VonRichard Stroblschließen
Ex-Präsident Donald Trump ist wegen der ersten Midterm-Ergebnisse offenbar wütend. Auch Frau Melania bekommt das wohl zu spüren – und muss als Sündenbock herhalten.
Florida – Bei den Midterm-Wahlen in den USA sagten nicht wenige Beobachter vorab einen erdrutschartigen Sieg für die Republikaner in beiden Kammern voraus. Dieser blieb, Stand jetzt, aus – und Biden-Berater sprachen schon jetzt von einer „historischen Trendwende“. Anders fühlt sich die Lage offenbar im Lager des Ex-Präsidenten Donald Trump an. Er scheint seiner Wut freien Lauf zu lassen.
US-Midterms bleiben enges Rennen: Trump „außer sich“
Noch am Dienstag hatte Trump mit seiner Frau Melania in Palm Beach gewählt. Bei einer eher spontanen Pressekonferenz – ohne Mikrofone – prophezeite Trump eine „großartige Nacht“ für die Republikaner. Der ehemalige US-Präsident hatte offenbar wenig Mühe, siegessicher aufzutreten. Und: Trump wollte wohl auch seine eigene politische Zukunft auf einen großen Sieg der Republikaner aufbauen. Immer wieder deutete er zuletzt eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt an – hatte sogar eine „sehr große Mitteilung“ für den 15. November in Aussicht gestellt.
Doch der Erdrutschsieg bleibt bislang aus. Auch am Tag nach der Wahl ist noch immer offen, wer in den beiden Kongresskammern die Mehrheit erreichen wird.
Diese Tatsache treibt Trump offenbar zur Weißglut. CNN berichtet unter Berufung auf einen Trump-Berater, dass der Ex-Präsident „wütend“ sei und „jeden anschreien“ würde.
Trump wegen erster Midterm-Pleite wütend – er gibt Melania die Schuld
New-York-Times-Reporterin Maggie Haberman berichtet ähnliches. So sei Trump am Morgen „außer sich“ gewesen, berichtete sie via Twitter. Besonderer Dorn im Auge war ihm dabei offenbar die Niederlage des Fernsehmoderators und Republikaners Mehmet Oz in Pennsylvania. Der Demokrat John Fetterman setzte sich in dem Bundesstaat in einem äußerst knappen Rennen um den US-Senatssitz durch. Zuvor hatten die Republikaner den umkämpften Senatssitz gehalten.
Trump is indeed furious this morning, particularly about Mehmet Oz, and is blaming everyone who advised him to back Oz -- including his wife, describing it as not her best decision, according to people close to him.
— Maggie Haberman (@maggieNYT) November 9, 2022
Trump würde jeden angreifen, der ihm geraten habe, Oz zu unterstützen, berichtete Haberman nun in dem Tweet. Dabei gibt Trump offenbar auch seiner Frau Melania die Schuld. Es sei „nicht ihre beste Entscheidung“ gewesen, wies er demnach die Verantwortung von sich.
