Von Niklas Noack
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Friedrich Merz (CDU) will einen neuen Namen für die Koalition mit der SPD. Die Grünen, vor allem Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang, wollen dem Kanzler in spe dabei helfen.
Berlin - Friedrich Merz , der Kanzler in spe, hat bereits zu kämpfen. Nicht nur mit der SPD , mit der er künftig regieren will, sondern auch intern. Längst hat der CDU -Chef in der Union nämlich an Beliebtheit eingebüßt. Gründe dafür gibt es reichlich. Der größte dürfte seine Kursänderung bezüglich der Schuldenbremse sein. Laut dem ZDF -Politbarometer finden 44 Prozent der Anhänger von CDU und CSU , dass Merz Wähler getäuscht hat. Das ist fast jeder Zweite.
Friedrich Merz ist die „GroKo“ zu klein Somit steht Merz vor der Herausforderung, sein Image wieder aufzupolieren. Ähnliches gilt bezüglich der wohl künftigen Koalition mit der SPD . Denn die einst sogenannte „GroKo“ hatte in der Vergangenheit ebenfalls nicht den besten Ruf. Dies könnte ein Grund sein, weshalb sich Merz einen neuen Namen für diese Konstellation wünscht.
Ricarda Lang (Grüne) macht sich über Friedrich Merz (CDU) lustig. (Montage)
© IMAGO / photothek/ photothek/ Bernd Elmenthaler
Offiziell merkte er jedoch an, für eine „große“ Koalition sei sie zu klein. Immerhin kam die SPD nur noch auf 16,4 Prozent, die Union auf 28.5 Prozent. Jedenfalls wird ein neuer Name gesucht. Generalsekretär Carsten Linnemann (CDU) sprach bereits von einer Arbeitskoalition und sagte außerdem: Schwarz-Rot müsse eine „Einfach-mal-machen-Koalition“ werden.
Die rasante Entwicklung von Ricarda Lang – in Bildern Ricarda Lang war zunächst Sprecherin der Grünen Jugend. Hier ist sie 2018 bei einer außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Hannover zu sehen. © picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte Ricarda Lang (4.v.l.) ist 2019 dabei, als sich der Grünen-Vorstand zur Jahresauftaktklausur am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder trifft. © picture alliance/dpa | Patrick Pleul September 2019: Ricarda Lang (2.v.r.) bibbert gemeinsam mit Robert Habeck (3.v.l.) den Ergebnissen der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen entgegen. © picture alliance/dpa | Annette Riedl Politik mit Leib und Seele: Als neue stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen spricht Ricarda Lang im November 2019 auf dem Bundesparteitag der Grünen. © picture alliance/dpa | Guido Kirchner Ricarda Lang spricht im Mai 2020 bei einer Kundgebung von Attac gegen eine Bewaffnung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen. Ricarda Lang spricht im Mai 2020 bei einer Kundgebung von Attac gegen eine Bewaffnung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen. © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen Auf eine Club-Mate mit den Grünen-Spitzenpolitikern Robert Habeck und Annalena Baerbock: Ricarda Lang (Mitte). Auf eine Club-Mate mit den Grünen-Spitzenpolitikern Robert Habeck und Annalena Baerbock: Ricarda Lang (Mitte) im November 2021. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht im November 2020 beim digitalen Bundesparteitag. Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht im November 2020 beim digitalen Bundesparteitag. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Die stellvertretende Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang versteht sich blendend mit Timon Dzienus, dem Bundessprecher der Grünen Jugend. Hier bei der Delegiertenkonferenz der Grünen Jugend im Jahr 2021. Bei der Europawahl 2019 scheiterte Ricarda Lang noch, doch bei der Wahl 2021 zog sie über die Landesliste in den Bundestag ein. Im Bild ist Lang im November 2021 mit Grüne-Jugend-Sprecher Timon Dzienus zu sehen. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Ricarda Lang von Bündnis 90/Die Grünen spricht bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag. Ricarda Lang wird 2022 zur Grünen-Chefin gewählt. Hier spricht sie im Januar 2022 bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Treffen der Koalitionsspitzen Die Ampel regiert. Hier zu sehen: Ricarda Lang, Lars Klingbeil und Omid Nouripour (l-r) während eines Koalitionsausschusses im September 2022. © picture alliance/dpa | Christoph Soeder Verstehen sich blenden: Klimaaktivistin Luisa Neubauer (l.) und die damalige Grünen-Chefin Ricarda Lang beim Bundesparteitag im Oktober 2022. Verstehen sich blendend: Klimaaktivistin Luisa Neubauer (l.) und die damalige Grünen-Chefin Ricarda Lang beim Bundesparteitag im Oktober 2022. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Beim Bundesparteitag der Grünen ging es im Oktober 2023 darum, wie die Klimakrise zu meistern ist. Im Bild: Ricarda Lang (l.) mit Cem Özdemir. Beim Bundesparteitag der Grünen ging es im Oktober 2022 darum, wie die Klimakrise zu meistern ist. Im Bild: Ricarda Lang (l.) mit Cem Özdemir. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Da war die Ampel-Regierung noch frohen Mutes: Die Grünen-Spitze um Omid Nouripour (l-r) und Ricarda Lang sowie Christian Lindner (FDP) und die SPD-Politiker Saskia Esken sowie Lars Klingbeil. Da war die Ampel-Regierung noch frohen Mutes: Die Grünen-Spitze um Omid Nouripour (l-r) und Ricarda Lang sowie Christian Lindner (FDP) und die SPD-Politiker Saskia Esken und Lars Klingbeil. © picture alliance/dpa | Christoph Soeder Ricarda Lang setzt sich stets fürs Gute ein: Hier ist sie beim Geschlechter-Gipfel im Hotel Adlon für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Ricarda Lang setzt sich stets fürs Gute ein: Hier ist sie beim Geschlechter-Gipfel im Hotel Adlon für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen zu sehen. © picture alliance/dpa | Annette Riedl Omid Nouripour und Ricarda Lang (M.) werden im November 2023 an der Grünen-Spitze wiedergewählt. Kurzes Bangen: Omid Nouripour und Ricarda Lang (M.) werden im November 2023 an der Grünen-Spitze wiedergewählt. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Ricarda Lang stimmt auf die Europawahl 2024 ein. Ricarda Lang stimmte Ende 2023 auf die Europawahl 2024 ein. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Im Dezember nach dem Angriff der Hamas auf Israel protestieren Demonstranten unter dem Motto „Deutschland steht auf - Nie wieder ist jetzt!“ gegen Antisemitismus. Unter den Protestierenden ist auch Ricarda Lang. Im Dezember nach dem Angriff der Hamas auf Israel protestieren Demonstranten unter dem Motto „Deutschland steht auf – Nie wieder ist jetzt!“ gegen Antisemitismus. Unter den Protestierenden ist auch Ricarda Lang. © picture alliance/dpa | Carsten Koall Ricarda Lang nimmt gemeinsam mit Janine Wissler (Die Linke) und den Mitarbeitern des Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB) an einer Demonstration vor dem Abgeordnetenhaus. Die Mitarbeiter des JKB streikten. Ricarda Lang nimmt gemeinsam mit Janine Wissler (Die Linke) und den Mitarbeitern des Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB) an einer Demonstration vor dem Abgeordnetenhaus teil. Die Mitarbeiter des JKB streikten im Januar 2024. © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen Ricarda Lang nimmt an der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV) teil. Ricarda Lang bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV). © picture alliance/dpa | Thomas Banneyer Nochmal Wahlergebnisse und Ampel „schöntrinken“: Ricarda Lang stürzt auf einer Party nach der Wahl in Sachsen ein Bier runter, allerdings ein alkoholfreies. Nochmal Wahlergebnisse und Ampel „schöntrinken“: Ricarda Lang stürzt auf einer Party nach der Wahl in Sachsen ein Bier runter, allerdings ein alkoholfreies. © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt Die Ampel ist im November 2024 am Ende und Ricarda Lang gibt zumindest die Parteispitze bei den Grünen frei. Die Ampel ist im November 2024 am Ende und Ricarda Lang gibt die Parteispitze bei den Grünen frei. © picture alliance/dpa | Michael Kappeler Bei ihrer Verabschiedung als Grünen-Chefin kommen Ricarda Lang die Tränen. Bei ihrer Verabschiedung als Grünen-Chefin kommen Ricarda Lang die Tränen. © picture alliance/dpa | Michael Kappeler Neben Ricarda Lang zieht sich auch Omid Nouripour von der Grünen-Spitze zurück. Neben Ricarda Lang zieht sich auch Omid Nouripour von der Grünen-Spitze zurück. © picture alliance/dpa | Michael Kappeler Franziska Brantner (l.) folgt auf Ricarda Lang an der Grünen-Spitze. Franziska Brantner (l.) folgt auf Ricarda Lang an der Grünen-Spitze. © picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod Seit ihrem Rückzug von der Grünen-Spitze wirkt Ricarda Lang wie befreit und wie noch lange nicht am Ende. Seit ihrem Rückzug wirkt Ricarda Lang wie befreit und ist noch lange nicht am Ende. © picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod Grüne machen sich über Friedrich Merz lustig Die Grünen machen sich derweil über die Namensdebatte lustig und fordern in den sozialen Netzwerken dazu auf, Vorschläge zu teilen. Bei Instagram schreibt die Partei: „Merz braucht Hilfe. Schon wieder.“ Das lässt sich Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang (Grüne) nicht zweimal sagen und schlägt, in Anspielung auf Merz‘ Tätigkeit beim Vermögensverwalter Blackrock, „Blackrot“ vor. Darin steckt außerdem das englische Verb „to rot“, also „verfaulen“.
Ein Vorschlag, der Merz wohl nicht gefallen dürfte. Statt mit Giftpfeilen von den Grünen beschäftigt sich der Kanzler in spe jedoch mit der Regierungsbildung. Zuletzt gestand er, dass bis Ostern nicht mit einem Vollzug zu rechnen ist. Am Dienstag (25. März) nimmt derweil der neue, also der 21. Bundestag, seine Arbeit auf. Zuletzt hatten drei Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg einen Brandbrief an Friedrich Merz geschickt .
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