Schon vor Potsdamer Geheimtreffen

„Remigration“-Treffen mit Sellner in Bayern: Zwei AfD-Abgeordnete offenbar dabei – Söder reagiert

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Rechtsextremist Sellner soll nicht nur in Potsdam, sondern auch im bayerischen Dasing vor AfD-Abgeordneten gesprochen haben. Und es gibt noch weitere Vorwürfe.

Update vom 31. Januar, 15.05 Uhr: Nachdem bekannt geworden ist, dass der Rechtsextremist Martin Sellner auch in Bayern von „Remigration“ sprach, meldete sich Ministerpräsident Markus Söder zu Wort. „Klare Kante gegen Rechtsextremismus und die AfD: Die neuen Enthüllungen zu einem radikalen Geheimtreffen auch in Schwaben machen größte Sorge“, schrieb er im Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter).

„Diese unerträglichen Vorgänge sind ein Angriff auf die Demokratie und das friedliche Zusammenleben in unserem Land“, hieß es weiter von Söder. Er forderte den Ausschluss der Teilnehmer aus der AfD-Fraktion und ein „Nachspiel“ im bayerischen Landtag sowie „eine genaue Prüfung durch die Verfassungsschutz-Behörden“. Söders Appell: „Wer AfD wählt, versündigt sich an der Demokratie und schadet sich selbst. Deshalb: Finger weg!“

Erstmeldung vom 31. Januar: Dasing – Seit Wochen sorgen Berichte über ein Geheimtreffen in Potsdam für Schlagzeilen: Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner, früherer Sprecher der Identitären Bewegung in Österreich, sprach dort vor Politikern, Wirtschaftschefs und anderen Teilnehmerin über Remigration, also die massenhafte Ausweisung von Menschen aus Deutschland. Jetzt wurde bekannt, dass Sellner offenbar rund zwei Wochen davor in Dasing in Schwaben zu Gast war. Dort soll er in einer Gastwirtschaft in der Gemeinde im Landkreis Aichach-Friedberg gesprochen haben.

Vor Potsdamer Treffen – Beitrag in den sozialen Medien zeigt Sellner in Bayern

Burkhard Körner, der Leiter des bayerischen Verfassungsschutzes, sprach über die Teilnahme des österreichischen Rechtsextremisten in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen. Ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz bestätigte im Anschluss der Zeitung, dass ein Social-Media-Beitrag Sellner als Redner bei der Veranstaltung am 11. November in Dasing zeigt. Sellner habe demnach auch dort als Hauptredner über eine „Remigration“ von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland gesprochen.

Bei dem Treffen in Dasing waren offenbar auch zwei AfD-Landtagsabgeordnete anwesend. Dies gehe aus einem weiteren Internetbeitrag hervor, so der Verfassungsschutz. Nach Recherchen der Augsburger Allgemeinen handelt es sich dabei um die beiden bayerischen Landtagsabgeordneten Franz Schmid und Daniel Halemba. Beide seien auf einem Foto von der Veranstaltung in Dasing zu sehen, so der Bericht.

Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner (M.) stellte offenbar auch in Dasing seine verfassungsfeindlichen Pläne vor. Die AfD-Abgeordneten Daniel Halemba (l.) und Franz Schmid (r.) sollen dabei gewesen sein.

Umstrittene AfD-Abgeordnete Halemba und Schmid wohl bei Sellner-Rede in Dasing dabei

Halemba hat bereits für Aufsehen gesorgt, da gegen ihn wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Verwendung von nationalsozialistischen Symbolen ermittelt wird. Zeitweise stand sogar im Raum, ihn direkt im bayerischen Landtag festzunehmen. Dies wurde von Martin Böhm, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD, als gute Gelegenheit betrachtet, um die Landtagspräsidentin Ilse Aigner zu diskreditieren, wie er selbst einräumte.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Schmid, der ebenfalls in Dasing dabei gewesen sein soll, steht ebenfalls in der Kritik. Der AfD-Politiker hatte nach dem jüngsten Parteitag der bayerischen AfD in Greding eine Diskothek besucht, in der Ausländerfeindliche Parolen skandiert worden waren. Das war auf einem Video zu sehen. Schmid bestätigte gegenüber der dpa den Discobesuch, wehrte sich aber gegen den Vorwurf, er habe mitskandiert.

Neue Recherchen zum Geheimtreffen in Potsdam weisen offenbar direkt auf AfD-Spitze

Unterdessen sind wohl auch neue Informationen zu dem in Potsdam abgehaltenen Geheimtreffen veröffentlicht worden, das seit Wochen für Aufsehen und Proteste sorgt. Dabei geht es um Arne Friedrich Mörig, der laut Recherchen des Medienhauses Correctiv bei diesem Treffen seine Pläne zur Gründung einer Agentur für rechte Influencer vorstellte. Der 31-Jährige wurde offenbar direkt aus Mitteln des AfD-Bundesvorstands für seinen Vortrag bezahlt. Dies geht jetzt aus Recherchen von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung hervor.

Die Gelder für Mörig, der der Sohn des Organisators des „Potsdamer Treffens“ ist, sollen sogar direkt aus dem persönlichen Budget der AfD-Bundessprecherin Alice Weidel stammen. Damit rückt das Geheimtreffen in Potsdam, bei dem unter anderem über Massenvertreibungen nicht assimilierter Staatsbürger aus Deutschland diskutiert wurde, näher an die Führungsspitze der Bundes-AfD. Die Partei hatte das Treffen bisher als private Zusammenkunft kleingeredet.

Neue Berichte über Geheimtreffen in Potsdam – Mörig soll schon seit 2022 Vertrag mit AfD gehabt haben

Mörig soll nach den Recherchen bereits seit Ende 2022 einen Vertrag mit der AfD gehabt haben und für den Bundesvorstand der Partei im Bereich Social Media tätig gewesen sein. Dieser Vertrag soll mittlerweile jedoch gekündigt worden sein.

Der 31-jährige Mörig soll seine Pläne zur Gründung einer rechten Influencer-Agentur auch dem AfD-Bundesvorstand vorgestellt haben. Dies geschah offenbar nach dem Treffen in Potsdam, aber noch bevor Correctiv darüber berichtete. Anfragen des NDR, WDR und der SZ zu dem Thema bei Weidel, Hartwig, Mörig und der AfD blieben bisher unbeantwortet.

Bislang war bekannt, dass zwei AfD-Abgeordnete sowie Weidels persönlicher Referent Roland Hartwig an dem Potsdamer Treffen teilgenommen hatten. Weidel entließ Hartwig kurz darauf, ohne die Gründe dafür genauer zu erläutern. Auch Mitglieder der CDU und Werteunion nahmen an dem Treffen teil. Gegen sie laufen Parteiausschlussverfahren und die CDU hat strenge Konsequenzen angedroht.

Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel

Die AfD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 an zweiter Stelle.
Die AfD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 an zweiter Stelle. Anders als jahrelang üblich, gab es bei ihrem Bundesparteitag im Januar 2025 in Riesa kaum große Streitthemen. Auch die Mitglieder des AfD-Bundesvorstands verbreiteten Harmonie (von links nach rechts): Carsten Hütter, Alice Weidel, Tino Chrupalla, Peter Boehringer und Heiko Scholz. In Riesa beschloss die AfD ihr Wahlprogramm.  © Sebastian Kahnert/dpa
Auf dem Parteitag wurde Parteichefin Alice Weidel zur Kanzlerkandidatin gekürt.
Im Mittelpunkt des Parteitags stand Alice Weidel, die die AfD mit einer schrillen Rede auf den Wahlkampf einschwor. Vor allem mit ihrer rigorosen Wortwahl schien sie den Nerv der Partei zu treffen. So forderte sie Rückführungen im großen Stil: „Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ Zuvor hatte sie diesen Begriff vermieden.  © Jens Schlüter/AFP
AfD-Bundesparteitag in Riesa
Tatsächlich ist nach Riesa rhetorisch kein Unterschied mehr zwischen Weidel und den Rechtsextremen auszumachen. Immer wieder gelang es ihr, die düstere AfD-Seele mit ihrer scharfen Wortwahl zu massieren. So prägte sie auch den irren Begriff ,,Windmühlen der Schande“.  © Sebastian Kahnert/dpa
AfD Parteitag 2013 in Berlin
Wie aber kam es zum Aufstieg der AfD? Los ging alles am 6. Februar 2013, als 18 Menschen im hessischen Oberursel (Taunus) die Partei „Alternative für Deutschland“ gründeten. Der erste AfD-Parteitag fand bereits am 14. April 2013 statt (im Bild). Bei der Bundestagswahl im selben Jahr erzielte die neue Partei aus dem rechten Spektrum auf Anhieb 4,7 Prozent – das beste Ergebnis, das eine neu gegründete Partei jemals bei ihrer ersten Bundestagswahl erzielen konnte.  © imago
Landesparteitag der AfD am 11. Januar 2014 in Gießen
Nahezu von Anfang begleiten Gegendemonstrationen die AfD-Veranstaltungen - wie hier der Landesparteitag am 11. Januar 2014 in Gießen. Der rechtspopulistischen Partei werden immer wieder Demokratie- und Europafeindlichkeit vorgeworfen. © imago stock&people
Dr. Konrad Adam, Journalist und Mitgebründer der Alternative für Deutschland (AfD)
Als einer der Gründungsväter der AfD gilt Konrad Adam. Der 1942 in Wuppertal geborene Journalist arbeitete für die Tageszeitungen FAZ und Welt. Zunächst war er Gründungsmitglied der eurokritischen Wahlalternative 2013 und wurde noch im selben Jahr einer von drei Bundessprechern der neu gegründeten AfD. Wie viele andere war Adam ursprünglich CDU-Mitglied, ehe er – vermutlich aus Enttäuschung über die als linksliberal wahrgenommene Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – eine neue Heimat in der AfD fand. Zwei Jahre blieb Adam Bundessprecher, doch bereits im Dezember 2015 begann er, sich von der Partei zu distanzieren. 2020 kündigte er seinen Austritt aus der AfD an, der am 1. Januar 2021 in Kraft trat. © imago
Konrad Adam, Bernd Lucke und Alexander Gauland auf dem ersten Parteitag der AfD in Berlin.
Das bekannteste Gesicht der AfD-Gründungsphase gehört dem Mann mit erhobenen Armen: Bernd Lucke. Geboren 1962 in West-Berlin und aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, studierte Lucke Volkswirtschaftslehre und wurde später in Hamburg Professor. Mit 14 Jahren trat Lucke in die CDU ein und verließ die Union 33 Jahre später, weil er mit der Eurorettungspolitik nicht einverstanden war. Der Euro und die EU wurden zu den zentralen Kritikpunkten, die Lucke in den folgenden Jahren bezogen auf die Bundespolitik äußerte. Ergebnis dieser Kritik war zunächst die eurokritische Wahlalternative 2013, aus der am 14. April 2013 die AfD hervorging. © imago
rof. Dr. Bernd Lucke im Wahlkampf für die AfD
Bereits im September 2013 engagierte sich Prof. Dr. Bernd Lucke im Wahlkampf für die AfD, wie hier auf einer Veranstaltung in Magdeburg. © IMAGO/Zoonar.com/Axel Kammerer
Bernd Lucke als Vorsitzender der AfD auf einem Parteitag
Auch Bernd Luckes Zeit in der AfD war nur eine kurze. 2014 ging er noch als Spitzenkandidat der „Alternative für Deutschland“ in den Wahlkampf für die anstehende Europawahl. Bis 2019 war Lucke im Anschluss Mitglied im Europäischen Parlament. Doch bereits 2015 deutete sich an, dass Lucke im internen Machtkampf in der AfD den Kürzeren ziehen könnte. Führende Köpfe der AfD wie Björn Höcke gerieten in Konflikt mit dem Vorsitzenden. Lucke ging und trat 2015 aus der AfD aus. Er gründete die nächste Partei: die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA). © imago
Olaf Henkel GER Berlin 20150112 Alternative für Deutschland Prof Hans Olaf Henkel Veranstaltun
Anfang 2014 wurde die AfD-Mitgliedschaft von Professor Hans-Olaf Henkel bekannt. Einen Namen machte sich Henkel als erfolgreicher Manager bei IBM. Später wechselte er auf die Verbandsebene und wurde Präsident des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie). 2014 zog er für die AfD ins Europaparlament ein. Für ein Jahr war Henkel sogar stellvertretender Bundessprecher der „Alternative für Deutschland“. 2015 trat Hans-Olaf Henkel wieder aus der AfD aus. © imago
Hans-Olaf Henkel, hier mit Ehefrau Bettina und ihrer Zwillingsschwester Almut
Seinen Bruch mit der AfD begründete Hans-Olaf Henkel, hier mit Ehefrau Bettina und ihrer Zwillingsschwester Almut beim Bundespresseball 2019, mit dem Rechtsruck der Partei. Gegenüber dem WDR bezeichnete Henkel die AfD im Jahr 2015 als „eine Art NPD-light, vielleicht sogar identisch mit der NPD“. Sein Engagement bei der AfD sieht Henkel mittlerweile offenbar kritisch: „Wir haben ein Monster erschaffen.“ © VISTAPRESS / G. Chlebarov via www.imago-images.de
Deutschland Essen Grugahalle 4 Ausserordentlicher AfD Parteitag Bernd Lucke nach der Wahl von F
Auf Bernd Lucke folgte an der Parteispitze der AfD Frauke Petry. Die studierte Chemikerin wurde 1975 in Dresden geboren. 2013 war sie bereits neben Lucke eine der drei Parteisprecherinnen der AfD. Außerdem wurde sie im selben Jahr zur Vorsitzenden der AfD Sachsen gewählt.  © imago
Frauke Petry AfD
Im Juli 2015 schließlich kam es zum internen Machtkampf in der AfD, den Petry für sich entscheiden konnte. Doch schon zwei Jahre später war auch für sie wieder Schluss. Ende September 2017 trat sie aus der AfD aus und gründete wie Lucke ihre eigene kleine Partei: Petry nannte sie „Die blaue Partei“. © Michael Kappeler/dpa
Prof. Dr. Jörg Meuthen (M.), Bundessprecher der AfD, Deutschland, Berlin, Bundespressekonferenz, Thema: AfD - Zu den Bu
Ein ähnliches Schicksal wie Petry und Lucke ereilte auch Jörg Meuthen (Mitte). Der 1961 in Essen geborene studierte Volkswirt wurde 2015 zu einem der zwei Bundessprecher der AfD gewählt. 2019 gelang ihm der Sieg bei der Wahl zum ersten Bundesvorsitzenden der AfD. Doch schon 2021 erklärte Meuthen, nicht erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. 2022 folgte dann der endgültige Austritt aus der Partei. Der ließ sich auf seine Niederlage im Machtkampf mit Björn Höcke und den rechtsextremen Kräften innerhalb der AfD zurückführen. © M. Popow/Imago
Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA)
Auftrieb erhielt die AfD auch durch ihre Nähe zur Pegida-Bewegung. Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) demonstrierten ab 2014 in Dresden und später in weiteren Städten. Immer wieder schlossen sich AfD-Leute den Demonstrationen an, darunter 2018 in Chemnitz auch Björn Höcke. © Ralf Hirschberger/dpa
Beatrix von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg
Auch Adel findet sich unter den Führungspersönlichkeiten der AfD: Beatrix von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, war einst bei der FDP und gehörte 2013 zu den Gründungsmitgliedern der AfD. Sie war von Dezember 2019 bis Juni 2022 stellvertretende Bundessprecherin ihrer Partei. Seit Oktober 2017 ist sie eine der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion. © Moritz Frankenberg/dpa
Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein im Sitzungssaal des schleswig-holsteinischen Landesverfassungsgerichts.
Auch Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein wurde aus der AfD ausgeschlossen. Sayn-Wittgenstein soll für einen rechtsextremistischen Verein geworben haben, der auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD stand. Doch die 1954 geborene Rechtsanwältin wehrte sich erfolgreich gegen den Parteiausschluss, den ein Bundesschiedsgericht 2019 beschlossen hat. Im April 2021 urteilte das Landgericht Berlin, dass der Ausschluss aufgrund formaler Fehler unwirksam sei. Damit war sie wieder Parteimitglied. Im Februar 2024 zog der AfD-Bundesvorstand seine Berufung beim Berliner Kammergericht zurück, wodurch das Urteil rechtskräftig geworden ist.  © Marcus Brandt/dpa
Alexander Gauland, heute AfD-Mitglied, früher Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung
Ein Urgestein der AfD, das all die personellen Wechsel überstanden hat und immer noch da ist: Alexander Gauland. Geboren 1941 in Chemnitz, war Gauland vor seiner aktiven politischen Karriere Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). CDU-Mitglied wurde der gelernte Jurist bereits 1973, ab 1987 übernahm er verschiedene politische Ämter, vor allem für die Union in Hessen. CDU-Mitglied blieb Gauland bis 2013, ehe er die AfD mitgründete. Im Jahr 2017 wurde Gauland Bundessprecher der AfD (bis 2019). Von 2017 bis 2021 war er neben Alice Weidel einer von zwei Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion. 2021 gab er dieses Amt wieder ab, blieb der Partei aber als Ehrenvorsitzender erhalten. © imago
AfD-Chefin Alice Weidel
Alice Weidels Aufstieg in der AfD begann mit ihrem Parteieintritt im Jahr 2013. Zwei Jahre später wurde sie bereits in den Bundesvorstand gewählt. 2017 ernannte sie die Partei zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. Im selben Jahr wurde Weidel neben Alexander Gauland Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, die sie vier Jahre lang führte. © Sebastian Kahnert/dpa
Alice Weidel wohnt mit ihrer Partnerin Sarah Bossard
Alice Weidel wohnt mit ihrer Partnerin Sarah Bossard in einer eingetragenen Partnerschaft zusammen. Das Paar hat zwei Söhne. (Archivbild) © Michael Buholzer/dpa
Tino Chrupalla bei der AfD
Neben Alice Weidel machte in den vergangenen Jahren vor allem Tino Chrupalla bei der AfD von sich reden. Einst Mitglied der Jungen Union und nach eigenen Angaben langjähriger CDU-Wähler, trat Chrupalla 2015 in die AfD ein. 2017 zog er für die Rechtspopulisten in den Bundestag ein. Im selben Jahr wurde er zu einem von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion gewählt. © imago
Tino Chrupalla neben Jörg Meuthen
Im Jahr 2019 wurde Tino Chrupalla neben Jörg Meuthen zum Bundesvorsitzenden der AfD.  © Julian Stratenschulte
Alice Weidel und Tino Chrupalla
In den Wahlkampf für die Bundestagswahl 2021 zog die AfD mit einer Doppelspitze, bestehend aus Alice Weidel und Tino Chrupalla. Beide stehen seitdem als Bundessprecherin und Bundessprecher an der Spitze der Partei.  © Kay Nietfeld/dpa
Björn Höcke war zwar nie Vorsitzender der AfD,
Björn Höcke war zwar nie Vorsitzender der AfD, gilt aber dennoch als einer der einflussreichsten Personen innerhalb der rechtspopulistischen Partei. Wie Chrupalla gibt auch er an, einst überzeugter Anhänger der CDU und Mitglied der Jungen Union gewesen zu sein. 2013 trat er der AfD bei. © Christoph Soeder/dpa
Björn Höcke den AfD-Landesverband
Ebenfalls 2013 gründete Björn Höcke den AfD-Landesverband in Thüringen. Kurze Zeit später kam es zum Streit mit dem damaligen Bundesvorstand der AfD, der 2017 sogar den Parteiausschluss Höckes beantragte. Den Machtkampf mit der alten Garde der AfD gewann aber Höcke. Er ist weiterhin Parteimitglied, während Widersacher wie Bernd Lucke, Frauke Petry oder Jörg Meuthen die Partei verlassen haben. © Sebastian Kahnert/dpa
André Poggenburg in Leipzig
Anders erging es da einem einstigen Verbündeten von Björn Höcke: André Poggenburg. Gemeinsam mit Höcke hatte der ehemalige Vorsitzende der AfD Sachsen-Anhalt 2015 ein Positionspapier des „AfD-Flügels“ verfasst und damit wie Höcke den Ärger der Parteiführung auf sich gezogen. 2019 plante der AfD-Bundesvorstand, Poggenburg für zwei Jahre von allen Parteiämtern auszuschließen. Dazu kam es nicht, denn Poggenburg trat kurz darauf aus der AfD aus und gründete in alter Tradition ehemaliger AfD-Politiker eine eigene Partei unter dem Namen „Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland“. Inzwischen ist er parteilos. © Sebastian Willnow/dpa
AfD-Parteitag Riesa - Proteste
Mit dem Aufstieg der AfD zur bundesweiten Größe und dem Einzug in zahlreiche Landesparlamente sowie den Deutschen Bundestag mehrte sich auch der Protest gegen die Rechtspopulisten. Der AfD-Bundesparteitag in Riesa im Januar 2025 wurde von zahlreichen Demonstrationen begleitet. © Daniel Wagner/dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa mit Alice Weidel
Die Proteste hielten die Delegierten auf dem AfD-Bundesparteitag aber nicht davon ab, Alice Weidel zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2025 zu ernennen. Die AfD stellt damit erstmals in ihrer Geschichte eine eigene Kanzlerkandidatin. © Sebastian Kahnert/dpa

Konto von AfD-Kreisvorstand spielte bei Potsdamer Treffen offenbar eine Rolle

Die neuen Recherchen deckten zudem offenbar noch eine weitere Verbindung zwischen der AfD und der sogenannten „Düsseldorfer Runde“ auf, die sich regelmäßig in der Villa in Potsdam versammelt haben soll. Veranstalter Gernot Mörig soll vorgeschlagen haben, dass Spenden auf das private Konto seines Schwagers überwiesen werden. Laut WDR, NDR und SZ ist dies Thomas Grebien, Mitglied des AfD-Kreisvorstands im Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Grebien war zudem Mitbegründer der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ), die 2009 verboten wurde.

Auf Nachfrage teilte der Kreisvorsitzende der AfD in Plön mit, dass er nichts von der früheren Rolle seines Beisitzers bei der HDJ und im Kontext der Düsseldorfer Runde gewusst habe. Er äußerte sich nicht zu möglichen Konsequenzen. Weder die Bundes-AfD noch Thomas Grebien selbst haben sich zu der Angelegenheit geäußert.

Redakteurin Stephanie Munk hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Imago (Bildmontage)

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