VonChristoph Gschoßmannschließen
Wer ist Malu Dreyers designierter Nachfolger? Alexander Schweitzer wird Landeschef in Rheinland-Pfalz. Er sollte eigentlich bereits auf Beck folgen.
Mainz – Alexander Schweitzer übernimmt für Malu Dreyer: Der designierte Nachfolger der scheidenden rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) wird künftig Regierungschef in Rheinland-Pfalz. Führungserfahrung durfte Schweitzer jedoch bereits zuvor ausgiebig sammeln. In der Landes-SPD ist er seit langem als Kandidat für höchste Aufgaben im Gespräch. Schweitzer selbst sprach am Mittwoch (19. Juni 2024) ob Dreyers Entscheidung von einem „emotionalen Tag“ für die rheinland-pfälzische SPD.
Dreyer-Nachfolger Schweitzer setzt auf politische Kontinuität
Schweitzer setzte mit seinen ersten Worten als designierter Landeschef demonstrativ Zeichen der politischen Kontinuität. Er stehe „inhaltlich“ und „auch politisch“ hinter der in Mainz regierenden Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP, betonte Schweitzer, der am 10. Juli im Landtag gewählt werden soll. Er wolle das Bündnis auch nach der Wahl im Frühjahr 2026 gern fortsetzen.
Bereits seit seiner Zeit als Generalsekretär der Landes-SPD wird Schweitzer als Kronprinz gehandelt – damals noch nicht für Dreyer, sondern für den damaligen SPD-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Kurt Beck. Auch in den vergangenen Monaten wurde sein Name angesichts der zunächst ungeklärten Frage, ob Dreyer bei der nächsten Landtagswahl wieder antritt, oft genannt.
Alexander Schweitzer: Fußballfan beim 1. FCK und seit der Jugend bei der SPD
Seit drei Jahren sitzt Schweitzer als Arbeits- und Sozialminister im von Dreyer geführten Kabinett in Mainz. Davor war er bereits von 2013 bis 2014 einmal Landesminister – damals führte er ebenfalls das Arbeits- und Sozialressort. In der rheinland-pfälzischen SPD ist der 50 Jahre alte Schweitzer seit langem eine etablierte Größe. Es gibt kaum ein Spitzenamt, das der im pfälzischen Landau geborene verheiratete Vater dreier Kinder noch nicht innehatte. Schon seit seiner Jugend gehört er den Genossen an, führte in den 90er zeitweise den Landesverband der Nachwuchsorganisation Jusos. Zwischen 2011 und 2013 war er Generalsekretär, von 2014 bis 2021 führte er die SPD-Fraktion im Landtag.
Laut Beobachtern ist Schweitzer in der rheinland-pfälzischen SPD verwurzelt und beliebt. Bei einem Parteitag im November erzielte er bei der Wahl der stellvertretenden Parteivorsitzenden nach Landeschef Roger Lewentz das beste Ergebnis. Knapp 92 Prozent der Delegierten stimmten für den Minister. Der designierte Ministerpräsident, der unter anderem auch als langjähriger Fan des Fußballvereins 1. FC Kaiserslautern bekannt ist, war jedoch nicht der einzige Anwärter für die Nachfolge Dreyers sowie die SPD-Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2026. Als Konkurrent galt insbesondere Innenminister Michael Ebling, der laut Beobachtern angeblich auch von Dreyer favorisiert worden sein sollte.
Dreyer macht Platz – Schweitzer: „Nicht weniger als eine Ära“ geht zu Ende
Die scheidende Landeschefin Dreyer trat diesem Eindruck am Mittwoch allerdings entgegen. Schweitzer sei „der richtige Mann“, sagte sie an dessen Seite in Mainz. Er habe durch seine zahlreichen Ämter alle nötigen Erfahrungen und zudem die Fähigkeit, Menschen anzusprechen und zu begeistern. Alle Entscheidungen seien innerhalb der SPD zudem im Team seit langem immer wieder in großer Eintracht besprochen worden.
Allen in seiner Partei sei laut Schweitzer bewusst, „dass nicht weniger als eine Ära zu Ende geht“, sagte der mit einer Körpergröße von mehr als zwei Metern sehr groß gewachsene Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dreyer in Mainz. Es seien „sehr große Fußstapfen“, in die er nun trete. Neben kommunalpolitischen Ämtern etwa im Kreistag des Landkreises Südliche Weinstraße saß Schweitzer bereits zwischen 2006 und 2009 darüber hinaus als Abgeordneter im Landtag. Nach einer Unterbrechung kehrte Schweitzer 2013 wieder ins Parlament zurück, das Mandat hat der studierte Jurist bis heute. (cgsc/afp)
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