Krieg in Nahost

Biden und Netanjahu beraten über „taktischer Pausen“ - Jordanien zieht „rote Linie“

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Israels Armee greift nach eigenen Angaben hunderte Ziele im Gazastreifen an. Die Zahl der Toten steigt weiter. Der News-Ticker zum Krieg in Nahost.

  • Bei Luftangriff in Gazastreifen: Israel eliminiert hochrangigen Hamas-Kommandanten
  • Opfer des Krieges im Gazastreifen: Zahl der Toten laut Behörden über 10.000
  • Krieg gegen die Hamas: Israel kündigt „signifikante“ Angriffe auf Gazastreifen an
  • Die hier verarbeiteten Informationen zum Krieg in Israel stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Konfliktparteien. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben zur Situation in Israel und im Gazastreifen aber teilweise nicht. Auch in diesen Fällen bleiben wir transparent.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle Entwicklung in Israel und im Gazastreifen informieren wir in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 6. November, 22.34 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat am Montag in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über mögliche zeitlich begrenzte Feuerpausen im Gaza-Krieg gesprochen. Wie das Weiße Haus mitteilte, hätten beiden die Möglichkeit „taktischer Pausen“ erörtert. Diese sollen zum einen der Zivilbevölkerung die Möglichkeit geben, Kampfgebiete zu verlassen und zu anderen helfen, humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen bereitzustellen. Eine taktische Feuerpause könnte zudem helfen, weitere Geiseln - darunter auch US-Bürger - zu befreien.

Seit des Großangriffs am 8. Oktober sind mindestens 240 Menschen weiterhin in der Gewalt der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. Verschiedene hochrangige Vertreter der US-Regierung hatten sich bereits zuvor für zeitlich begrenzte Feuerpausen in dem Konflikt ausgesprochen. Auch Biden selbst hatte dafür plädiert.

Oppositionsführer will nach Kriegsende der Palästinensischen Autonomiebehörde Kontrolle in Gaza überlassen

Update vom 6. November, 20.45 Uhr: Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid hat sich dafür ausgesprochen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde nach dem Krieg in Gaza dort wieder die Kontrolle übernimmt. Der ehemalige Regierungschef sagte dem TV-Sender Welt am Montag: „Meine Exitstrategie ist anders als die der Regierung.“ Man solle die Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas wieder dorthin zurückbringen.

Lapid sagte, es gebe in Gaza zwar nur noch wenige Vertreter der Behörde, sie verfüge aber noch über eine Infrastruktur. Mit Blick auf den Rückhalt von Abbas im Westjordanland sagte Lapid, in Städten wie Dschenin oder Nablus sei die Lage „weniger unter Kontrolle als man es wünschen würde“. Anderswo im Westjordanland funktioniere es besser, sagte Lapid. „Unter den schlechten Wahlmöglichkeiten ist das die am wenigsten schreckliche. „Feuerpausen im Gaza-Krieg aus humanitären Gründen lehnte Lapid gegenwärtig ab: „Wir müssen zunächst einmal den Krieg gewinnen.“

Jordanischer Ministerpräsident zieht „rote Linie“ in Gaza-Krieg

Update vom 6. November, 18.05 Uhr: Jordanien hat eine „rote Linie“ im Gaza-Krieg gezogen. Versuche, Palästinenser aus dem Gazastreifen oder dem Westjordanland zu vertreiben, oder Bedingungen, das vorzubereiten, werde das Königreich als „Kriegserklärung“ betrachten, sagte der jordanische Ministerpräsident Bisher al-Khasawneh laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra am Montag.

Die „brutalen Angriffe auf Krankenwagen und humanitäre Hilfskräfte“ im Gazastreifen widersprächen „dem Prinzip der Selbstverteidigung“. Laut Al-Khasawneh seien alle Optionen auf dem Tisch. Nachdem sich die Außenminister verschiedener arabischer Staaten und ein Vertreter der PLO bereits am vergangenen Wochenende zur aktuellen Lage in Gaza beraten hatten, soll es an diesem Samstag erneut einen „arabischen Gipfel“ geben. Laut des jordanischen Premiers wird das Treffen in Saudi-Arabien stattfinden.

Update vom 6. November, 16.45 Uhr: Der heutige Terroranschlag nahe der Altstadt von Jerusalem hat offenbar ein Todesopfer gefordert. Die 20-jährige Polizistin, die schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden war, ist ihren Verletzungen erlegen, wie die Times of Israel berichtete. Mit ihrem Tod sind seit dem 7. Oktober, dem Beginn des Krieges gegen die Hamas, insgesamt 59 israelische Polizeibeamte getötet worden.

Bei Luftangriff getötet: Israel eliminiert hochrangigen Hamas-Kommandanten

Update vom 6. November, 15.59 Uhr: Die israelische Armee (IDF) hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Hamas-Mann eliminiert. Bei einem Luftangriff in der vergangenen Nacht sei der Kommandeur des Hamas-Bataillons Deir al Balah getötet worden. Wael Asfeh, so sein Name, soll nach Angaben der IDF unmittelbar an der Durchführung der verheerenden Terrorattacke der Hamas vom 7. Oktober beteiligt gewesen sein und weitere Angriffe auf Israel geplant haben. Zwischen 1992 und 1998 soll er in israelischen Gefängnissen inhaftiert gewesen sein. Bisher hat Israel die Tötung von mehr als einem Dutzend hochrangiger Befehlshaber der Hamas gemeldet.

Krieg in Israel: Zahl der Toten im Gazastreifen laut Behörden bereits über 10.000

Update vom 6. November, 14.20 Uhr: Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn vor einem Monat nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 10.022 gestiegen. Mehr als 25.000 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Unter den Toten seien Tausende Frauen sowie Kinder und Jugendliche. Am Sonntag berichtete die Behörde noch von 9770 Toten. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen.

Den Angaben zufolge handelt es sich um die mit Abstand größte Zahl von Toten unter Palästinensern während eines Krieges in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Israel kündigt im Krieg gegen Hamas „signifikante“ Angriffe auf Gazastreifen an

Update vom 6. November, 13.25 Uhr: IDF-Sprecher Daniel Hagari hat weitere „signifikante“ Angriffe im Gazastreifen „in den kommenden Tagen“ angekündigt. Nach der „Teilung“ des Gazastreifens in „Nordgaza und Südgaza“ könnten israelische Bodentruppen schon bald Gaza-Stadt, die größte Stadt im abgeriegelten Küstenstreifen, betreten. Das berichtet die israelische Zeitung Haaretz unter Berufung auf die Armee. Am Sonntagabend sei von „48 Stunden“ die Rede gewesen, bis Soldaten die dichtbesiedelte Stadt betreten und dort kämpfen.

Ziel der Operation sei es, Hamas-Einrichtungen und ihre Tunnel zu zerstören. Das von der Regierung ausgegebene Ziel, die Hamas vollständig zu vernichten, könnte längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Armee spricht von Monaten, einem Jahr oder sogar mehr, heißt es im Haaretz-Bericht. Man werde die Hamas-Tunnel aufgrund der Gefahr von Sprengfallen nicht direkt betreten.

Hamas feuern wieder Raketen auf Israel ab

Update vom 6. November, 10.35 Uhr: Nach einer mehrstündigen Pause sind am Montag aus dem Gazastreifen wieder Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden. In mehreren Städten im Grenzgebiet heulten am Morgen die Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst keine. Aus dem Gazastreifen wurden laut Militärangaben seit Kriegsbeginn am 7. Oktober mehr als 8100 Raketen auf Israel abgefeuert. Für einen Großteil übernahm die in dem Küstengebiet herrschende islamistische Hamas die Verantwortung.

Update vom 6. November, 9.50 Uhr: Ein 16-jähriger Palästinenser hat nach israelischen Angaben bei einem Anschlag nahe der Jerusalemer Altstadt zwei Polizisten verletzt. Der Angreifer aus Ost-Jerusalem sei nach der Messerattacke erschossen worden, teilte die israelische Polizei am Montag mit. Der Vorfall ereignete sich demnach am Herodestor. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurde eine etwa 20-jährige Israelin in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Ein etwa 20-jähriger Mann sei leicht verletzt worden.

Die israelische Polizei inspiziert den Tatort eines Messerangriffs in Ost-Jerusalem.

Israel greift Hunderte Ziele im Gazastreifen an

Update vom 6. November, 8.20 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut Hunderte Ziele im Gazastreifen angegriffen. In den vergangenen 24 Stunden seien rund 450 Ziele aus der Luft bombardiert worden, teilte die Armee am Montagmorgen mit. Darunter seien Tunnel, militärische Anlagen sowie Abschussrampen für Panzerabwehrraketen der islamistischen Hamas gewesen. Zudem hätten die Bodentruppen einen militärischen Komplex übernommen.

Bei dem Einsatz seien „mehrere Hamas-Terroristen“ getötet worden, darunter Dschamal Mussa, hieß es vom Militär. Er soll für „besondere Sicherheitsoperationen“ verantwortlich gewesen sein und 1993 einen Anschlag auf israelische Soldaten im Grenzgebiet verübt haben.

Israels Armee rückt im Krieg gegen Hamas weiter im Gazastreifen vor

Update vom 6. November, 7.45 Uhr: Die israelische Armee ist im dicht besiedelten Gazastreifen weiter vorgerückt und hat das abgeriegelte Küstengebiet nach eigenen Angaben nun komplett in zwei Hälften geteilt. Jetzt gebe es „ein Nordgaza und ein Südgaza“, sagte der israelische Militärsprecher Daniel Hagari am Sonntag. Die Einheiten hätten die Küste im südlichen Teil der Stadt Gaza erreicht und würden den Bereich „halten“. Die Luftangriffe und Attacken am Boden habe man am Abend ausgeweitet.

Gaza-Stadt im Norden sei vollständig eingekreist, sagte ein Armeesprecher am Sonntagabend. Dies sei ein entscheidender Schritt im Kampf gegen die Hamas, die am 7. Oktober einen Terror-Angriff auf Israel mit etwa 1400 Toten verübt hatten. Zivilisten soll es aber weiterhin möglich sein, in den südlichen Teil des Gazastreifens zu flüchten, behauptet Israel.

Derweil vermelden die USA, dass ein Atom-U-Boot im Einsatzgebiet des US-Zentralkommandos im Nahen Osten eingetroffen sei. Dazu wurde auf X ein Foto veröffentlicht, das es bei der Durchfahrt durch den Suez-Kanal zeigt.

Gefechte an der Grenze zum Libanon: Israel „bereit, im Norden zuzuschlagen“

Update vom 5. November, 22.55 Uhr: Israels Militär ist nach Angaben von Generalstabschef Herzi Halevi auf einen möglichen größeren Angriff im Libanon vorbereitet. „Wir sind jederzeit bereit, im Norden zuzuschlagen“, sagte Halevi bei einem Truppenbesuch am Sonntag an der Grenze zum Libanon. „Wir wissen, dass es dazu kommen kann.“ Er habe jedoch großes Vertrauen, dass die Verteidigung im Norden stark sei. „Wir haben das klare Ziel, eine deutlich bessere Sicherheitslage an den Grenzen wiederherzustellen, nicht nur im Gazastreifen.“

Update vom 5. November, 21.28 Uhr: Nach Angaben des israelischen Armeesprechers Daniel Hagari führt die israelische Armee derzeit schwere Luftangriffe gegen Ziele der Hamas im Gazastreifen durch. Die „intensiven“ Luftoperationen würden die Hamas-Infrastruktur – sowohl oberirdisch als auch unterirdisch – ins Visier nehmen. Palästinensische Quellen sprechen von den bislang womöglich schwersten Angriffen.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Die Bodenkräfte der israelischen Armee sind derweil bis an die südlichen Küstenbereiche von Gaza-Stadt vorgerückt und bezögen dort nun Stellung, berichtete Sprecher Hagari. Damit sei der Gazastreifen effektiv geteilt. „Jetzt gibt es einen südlichen Gazastreifen und einen nördlichen Gazastreifen“, zitiert die tagesschau Hagari.

Krieg in Israel: Netanjahu-Regierung will keinen Waffenstillstand

Update vom 5. November, 19.23 Uhr: Ähnlich wie Premierminister Benjamin Netanjahu hat auch der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant den Forderungen nach einem Waffenstillstand in Gaza eine klare Absage erteilt. „Es wird keinen Waffenstillstand geben, bis alle Geiseln zurückkehren“, sagte er. Die Hamas erleide „schwere Schläge“, sagte er außerdem und warf der Gruppe vor, Israel mit „psychologischen Operationen“ schaden zu wollen. Die Hamas veröffentlicht immer wieder Aufnahmen von Angriffen gegen israelische Panzer und Infanterie.

Update vom 5. November, 16.59 Uhr: Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat Forderungen nach einem Waffenstillstand im Gazastreifen ein weiteres Mal abgelehnt. „Wir sagen sowohl unseren Freunden als auch unseren Feinden, dass sie das Wort ‚Waffenstillstand‘ aus dem Lexikon streichen sollen“, so Netanjahu laut israelischen Medien. Bis die Hamas alle Geiseln freilasse, werde es keinen Waffenstillstand geben.

Update vom 5. November, 13.30 Uhr: Laut palästinensischen Angaben sind im Gazastreifen seit dem 7. Oktober mindestens 9770 Menschen getötet worden, darunter 4800 Kinder. Das gab das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium bekannt. Im von Israel besetzten Palästinensergebiet Westjordanland seien 152 Menschen getötet und 2100 verletzt worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Als Konsequenz aus den israelischen Angriffen im Gazastreifen will er türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eigenen Angaben zufolge alle seine Kontakte zum israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu abbrechen. „Netanjahu ist nicht mehr jemand, mit dem wir sprechen können. Wir haben ihn abgeschrieben“, wurde Erdogan am Samstag von türkischen Medien zitiert. 

„Ausschaltung der Terroristen“: Israel setzt Operation im Gazastreifen fort

Erstmeldung: Gaza-Stadt – Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben während ihres Bodeneinsatzes gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen bislang mehr als 2500 Ziele angegriffen. Dies sei im Verbund mit der Luftwaffe und der Marine geschehen. Die Truppen setzten die „Ausschaltung von Terroristen“ im Nahkampf fort, teilte die Armee am Sonntagmorgen (5. November) mit.

Die Truppen lenkten Kampfflugzeuge zu Angriffen auf die Infrastruktur der Hamas, auf Waffendepots, Beobachtungsposten sowie Kommando- und Kontrollzentren, teilte das israelische Militär am Sonntag mit. Auch in der Nacht seien Luftangriffe auf ein Militärgelände der Hamas geflogen worden, in dem sich Kommando- und Kontrollzentren, Beobachtungsposten und weitere terroristische Infrastruktur befänden.

Israel-Gaza-News: Luftangriff auf Flüchtlingsviertel – Berichte über Dutzende Todesopfer

Medienberichten zufolge soll die Armee ein Haus im Flüchtlingsviertel Al-Magasi im Zentrum des Gazastreifens bombardiert haben. Dabei seien mehr als 30 Menschen getötet worden, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten unter Berufung auf die von der islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde.

Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, sie prüfe die Berichte. Der arabische Fernsehsender Al Jazeera berichtete unter Berufung auf Ärzte vor Ort sogar von 45 Todesopfern. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Im Gazastreifen haben israelische Angriffe bislang Tausende Tote gefordert.

In dem Al-Magasi-Flüchtlingsviertel leben nach Angaben des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge UNRWA mehr als 33.000 Menschen auf einer Fläche von 0,6 Quadratkilometern. Die Straßen seien eng und die Bevölkerungsdichte hoch. Wie in anderen Flüchtlingsvierteln im Gazastreifen leide die Bevölkerung unter hoher Arbeitslosigkeit und Armut.

Am vergangenen Wochenende hatte das israelische Militär eine neue Phase im Krieg gegen die im Gaza herrschende palästinensische Organisation eingeläutet und seine Einsätze am Boden ausgeweitet. Der Gazastreifen hat eine Länge von etwa 40 Kilometer und erstreckt sich über eine Fläche, die nur etwas größer als die von München ist. In dem dicht besiedelten Gebiet leben mehr als 2,2 Millionen Menschen. (lrg/dpa)

Rubriklistenbild: © Menahem Kahana/AFP

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