Ex-Bundeskanzlerin über Russland-Politik

Merkel verteidigt Bau von Nord Stream 2: „An Verbindung durch Handel geglaubt“

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Mit ihren aktuellsten Aussagen überrascht Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, nachdem es lange ruhig um sie war. Nun rechtfertigt sie den Bau von Nord Stream 2.

Berlin - 16 Jahre stand sie an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland und lenkte die Geschicke des Landes - auch mit Blick in Richtung Russland und der Ukraine. Seit der Amtsübernahme durch Olaf Scholz nur Monate vor dem Ukraine-Konflikt war es um Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel ruhig geworden. Damit war jetzt Schluss - mit ihren aktuellen Aussagen überrascht Merkel. Außenpolitische Fehler räumt die Altbundeskanzlerin keine ein, wohl aber Versäumnisse hinsichtlich ihres Einflusses auf Kreml-Chef Wladimir Putin gegen Ende ihrer Amtszeit.

Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland spricht sie auch über den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2, die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Fokus der Debatte um die Energieversorgung Deutschlands steht. Merkel rechtfertigt den Bau der Pipeline.

Merkel erklärt Standpunkt zum Zeitpunkt der Bau-Entscheidung zu Nord Stream 2

Die rund 1.234 km lange Erdgaspipeline Nord Stream 2 verläuft von Russland durch das Meer in Richtung Deutschland. Durch die Ostsee-Pipeline sollte russisches Gas geleitet werden - derzeit bleibt die Leitung angesichts der weltpolitischen Lage aber leer.

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel begründet ihre damalige Entscheidung für den Bau der Pipeline so: „Ich habe nicht an Wandel durch Handel geglaubt, aber an Verbindung durch Handel, und zwar mit der zweitgrößten Atommacht der Welt.“ Unter Berücksichtigung aller Umstände sei das damals keine einfache Entscheidung gewesen.

Schlussendlich ausschlaggebend für den Bau sei die These „Wenn Nord Stream 2 in Betrieb ist, wird Putin durch die Ukraine kein Gas mehr liefern oder sie sogar angreifen“ gewesen, so Merkel. Der Westen habe dafür gesorgt, dass Gas trotzdem durch die Ukraine geleitet worden sei und sie so weiter Transitgebühren erhalten habe.

Die lustigsten Grimassen der Ex-Kanzlerin und Kanzlerkandidaten 2021

Karikaturpuppen der Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU)
Karikaturpuppen der Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU). © Mark Harrison/dpa
Angela Merkel (CDU) sprüht vor Ekstase im Vogelpark Marlow
Angela Merkel (CDU) sprüht vor Ekstase im Vogelpark Marlow. © Georg Wendt/dpa
Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Heiko Maas (SPD) im Bundeskanzleramt
Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Heiko Maas (SPD) nehmen an der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teil. © Kay Nietfeld/dpa
Armin Laschet (CDU) beim ARD-Sommerinterview
Armin Laschet (CDU) sitzt beim ARD-Sommerinterview auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses. © Christophe Gateau/dpa
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) beim Bundesparteitag ihrer Partei
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) spricht beim Bundesparteitag der Grünen zu ihren Parteimitgliedern. © Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt an der Pressekonferenz nach der Ministerpräsidentenkonferenz teil. © Michael Kappeler/dpa
Olaf Scholz (SPD) isst eine Bratwurst
Olaf Scholz (SPD) isst eine Bratwurst beim Ehrenamtsfest des Turn Klubb zu Hannover. © Julian Stratenschulte/dpa
Hannelore Kraft (SPD) und Armin Laschet (CDU) bei einer Menschenkette
Hannelore Kraft (SPD) und Armin Laschet (CDU) nehmen in Köln an einer parteiübergreifenden Menschenkette teil. © Oliver Berg/dpa
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) schunkelt auf der Aschermittwochsveranstaltung der Partei
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) schunkelt auf der Aschermittwochsveranstaltung der Partei mit Mona Neubaur und Sven Lehmann. © Oliver Berg/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) verziehen ihre Gesichter
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) verziehen bei der Präsentation der aktuellen 2-Euro-Gedenkmünze „Brandenburg“ im Bundeskanzleramt die Gesichter. © Christoph Soeder/dpa
Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzen an einem Tisch.
Olaf Scholz (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzen im Schloss Meseberg an einem Tisch. © Ralf Hirschberger/dpa
Armin Laschet (CDU) richtet seinen Gürtel
Armin Laschet (CDU) richtet nach einer Pressekonferenz in Düsseldorf seinen Gürtel. © Monika Skolimowska/dpa
Annalena Baerbock(Bündnis 90/Die Grünen) schaut unter ein Rednerpult
Annalena Baerbock(Bündnis 90/Die Grünen) gibt nach der Vorstandssitzung ihrer Partei eine digitale Pressekonferenz und schaut unter das Rednerpult. © Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Daumen nach oben auf einer Baustelle
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt beim Besuch Heimatstadt Templin Daumen nach oben auf der Baustelle der neuen Kita im Bürgergarten. © Monika Skolimowska/dpa
Olaf Scholz (SPD) bei der ARD-Wahlarena in der Kulturwerft Gollan.
Olaf Scholz (SPD) betritt die ARD-Wahlarena zur Bundestagswahl in der Kulturwerft Gollan. © Axel Heimken/dpa
Armin Laschet (CDU) lacht während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) ein Pressestatement zur Flutkatastrophe gibt
Armin Laschet (CDU) lacht während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) ein Pressestatement zu den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen gibt. © Marius Becker/dpa
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) bei einer Wahlkampfveranstaltung
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Theaterplatz. © Robert Michael/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Glas Weißwein in der Hand auf einem Balkon des Bundeskanzleramts
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht auf einem Balkon des Bundeskanzleramts mit einem Weinglas in der Hand. © Paul Zinken/dpa
Olaf Scholz (SPD) schaut nach oben beim Auftakt seiner Wahlkampftour
Olaf Scholz (SPD) besucht zum Auftakt seiner Wahlkampftour durch den Nordosten das Unternehmen tfc – tools for composite. © Jens Büttner/dpa
Armin Laschet (CDU) bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung des CDU-Präsidiums
Armin Laschet (CDU) nimmt an der Pressekonferenz nach der Sitzung des CDU-Präsidiums im Konrad-Adenauer-Haus teil. © Michael Kappeler/dpa
Annalena Baerbock(Bündnis 90/Die Grünen) auf einer Bundesvorstandssitzung ihrer Partei
Annalena Baerbock(Bündnis 90/Die Grünen) spricht vor der Bundesvorstandssitzung ihrer Partei zu den Medienvertretern. © Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel lächelt bei einer Pressekonferenz
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzt in der Bundespressekonferenz und stellt sich den Fragen der Hauptstadt-Journalisten. © Wolfgang Kumm/dpa

Merkel: Gastransport aus Russland sei ökonomisch billiger gewesen, betont Ex-Bundeskanzlerin

Weiter erklärt Merkel, dass sie und ihre Regierung sich damals für russisches Gas entschieden hätten, weil es „ökonomisch billiger“ gewesen sei, als Flüssiggas „aus Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten und später auch aus den USA.“ Von der daraus entstandenen Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen versucht sich die neue Regierung, allen voran Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, nun mit Alternativen loszulösen.

Dazu gehört auch der Bau von LNG-Terminals. Zu den Flüssiggas-Terminals äußert sich Merkel ebenfalls. Grundsätzlich sei man bereits gewesen, den Bau solcher Terminals mit Steuergeldern zu fördern, allerdings hätte sich dafür kein Unternehmen gefunden, „weil sich kein Importeur fand, der wegen des hohen Preises im Voraus langfristige Kapazitäten gebucht hätte“, so Merkel.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Thomas Trutschel/photothek.de

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