Die Gräuel des Zweiten Weltkriegs dienten als Ausgangspunkt zur Gründung der Vereinten Nationen. Deutschland trat der UN aber erst sehr spät bei.
New York: Nach dem Scheitern des Völkerbundes und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mussten neue Strategien zum Erhalt des weltweiten Friedens entwickelt werden. Die Vereinten Nationen waren das Ergebnis zahlreicher Verhandlungen zwischen 50 alliierten Staaten, deren gemeinsame Beschlüsse 1945 unterzeichnet und die UN somit gegründet wurde.
Gründung
24. Oktober 1945
Mietgliedsstaaten
193 Staaten weltweit
Hauptsitz
New York City
Generalsekretär
Antonio Guterres
Beitritt Deutschlands
18. September 1973
Die Geschichte der Friedensorganisation UN
Bereits während des Ersten Weltkriegs bestand die Idee eines internationalen Staatenbunds zur Sicherung des Friedens. Dieser Traum wurde aber mit dem Scheitern des Völkerbundes und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zunächst zerschlagen. Die verheerenden Konsequenzen des Weltkriegs veranlasste eine Vielzahl an Staaten in Verhandlungen um einen neuen Staatenbund zu treten.
1941 entwarfen der US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill die sogenannte Atlantic Charta, ein Grundlagenpapier für zukünftige internationale Politik und die Sicherung des Friedens. 1942 unterzeichneten zunächst 26 Länder diese Charta und einigten sich auf die dort festgehaltenen Ziele.
Die UN als Gegengewicht zu Nazi-Deutschland
1943 bekräftigten die USA, die UDSSR (heute Russland) und Großbritannien auf einer Konferenz in Teheran erneut das Ziel der Vereinten Nationen. Dies geschah vor allem auch mit Blick auf den Kampf gegen das nationalsozialistische Regime in Deutschland. Bis 1944 wurden weitere Treffen zwischen Staaten zur Verhandlung über Ziele und Strukturen der UN abgehalten.
In Zuge dieser Verhandlungen wurden auch erste Strukturen für spätere Unterorganisationen der Vereinten Nationen, wie die Weltbank oder der internationale Währungsfonds, ausgearbeitet.
Das Ziel des negativen und positiven Friedens
Im Laufe der Gründungsphase hatten sich bis 1945, dem offiziellen Gründungsjahr der Vereinten Nationen, 50 Staaten gesammelt, die sich an der UN beteiligen wollten. Auf der Konferenz der Vereinten Nationen wurde eine 111 Artikel umfassende Charta, welche die Ziele und Prinzipien der UN zusammenfasste, von den versammelten Staaten verabschiedet.
Ziele der Charta waren der positive und negative Frieden. Negativer Frieden meint die Abwesenheit von genereller physischer Gewalt wie Krieg, wogegen positiver Frieden vor allem die Zunahme sozialer Gerechtigkeit und den Frieden zwischen Kulturen bedeutet. Die Staaten sprachen sich für eine Zusammenarbeit in den Themen Menschenrechte, Entwicklung, Wirtschaft und Kultur aus. Mit dem Inkrafttreten der UN-Charta am 24. Oktober 1945 endete der jahrelange Gründungsprozess der UN.
Der Beitritt Deutschlands in die Vereinten Nationen
Der Weg zu einem der einflussreichsten Mitgliedsstaaten innerhalb der UN begann für Deutschland erst sehr spät. Grund dafür war im Besonderen die Teilung Deutschlands nach der Kapitulation 1945. Da beide Staaten sich als deutscher Kernstaat betrachteten, verhinderten die jeweiligen Verbündeten den Beitritt in die UN. Möglich wurde der Beitritt erst mit einer Entscheidung des damaligen Bundeskanzlers der BRD, Willy Brandt (SPD).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die UN 1945 gegründet. Die Staatengemeinschaft setzt sich seither für weltweiten Frieden ein. Deutschland trat dem Staatenbund erst 1973 bei.
Der ehemalige Bundeskanzler änderte ab 1969 die Ostpolitik der BRD, um „normale gutnachbarliche Beziehungen“ zwischen Ost- und Westdeutschland aufzubauen. Damit wurde ein Beitritt beider deutschen Staaten 1973 möglich. Die Beteiligung Deutschlands innerhalb der UN stieg seit dem Beitritt stetig an. Ab 1990 kündigte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) eine aktive Rolle in der UN-Friedenssicherung an.
Seit dieser Ankündigung saß Deutschland insgesamt sechsmal im UN-Sicherheitsrat. Heute hat sich Deutschland außerdem zu einem der wichtigsten Geldgeber innerhalb der Vereinten Nationen entwickelt und investierte 2021 6,7 Milliarden Euro in den Staatenbund.
Die Unterorganisationen der UN
Den Vereinten Nationen gehören mittlerweile 193 Staaten an, was einen Großteil der Staaten weltweit ausmacht. Die UN setzt sich dabei aus insgesamt sechs Hauptorganen zusammen, die mit einer Vielzahl von Unterorganen, Sonder- und Partnerorganisationen das System des Staatenbundes bilden. Die Hauptorgane der UN sind:
Die Generalversammlung
Der Sicherheitsrat
Das Sekretariat mit dem Generalsekretär
Der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC)
Der internationale Gerichtshof
Der Treuhandrat
Auszeichnungen und Kritik an den Vereinten Nationen
Als Organisation zum Erhalt des Weltfriedens wurde die UN bereits mehrfach ausgezeichnet. Als eines der prominentesten Beispiele ist der Friedensnobelpreis zu nennen. Insgesamt wurden neun Organisationen und 9 Einzelpersonen aus dem Umfeld der UN mit diesem Preis ausgezeichnet. Jüngstes Beispiel ist das Welternährungsprogramm (WFP), welches 2020 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Neben allen Auszeichnungen wird auch Kritik an der UN geübt. Diese bezieht sich vorwiegend auf die Machtverhältnisse innerhalb des Sicherheitsrates, in welchem die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs als ständige Mitglieder fungieren. Laut Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) steuern die fünf ständigen Mitglieder 37 % zum Haushalt der UN bei. Zum Vergleich entfallen auf Japan 20 % und auf Deutschland 10 %.
Weitere Kritik wird auch in Bezug auf die Sonderrechte der ständigen Mitglieder laut. So besitzen diese ein gesondertes Vetorecht, von welchem vor allem die USA und Russland reichlich Gebrauch machen, um Entscheidungen gegen die eigenen Interessen zu verhindern.