Entlastungspaket

Fortsetzung vom 9-Euro-Ticket: Lindner gibt grünes Licht

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Gute Nachricht für Pendler: Im 3. Entlastungspaket soll es ein Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket geben. Christian Lindner (FDP) gab seinen Widerstand auf.

Update vom 4. September um 9:39 Uhr: Es ist vollbracht: Das 3. Entlastungspaket kommt. Olaf Scholz wird die Details der Entscheidung bekannt geben. Wer schlussendlich profitieren wird, ist noch nicht durchgedrungen. Allerdings wird erwartet, dass Hilfen für zahlreiche Bürger kommen könnten.

Update vom 3. September um 09:59 Uhr: Die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets ist noch nicht geklärt, doch die Ampel-Koalition trifft sich am 3. September, um über Maßnahmen des 3. Entlastungspakets zu beraten. Wer profitiert, ist noch nicht geklärt. Doch nahezu sicher ist, dass zeitnahe kein Nachfolger des 9-Euro-Tickets in Sicht ist.

Nachfolger 9-Euro-Ticket: Ampel berät über 3. Entlastungspaket

Erstmeldung vom 31. August um 11:03 Uhr: Berlin – Kunden von Bus und Bahn dürfen sich freuen: In Deutschland soll es dauerhaft ein einfaches Billigticket für den öffentlichen Nahverkehr geben. Nach dem Auslaufen des beliebten 9-Euro-Tickets im September plant die Bundesregierung ein Nachfolgemodell. Finanzminister Christian Lindner (FDP) gab seinen grundsätzlichen Widerstand auf und kündigte eine Fortsetzung an. Verkehrsminister Volker Wissing habe ihn „überzeugt“, sagte der Liberale im Anschluss an die Kabinettstagung auf Schloss Meseburg. Die Verlängerung ließe sich mit einem Bruchteil der Finanzmittel für das Neun-Euro-Ticket bundesweit realisieren. „Dazu kann man nicht Nein sagen“, so Lindner. Der Startschuss sowie die genaue Höhe muss aber noch verhandelt werden.

3. Entlastungspaket: Fortsetzung vom 9-Euro-Ticket geplant – Lindner gibt Widerstand auf

Damit beendet die Ampel-Koalition das wochenlange Rätselraten um das 9-Euro-Ticket. Drei Monate durften die Deutschen damit in allen Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs fahren. Jedoch war die Rabattaktion zeitlich im Entlastungspaket 2022 begrenzt. Im September sind die Fahrkarten nicht mehr gültig. Angesichts der hohen Energiekosten in der Gaskrise und der hohen Nachfrage pochten aber Politiker aus allen Parteien auf eine Fortsetzung des Modells. Aus Sicht von Finanzminister Christian Lindner galt dies bislang als unfinanzierbar. Doch zuletzt drängten auch die Kabinettskollegen aus seiner eigenen Partei auf eine Verlängerung.

Vorfahrt für Bus und Bahn: Die Bundesregierung will eine Forsetzung des 9-Euro-Tickets ermöglichen.

Nach lautstarken Forderungen von SPD und Grünen signalisierte schließlich auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) seine Bereitschaft, die bisherigen Tarifstrukturen in Deutschland dauerhaft zu vereinfachen. „Die Menschen haben durch den Kauf dieser vielen Tickets darüber abgestimmt, dass es so nicht bleiben soll“, sagte der FDP-Politiker im Deutschlandfunk mit Blick auf die Vielfalt an Tarifzonen und Verkehrsverbünden. Zwar könne man ab September mit dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets einen Rückfall in die alten Tarifstrukturen nicht verhindern. Aber mit Lindner sei er sich nun einig, dass es mittelfristig ein modernes, bundesweites Ticket für Bus und Bahn geben müsse.

49-Euro-Ticket statt 9-Euro-Ticket? Details zur Fortsetzung der Billigaktion für Bus und Bahn muss noch ausgehandelt werden

Damit hat die Politik erst einmal eine Grundsatzentscheidung getroffen. Doch eine entscheidende Frage bleibt weiter offen: Wie hoch wird der Preis für den Nachfolger zum 9-Euro-Ticket sein? Es liegen dazu mehrere Vorschläge auf dem Tisch. Während einige linke Lager ein Gratis-Ticket forderten, kursierten zuletzt auch Ideen für ein 69-Euro-Ticket, ein 365-Euro-Ticket und für ein 49-Euro-Ticket. Letzteres schälte sich als Favorit in den Kreisen der Ampel-Koalition heraus.

Bei der Umsetzung sehen Wissing und Lindner jetzt vor allem die Länder in der Pflicht. „Man kann vom Bund nicht erwarten, dass er einfach Geld auf den Tisch legt, wenn die Länder keine eigenen Vorschläge haben“, mahnte Wissing. Diese müssten zunächst die Struktur festlegen und die Finanzierung klären. Der Bund würde seinen Beitrag leisten und die Länder, die für den Nahverkehr zuständig sind, finanziell unterstützen. Dann könne man über den Preis des neuen Tickets reden, so der Minister.

Verlängerung vom 9-Euro-Ticket ab September: Grüne begrüßen Vorstoß von Lindner und Wissing

Bei den Grünen bewertete man die Aussagen der FDP-Minister als richtiges Signal. „Das Ticket ist ein riesiger Erfolg. Es nicht zu verlängern, wäre eine verpasste Chance, Menschen zu entlasten, die Inflation zu dämpfen und den so nötigen Klimaschutz im Verkehr endlich voranzutreiben“, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge der Nachrichtenagentur dpa. Wenn nun auch bei der FDP Bewegung in die Sache komme, sei das eine positive Nachricht.

Neun-Euro-Ticket: Grüne pochen lange schon auf Modell für einen Nachfolger – Teil des 3. Entlastungspaketes?

Die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets könnte der Auftakt zu einem größeren Deal sein, mit dem sich die Ampel-Koalitionäre gegenseitig entgegenkommen. Angesichts der hohen Energiekosten durch die Gaskrise laufen derzeit die Verhandlungen für das 3. Entlastungspaket. Zuletzt gab es über die genauen Inhalte scharfe Misstöne in dem Bündnis. Während SPD und Grüne vor allem auf eine Verlängerung des Neun-Euro-Tickets und eine Entlastung von Geringverdienern pochten, schmetterte die FDP diese Vorschläge brüsk ab und plädierte für ein Steuerentlastungsgesetz, von dem am Ende auch Besserverdiener profitieren würden.

Drittes Entlastungspaket: Olaf Scholz verspricht eine schnelle Einigung der Ampel-Koalition

Nun müssen diese unterschiedlichen Vorstellungen zum dritten Entlastungspaket zusammengebunden werden. Trotz der Differenzen zeigte sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) aber nach einer zweitägigen Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg optimistisch. In Kürze, so versprach der Regierungschef, werde man die zielgerichteten, passgenauen Maßnahmen präsentieren. Nicht ausgeschlossen, dass sich dann auch die offenen Fragen zum Nachfolger vom 9-Euro-Ticket konkretisieren.

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Finanzminister Christian Lindner jedenfalls würde ein Zustandekommen freuen. Vorsorglich versuchte er, die Fortsetzung als FDP-Erfolg zu verkaufen: „Das 9-Euro-Ticket sei bahnbrechend“, sagte der Minister in die Kameras. Wissing sei es dadurch gelungen, den „deutschen Tarifdschungel in nur drei Monaten zu lichten“. Eine Aussage, die manch einen Grünen verwundert zurücklassen dürfte. Denn das 9-Euro-Ticket war ihre Idee in den Verhandlungen zum zweiten Entlastungspaket. Und die FDP? Die wollte den Tankrabatt. Aber das nur am Rande.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa

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