Charlie Kirk erschossen: Trump-Vertrauter sprach über Gewalt, dann traf ihn die Kugel – US-Präsident wütet
VonHannes Niemeyer
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Der rechtskonservative Hardliner Charlie Kirk stirbt in den USA bei einem Attentat. Sein Tod bringt neue Schockwellen durch das gespaltene Land. Trump wütet.
Provo – Er sitzt an der Utah Valley University unter einem schattenspendenden Zelt, tritt an der Uni als Gastredner auf, dann fällt ein Schuss. Kurze Zeit später vermeldet US-Präsident Donald Trump den Tod des einflussreichen MAGA-Unterstützers Charlie Kirk. Der rechtskonservative Podcaster ist bei einem Attentat angeschossen worden, erlag wenig später seinen Verletzungen. Nun geht eine Schockwelle durch das Land.
Charlie Kirk tot: Trump-Vertrauter bei Attentat niedergeschossen
Denn Kirk war nicht einfach irgendein klassischer MAGA-Unterstützer. Er ist quasi ein Superstar unter ihnen gewesen. Millionen Menschen folgten ihm auf Social Media, er galt als eine der einflussreichsten rechtskonservativen Stimmen in den USA. Auch im Wahlkampf unterstützte er Präsident Trump prominent.
Nach den Schüssen am Mittag herrschte zunächst große Ungewissheit in Utah. Auf Videos in den sozialen Medien ist ein Schuss zu hören, Menschen rennen weg, schreien, werfen sich auf den Boden. Die Hochschule schrieb selber auf ihrem X-Kanal, dass ein Schuss abgefeuert wurde. Das Gelände wurde gesperrt. Eine Person wurde festgenommen, wenig später aber wieder freigelassen, wie das FBI mitteilte. Demnach ist der wahre Schütze zunächst flüchtig.
Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter
Trump verkündet Tod von Charlie Kirk selbst – Reaktionen überschlagen sich
In Utah gehen die Behörden derweil von einer gezielten Tat aus, da eben genau ein Schuss auf ein Opfer abgegeben wurde. Spencer Cox, republikanischer Gouverneur des Bundesstaates Utah bezeichnete den Schuss als „politisches Attentat“. Auf der Pressekonferenz wurde zudem der Verdacht geäußert, dass der Schütze sich auf einem Dach befunden haben soll. Auf Videos in sozialen Medien war zu hören, dass Kirk Fragen zu Waffengewalt in den USA gestellt wurden, kurz bevor er selbst von dem Schuss getroffen wurde. Demnach sagte er selber auf eine Frage zu Attentaten in den USA den Satz „Meinen Sie mit oder ohne Gang-Gewalt?“ – dann traf ihn die Kugel.
Die Reaktionen in den USA überschlagen sich seither. Nicht zuletzt, da Kirk eben derart einflussreich im rechtskonservativen Spektrum war. So war es auch US-Präsident Trump höchst selbst, der den Tod des Influencers verkündete. Trump schrieb, Kirk sei großartig und legendär gewesen. „Niemand verstand die Jugend in den Vereinigten Staaten von Amerika besser oder hatte ein besseres Gespür für sie als Charlie.“ Er sei von „ALLEN“ geliebt und bewundert worden, auch von ihm selbst, ergänzte Trump. „Charlie, wir lieben Dich!“ Außenminister Marco Rubio sprach von einer Ermordung.
Nach tödlichen Attentat auf Charlie Kirk: Trump wütet über „radikale Linke“
Trump ordnete an, dass die US-Flagge am Weißen Haus und anderen Gebäuden, darunter den Botschaften weltweit, als Trauerbekundung auf halbmast gesetzt wird. Die Tat ereignete sich zu einer Zeit, in der Amerika tief gespalten ist. „Es ist längst überfällig, dass alle Amerikaner und die Medien sich der Tatsache stellen, dass Gewalt und Mord die tragische Folge davon sind, wenn man diejenigen, mit denen man nicht einer Meinung ist, (...) verteufelt“, sagte der US-Präsident in einem Video, das er in den sozialen Medien veröffentlichte.
Direkt nach dieser Ansprache an „alle Amerikaner“, ging er zu einer Kritik an „radikalen Linken“ über. „Seit Jahren vergleichen radikale Linke wunderbare Amerikaner wie Charlie mit Nazis und den weltweit größten Massenmördern und Kriminellen“, sagte Trump. „Diese Rhetorik ist unmittelbar für den Terrorismus, den wir heute in unserem Land sehen, verantwortlich und das muss sofort aufhören“, fügte er hinzu. „Meine Regierung wird alle finden, die zu dieser Gräueltat und jeder anderen Form von politischer Gewalt beigetragen haben, auch die Organisationen, die diese finanzieren und unterstützen“, kündigte der Präsident an. Den USA droht eine erneute politische Eskalation.
Attentat auf Charlie Kirk: Droht nun politische Eskalation in den USA? Emotionen kochen hoch
Trump erwähnte bei seiner Aufzählung von politischer Gewalt in den USA auch das Attentat im Bundesstaat Pennsylvania im vergangenen Sommer, das er überlebt hatte. Politische Gewalt gegen demokratische Politikerinnen und Politiker, wie etwa die tödlichen Schüsse auf eine demokratische Abgeordnete und ihren Ehemann im Bundesstaat Minnesota in diesem Sommer, erwähnte er nicht. Über Kirks Tod sagte er: „Das ist ein dunkler Moment für Amerika.“
Nicht nur Trump scheint derweil vom Attentat aufgerüttelt. Auch in den sozialen Netzwerken folgten schnell viele drastische Reaktionen. Gar vom beginnenden Bürgerkrieg oder von Vergleichen mit dem Berliner Reichstagsbrand von 1933, der die Machtübernahme der NSDAP in Deutschland ermöglichte, war von republikanischen Hardlinern zu lesen. Der Tod Kirks könnte durchaus noch Folgen im tief gespaltenen Land haben.
Wohl auch deshalb versuchen auch die Demokraten, erste Wogen zu glätten, bevor es zu einer Eskalation kommt. Auf dem X-Account von Trumps Vorgänger, Demokrat Joe Biden, ist kurz nach der Todesnachricht zu lesen: „Es gibt keinen Platz in unserem Land für diese Form von Gewalt. Es muss jetzt enden.“ Er und seine Frau Jill beten für die Familie Kirks. Der Podcaster war Vater von zwei Kindern und verheiratet. (han/dpa/AFP)