel zu gehen scheint. Demnach soll ein zwischen den USA und Dänemark 1951 geschlossenes Verteidigungsabkommen für Grönland neu ausgearbeitet werden. Zudem soll es um das Thema Investitionskontrolle gehen – die Amerikaner wollen mit entscheiden, wer auf Grönland investiert und zum Beispiel Rohstoffe abbaut. Teil der Übereinkunft soll den Angaben nach auch ein stärkeres Engagement der europäischen Nato-Staaten im arktischen Raum sein. 

Update, 23:21 Uhr: Neben der Einrichtung einer neuen Überwachungsmission der Allianz in der Arktis hat Nato-Generelsekretär Mark Rutte US-Präsident Donald Trump allem Anschein nach auch die Übernahme von Militärbasen in Grönland durch die USA in Aussicht gestellt. Darüber berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung und beruft sich dabei auf zwei Quellen aus Nato-Kreisen.

Rubriklistenbild: © FABRICE COFFRINI/AFP

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