Trump unterschreibt Haushalt: Shutdown in den USA beendet
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Nail Akkoyun
Daniel Dillmann
Franziska Schwarz
Noch nie dauerte ein Stillstand der Regierungsgeschäfte in den USA so lange. Nun beschließt das Parlament einen Übergangshaushalt. Der Newsticker.
Update, 13. November, 5:00 Uhr: Der längste Shutdown der US-Geschichte ist beendet. Präsident Donald Trump setzte mit seiner Unterschrift den zuvor vom Parlament beschlossenen Übergangshaushalt in Kraft und beendete damit nach 43 Tagen den sogenannten Teilstillstand der Regierungsgeschäfte. „Mit meiner Unterschrift wird die Bundesverwaltung nun wieder ihre normale Arbeit aufnehmen“, sagte der Republikaner im Weißen Haus.
Demokratische Kongressmitglieder demonstrieren am 6. November 2025 während des Shutdowns gegen die Pläne der Trump-Regierung, das Krankenversicherungsprogramm „Obamacare“ abzuschaffen.
Kurz zuvor hatte die zweite Kammer des US-Kongresses, das Repräsentantenhaus, über das vom Senat beschlossene Gesetzespaket abgestimmt. Der Übergangshaushalt gilt nur bis Ende Januar. Im Repräsentantenhaus stimmten insgesamt 222 Abgeordnete dafür, 209 waren dagegen. Sechs Demokraten schlossen sich der Mehrheit der Republikaner an und stimmten für den Vorschlag.
Epstein-Skandal überschattet Shutdown-Ende in den USA
Update, 22.32 Uhr: Während das US-Repräsentantenhaus ein mögliches Shutdown-Ende verhandelt, steigt im Epstein-Fall plötzlich wieder der Druck auf Donald Trump. Am Mittwoch hatten die Demokraten im Aufsichtsausschuss prekäre Mails des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht, in denen der US-Präsident genannt wird. Trump selbst schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social: „Die Demokraten versuchen erneut, den Jeffrey-Epstein-Schwindel ins Gespräch zu bringen, weil sie alles tun, um von ihrem schlechten Umgang mit dem Shutdown und vielen anderen Themen abzulenken.“
Update vom 12. November, 20:30 Uhr: Das US-Repräsentantenhaus berät nach wie vor zu einem möglichen Ende des Shutdowns. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wird es voraussichtlich ab 23.00 Uhr deutscher Zeit zu einer Abstimmung über einen Übergangshaushalt. Wie lange sich der Prozess in der Kammer ziehen wird, ist unklar.
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Shutdown-Entscheidung steht bevor: US-Repräsentantenhaus berät über Übergangshaushalt
Erstmeldung vom 12. November: Washington, DC – Kommt jetzt der Kompromiss zur Beendigung des Shutdown in den USA? Die derzeitige Haushaltssperre ist bereits die längste der US-Geschichte. Das US-Repräsentantenhaus berät heute (12. November) ab 18.00 Uhr deutscher Zeit über einen Übergangshaushalt. Gelingt die sich anschließende Abstimmung, fällt die letzte Entscheidung US-Präsident Donald Trump.
Der US-Kongress könnte heute einen Stillstand beendeten, der seit dem 1. Oktober 2025 herrscht. Im Shutdown werden in den USA Behördenmitarbeiter nicht mehr bezahlt, Tausende Flüge wurden wegen Personalengpässen gestrichen und Millionen US-Amerikaner bekommen keine Lebensmittelhilfe mehr. Wochenlang kamen Republikaner und Demokraten im US-Senat zu keiner Entscheidung. Mehrere Abstimmungen scheiterten.
Zum Shutdown kam es, weil sich Republikaner und Demokraten nicht über die Finanzierung der allgemeinen Gesundheitsversicherung, bekannt unter dem Namen „Obamacare“, einig wurden. Die Demokraten verlangten für ihre Zustimmung zum Haushalt die Zusage seitens der Republikaner, dass die Zuschüsse des Bundes erhalten bleiben. Die wiederum wollten das von Donald Trump leidenschaftlich verachtete System am liebsten gänzlich abschaffen.
Am Wochenende hatte es einen Durchbruch in dem Kräftemessen zwischen Demokraten und Republikaner gegeben. Acht Demokraten sagten sich von der Parteilinie los und stimmten im US-Senat dafür, dass in einem weiteren Schritt über den Übergangshaushalt abgestimmt werden konnte. Die Entscheidung über den Anfang vom Ende des Shutdowns fiel am Montag (10. November), als der Senat den Übergangshaushalt beschloss.
Noch bevor der Shutdown aber beendet war, brach innerhalb der Demokraten der offene Streit über die Entscheidung aus. Gavin Newsom, der sich laut Umfragen zum Gegenspieler Trumps in den USA mausert, bezeichnete das Verhalten seiner Kollegen im Kapitol als „erbärmlich“. Auf X schrieb Kaliforniens Gouverneur: „Das ist kein Deal. Das ist Kapitulation.“ Senatorin Elizabeth Warren nannte den Deal mit den Republikanern „einen Fehler“. Bernie Sanders bescheinigte seiner Partei, den Kontakt zur Basis verloren zu haben und attackierte gegenüber dem Nachrichtensender MSNBC indirekt den Minderheitenführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer: „Die Führung der Demokratischen Partei ist in vielerlei Hinsicht völlig abgehoben.“ Auch viele Fachleute waren der Meinung, dass die Demokraten mit ihrer Zustimmung Trump jetzt in die Karten spielen. Laut dem Nachrichtenportal Axios soll Schumer, der selbst gegen die Einigung gestimmt hatte, hinter den Kulissen bis zuletzt darum gekämpft haben, die abtrünnigen Demokraten von ihrer Entscheidung abzubringen.
Wann genau das US-Repräsentantenhaus über den Übergangshaushalt abstimmt, ist unklar. Die Entscheidung über ein Ende des Shutdowns in den USA könnte sich bis Donnerstagmorgen hinziehen. In der ersten Kammer des US-Kongresses haben die Republikaner eine knappe Mehrheit – sie stellen 219 Abgeordnete, die Demokraten 213; drei Sitze sind aktuell vakant. Gesetze werden mit einer einfachen Mehrheit verabschiedet.
Sollte das Repräsentantenhaus die Entscheidung fällen und den Shutdown beenden, käme das Gesetz zu Unterschrift auf den Schreibtisch von Donald Trump. Dessen Zustimmung gilt als gesetzt. Trump hat die anstehende Einigung ohnehin schon als einen weiteren Sieg über die Demokraten verbucht. Doch die Lösung wäre nur vorläufig. Abgestimmt wird nämlich nur über einen Übergangshaushalt, der bis Ende Januar gelten würden. Dann gehen die Verhandlungen von vorne los. (red)