Nuklearwaffen

Muntere Aufrüstung: Schon jetzt genug Sprengkraft, um die Menschheit auszulöschen

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Auch ohne Aufrüstung gibt es bereits Tausende Atomsprengköpfe auf der Welt. Ein Überblick, welche Länder wie viele besitzen.

Seit 80 Jahren bedrohen Nuklearmächte alles Leben auf der Erde. Mit den Abwürfen der beiden ersten gefechts- bereiten Atombomben „Little Boy“ und „Fat Man“ am 6., beziehungsweise 9. August 1945 über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki führten die USA vor, was für eine verheerende Wirkung Kernwaffen haben.

Seitdem wurden nukleare Waffen nicht mehr in Gefechten eingesetzt, traten Ost und West aber in einen atomaren Wettlauf miteinander und lebt die Welt mit der konstanten Drohung, sie könnte bei einem „Schlagabtausch“ ausgelöscht werden.

Nach dem Ende des Kalten Krieges verringerten die Großmächte ihre Atom-Arsenale – aber bauten sie nie vollständig ab.

Während sich einige Mächte zurückhalten, drohen Russland und Nordkorea offen mit Atomwaffen

Die dauerhaft miteinander verfeindeten Staaten Indien und Pakistan halten für ihre Waffen an den einst eingestellten Zielen beim jeweils Anderen fest. Israel hat seine Nuklearbewaffnung als letzte Möglichkeit der Vergeltung, sollte das Land vor seiner Auslöschung stehen (im Krieg 1973 waren die Jagdbomber dafür bereit zum Abheben). Für Großbritannien und Frankreich gelten ihre jeweils eigenen Arsenale als Beweis ihres globalen Machtstatus seit Eintritt in den UN-Sicherheitsrat 1945, China ist diesem Beispiel gefolgt und hat bislang ebenso wenig politisch offensiv mit seinen Atomwaffen gehandelt.

Das fast völlig selbstisolierte Nordkorea droht durch „Raketentests“ kontinuierlich seinen demokratischen Nachbarn mit einem Erstschlag. Wie viel Substanz hinter diesen Drohungen steckt, lässt sich diskutieren…

Nach Daten des schwedischen Friedensinstituts Sipri mit Stand 2024 verfügt Nordkorea über 50 Atomsprengköpfe. Das ist zahlenmäßig nichts im Vergleich zu den mindestens 5580 Sprengköpfen, mit denen Russland spielt (und immer öfter droht).

Das vom russischen Fernsehsender RU-RTR zur Verfügung gestellte Standbild zeigt eine russische Sarmat-Interkontinentalrakete.

Nukleare Aufrüstung: In der Summe sind es 12.121 Atomsprengköpfe

Die USA verfügen laut Sipri über etwas weniger Sprengköpfe: 5044. Mit gehörigem Abstand folgt dann die Volksrepublik China mit 500, dahinter liegen Frankreich mit rund 290 und Großbritannien mit 225 nuklearen Sprengköpfen. Indien soll 172 haben und Pakistan 170. Israel werden 90 zugerechnet. Zusammen wären das 12.121 Atomsprengköpfe, von denen 9585 laut Sipri operativ sein sollen.

Die Hiroshima-Bombe besaß eine Sprengkraft von 13.000 Tonnen TNT (dieser Sprengstoff dient als Vergleichsgröße). Die größte – bei einem atmosphärischen Test 1961 – gezündete Atombombe, die sowjetische „Zar“, besaß eine Sprengkraft von 57 Millionen Tonnen TNT. Die Entwicklung von Nuklearwaffen ist seitdem nicht dahin gegangen, ihre Sprengkraft zu verringern (auch wenn Waffen mit weniger Sprengkraft für den „taktischen“ Einsatz, also auf einem begrenzten Schlachtfeld, verbessert wurden).

Ein atomarer „Schlagabtausch“ wäre nichts anderes als das Ende der Menschheit

Da man auf der zunehmend urbanisierten Erde von Millionen Opfern je Stadt und je Sprengkopf ausgeht, ergibt eine Überschlagsrechnung, dass die Menschheit sich allein mit den kombinierten Arsenalen der USA und Russlands so gut wie auslöschen könnte. Wer den „Schlagabtausch“ überlebt, würde dann an Strahlenkrankheit sterben – siehe den AKW-Unfall von Tschernobyl.

Ein Atomkrieg würde das stark angeschlagene Erdklima zerstören und durch die Explosionen den Planeten in eine atmosphärische Staubschicht einhüllen, durch die nicht genug Sonnenlicht dringen kann, um das Leben zu erhalten. Dieser „nukleare Winter“ wäre dann das letzte Kapitel der Geschichte der Menschheit. (Peter Rutkowski)

Rubriklistenbild: © -/RU-RTR Russian Television/AP/d

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