Polizei im Einsatz

Letzte Generation blockiert vor Gespräch mit Wissing erneut Berliner Straßen

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Die Klimagruppe Letzte Generation klebt sich an Straßen fest, um für den Umweltschutz zu demonstrieren.

Nur wenige Stunden vor dem Treffen mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat die Aktivistengruppe Letzte Generation in Berlin wiederholt mehrere Straßen blockiert.

Berlin - Die Polizei sprach am Dienstagmorgen von erheblichen Behinderungen und vielen Staus. Nach Angaben einer Sprecherin gab es mindestens zwei Dutzend Aktionen im gesamten Stadtgebiet, die gegen 7.45 Uhr losgegangen seien. Es seien mehrere Stadtautobahnen und wichtige Kreuzungen betroffen. Die Polizei war zunächst nach Angaben der Sprecherin mit 170 Einsatzkräften unterwegs, habe die Zahl dann auf 300 erhöht.

Die Letzte Generation twitterte: «Menschen aller Altersgruppen protestieren an vielen Orten in Berlin.» Auf der A100 seien Menschen aus Fahrzeugen gestiegen, um den Alltag zu unterbrechen. Dabei sei eine ältere Dame von einem Autofahrer geschubst worden und auf den Kopf gefallen.

Bundesverkehrsminister Wissing sagte vor dem Treffen mit den Klimaaktivisten am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk: «Menschen, die sauer sind in Deutschland, die die Nase voll haben von Im-Stau-Stehen, weil andere die Straße blockieren, die wollen, dass eine Regierung redet und Argumente ausgetauscht werden.» Klar sei aber, dass es so nicht weitergehen könne. «Natürlich habe ich null Toleranz für Straftäter», so Wissing.

Die Klimagruppe hat ihren Protest seit dem 19. April in der Hauptstadt verstärkt. Die Polizei registrierte nach ersten Angaben vom vergangenen Freitag seitdem 80 Straßenblockaden. Es seien bislang 708 Straf- und 431 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden. In der vergangenen Woche waren täglich mehrere Hundert Polizisten im Einsatz, um Blockaden zu verhindern oder zügig zu beseitigen. (dpa)

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