Gegen Behörden

Migranten-Abweisung an italienischer Küste: Deutsche Seenotrettung SOS Humanity geht vor Gericht

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Hilfe nötig: In Catania werden Migranten gehindert, das Boot der SOS Humanity zu verlassen

Gegen die Entscheidung der italienischen Behörden, 35 Migranten am Hafen von Catania nicht an Land zu lassen, wird die deutsche Rettungsorganisation SOS Humanity einen juristischen Antrag stellen.

Catania - Das teilte die Sprecherin des Vereins, Petra Krischok, am Dienstag mit. Über einen italienischen Anwalt sei bei einem Gericht in der sizilianischen Stadt ein Asyl-Eilantrag für die Migranten gestellt worden, die auch zwei Tage nach der Einfahrt in den Hafen von Catania immer noch auf dem Schiff «Humanity 1» bleiben mussten.

Beim Verwaltungsgericht in Rom wurde darüber hinaus Beschwerde gegen einen Erlass des Innenministeriums der neuen italienischen Rechtsregierung eingereicht. Der Erlass sieht vor, dass die «Humanity 1» die italienischen Gewässer wieder verlassen und alle Migranten mitnehmen muss, bei denen die Behörden keinen Notfall sehen. Dies sind 35 Migranten - alles Männer ,- die nach Auskunft von SOS Humanity vor allem aus Pakistan, Bangladesch und Ägypten kommen. Wann die Gerichte entscheiden, war zunächst offen.

«Es geht den Menschen nicht gut», sagte Krischok, die selbst an Bord des Schiffes ist. «Sie sind mental in keinem guten Zustand.» Die Crew versuche, den Männern Mut zu machen und die Angst zu nehmen, sie zurück nach Libyen zu bringen, wo sie losgefahren waren. Viele Gerettete sagten, dass sie lieber ertrinken würden als in das Bürgerkriegsland Libyen zurück zu müssen. (dpa)

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