Schwarz-rote Gespräche

Stotternde Koalitionsverhandlungen: Linnemann ordnet Berichte über „Dissenspunkte“ ein

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So geht es heute in den Koalitionsverhandlungen weiter: Die Arbeitsgruppen sollen ihre Ergebnisse einreichen. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker über die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD ist beendet. Alle weiteren Informationen finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update, 16.34 Uhr: Im Bundesgesetzblatt ist das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes für die Lockerung der Schuldenbremse und die Schaffung eines 500-Milliarden-Sondervermögens für Investitionen veröffentlicht worden. Dadurch tritt es an diesem Dienstag in Kraft. Die Änderungen betreffen die Artikel 109, 115 und 143 des Grundgesetzes.

Arbeitsgruppen geben heute Ergebnisse zu Koalitionsverhandlungen ab

Update, 15.45 Uhr: Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD könnte heute ein neuer Abschnitt starten. Die gemeinsamen Arbeitsgruppen sollen bis 17 Uhr ihre Resultate in schriftlicher Form einreichen. In den kommenden Tagen werden diese Resultate geprüft und zusammengefasst. Themen, bei denen noch keine Einigung erzielt wurde, sollen in der nächsten Woche in einem kleineren Kreis diskutiert werden.

Update, 14.50 Uhr: Felix Banaszak, der Co-Fraktionschef der Grünen, hat die potenzielle künftige Regierung aus Union und SPD davor gewarnt, sich in Energiefragen von Russland abhängig zu machen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Banaszak in Berlin mit den Worten: „Friedrich Merz und Lars Klingbeil müssen alles dafür tun und glaubwürdig versichern, dass aus dieser Koalition keine Moskau-Koalition wird.“

Innerhalb der Union und der SPD gebe es Stimmen, die eine Rückkehr zu russischem Gas befürworten würden, erklärte der Grünen-Politiker. Er betonte, dass „eine Reaktivierung dieser Gaspartnerschaft die Kriegskassen Wladimir Putins für künftige Angriffe auf seine Nachbarländer nur wieder füllen“ würde.

Update, 13.56 Uhr: Carsten Linnemann nahm Stellung zu den Rücktrittsdrohungen von Friedrich Merz, dem Vorsitzenden der CDU. Der Generalsekretär der CDU erklärte während einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus, dass Merz mit seiner Aussage „Ehrlichkeit“ gezeigt habe. Merz habe verdeutlichen wollen, dass ein Scheitern der Koalition den politischen Extremen zugutekommen würde. Linnemann hob zudem die Wichtigkeit eines stabilen Koalitionsvertrags hervor.

Update, 13.49 Uhr: War es ein Fehler, das Migrationsthema im Wahlkampf so in den Mittelpunkt zu stellen? Linnemann weist das zurück. Denn Parteien müssten im Wahlkampf sagen, „wofür sie stehen und wofür sie nicht stehen“. Das seien jedoch „100-Prozent-Aussagen“. Es komme nun auf die nächsten „Wochen“ an, sagte er mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen. Wenn der Koalitionsvertrag nicht stimme, ärgere man sich „zwei, drei Jahre“.

CDU-Chef Friedrich Merz hatte sich dafür ausgesprochen, die künftige Koalition nicht als neue Groko zu bezeichnen. Linnemann schlug dazu eine „Einfach-mal-machen-Koalition“ vor. Ihm gehe es aber zunächst darum, Ergebnisse zu liefern.

Diese bekannten Politiker sitzen jetzt nicht mehr im Bundestag

Christian Lindner
Die FDP ist an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und scheidet damit aus dem Bundestag aus. Noch 2017 hatte Parteichef Christian Lindner sie mit neuem Image und einem zweistelligen Ergebnis nach vier Jahren außerparlamentarischer Opposition wieder ins Parlament geführt – doch die Rechnung ging dieses Mal nach Ampel-Bruch und Unzufriedenheit der Wählerinnen und Wähler mit der Partei nicht auf.  © imago
Johannes Vogel, Fraktionsgeschäftsführer der FDP
Dem Wahlergebnis fiel damit auch Johannes Vogel zum Opfer. Er war zuletzt Fraktionsgeschäftsführer der FDP im Bundestag sowie stellvertretender Bundesvorsitzender. Durch das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde zieht auch er nicht wieder in den Bundestag ein.  © Rabea Gruber/dpa
FDP-Politikerin und frühere JuLi-Chefin Ria Schröder
Ria Schröder gilt als eine der personellen Hoffnungen der Freien Demokraten. Die Juristin war Vorsitzende der Jugendbewegung Junge Liberale und ist Mitglied des FDP-Bundesvorstands.  © Hannes P. Albert/dpa
Früherer FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai
Bijan Djir-Sarai saß ebenfalls für die FDP im Bundestag und war bis November 2024 ihr Generalsekretär. Nach dem Ampel-Bruch trat er von der Position zurück.  © Sebastian Gollnow/dpa
Linda Teuteberg, FDP-Spitzenkandidatin in Brandenburg
Linda Teuteberg hatte viel vor mit der FDP, als sie 2019 Generalsekretärin wurde. Von diesem Amt entfernte Christian Lindner sie jedoch zugunsten Volker Wissings schon vor dem Ende ihrer Amtszeit wegen Streitigkeiten. Auch sie ist durch das schlechte Abschneiden der FDP bei der Bundestagswahl 2025 nicht mehr im Bundestag vertreten. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Wolfgang Kubicki (FDP)
Auch den stellvertretenden Bundesvorsitzenden und FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki werden wir in dieser Legislaturperiode wegen des Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde nicht im Deutschen Bundestag sehen.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Dürr, Fraktionschef der FDP im Bundestag
Christian Dürr ist Mitglied im Bundesvorstand der FDP und war zuletzt Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Bundestag. Auch er scheidet mit seiner Partei wegen ihres schlechten Wahlergebnisses aus dem Bundestag aus.  © imago
Marco Buschmann, FDP
Marco Buschmann war in der Ampel-Koalition als Bundesjustizminister tätig. Mit dem Bruch der Ampel gab er das Amt jedoch an Volker Wissing ab, der nach dem Zerwürfnis der Koalition aus der Partei austrat.  © Michael Kappeler/dpa
Volker Wissing, ehemals FDP und mittlerweile parteilos
Volker Wissing, in der Ampel-Koalition Verkehrsminister und später zusätzlich Justizminister, ließ zwar nach dem Scheitern der Ampel seine Partei hinter sich. In den neuen Bundestag zieht der jetzt parteilose Rechtsanwalt aber trotzdem nicht ein. Er möchte sich aus der Politik zurückziehen und in seiner Kanzlei arbeiten. © Hannes P Albert/dpa
Jens Teutrine, früherer Chef der Jungen Liberalen
Jens Teutrine war wie Ria Schröder auch Chef der Jungen Liberalen, bevor er in den Bundestag einzog. Mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag endet auch sein Mandat. © Serhat Kocak/dpa
Bettina Stark-Watzinger, ehemalige FDP-Bundesbildungsministerin
Ein weiteres prominentes Gesicht der Ampel-Koalition verlässt den Bundestag: Bettina Stark-Watzinger, die während der letzten Legislaturperiode Bundesbildungsministerin war.  © Christine Schultze/dpa
Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin und frühere Linken-Chefin
Politisch eklatant unterschiedlich, eint sie doch dasselbe Schicksal: Wie die FDP scheiterte auch das BSW an der Fünf-Prozent-Hürde – und zwar äußerst knapp. Einst Linken-Chefin, gründete Sahra Wagenknecht Anfang 2024 das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Trotz des aus dem Stand starken Abschneidens bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg zieht das Bündnis nach der Bundestagswahl knapp nicht ins Parlament ein.  © Frank Ossenbrink/imago
Amira Mohamed Ali, frühere Linken-Politikerin, zum BSW gewechselt
Amira Mohamed Ali war einst Abgeordnete der Linken, gründete jedoch zusammen mit Sahra Wagenknecht das BSW. Sie ist Parteivorsitzende – und nicht mehr im Bundestag. © Christoph Hardt/imago
Sevim Dagdelen, frühere Linken-Politikerin, zum BSW gewechselt
Auch Sevim Dagdelen entschied sich zum Parteiaustritt aus der Linken und zum Eintritt ins BSW, das bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte und somit nicht im Bundestag vertreten ist.  © imago
Grünen-Politiker Cem Özdemir
Die Grünen verlieren nach der Bundestagswahl 2025 sogar ein Ministergesicht: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wird nicht mehr im Parlament vertreten sein. Jedoch entschied er das bereits selbst lange vor der Wahl. Er will der Bundespolitik den Rücken kehren und strebt in seiner Heimat Baden-Württemberg das Amt des Ministerpräsidenten an. © Hannes P Albert/dpa
Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar
Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar dürfte über die Grenzen Berlins hinaus nicht besonders bekannt gewesen sein – bis Ende 2024 Vorwürfe der Belästigung gegen ihn laut wurden. Eigentlich wollte er in seinem Wahlkreis Berlin-Pankow wieder zur Bundestagswahl antreten, jedoch entschied sich der Kreisverband bei einer erneuten Abstimmung stattdessen für Julia Schneider, die nun in den Bundestag einzieht. Die Vorwürfe hatten sich im Übrigen als falsch erwiesen.  © imago
Grünen-Politikerin Tessa Ganserer
Tessa Ganserer ist eine der bekanntesten Trans*-Politikerinnen Deutschlands. Im Bundestag setzte sich die Grüne vor allem für die Rechte queerer Menschen ein. Dass sie in der 21. Wahlperiode nicht mehr im Parlament sitzt, war ihre eigene Entscheidung. Sie trat nicht mehr als Kandidatin an. Wegen des „menschenverachtenden Hasses“, der ihrer Person entgegengebracht worden sei, wolle sie ihrem Leben noch einmal eine andere Richtung geben. © Dwi Anoraganingrum/imago
Grünen-Politikerin Renate Künast
Auch die prominente Grünen-Politikerin Renate Künast wird nicht mehr im neuen Bundestag vertreten sein – ebenfalls aus freien Stücken. Sie wollte nicht mehr antreten, „um Platz für Jüngere zu machen“, hatte Künast im Sommer 2024 erklärt. Vorher war sie bereits Landwirtschaftsministerin, Grünen-Fraktionschefin und Parteivorsitzende gewesen.  © Christoph Soeder/dpa
SPD-Politikerin Michelle Müntefering
Auch bei der SPD verlassen bekannte Gesichter den Bundestag. Michelle Müntefering (SPD), Ehefrau von Franz Müntefering, sitzt ebenfalls nicht mehr im Parlament. Das war jedoch schon vor der Bundestagswahl klar: Die SPD hatte nicht mehr sie, sondern Hendrik Bollmann für ihren Wahlkreis Herne - Bochum II nominiert. © M. Popow/imago
SPD-Politiker und ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, Michael Müller
Michael Müller (SPD) war einst Regierender Bürgermeister von Berlin und zog 2021 in den Bundestag ein. Damals hatte er in seinem Wahlkreis Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf die meisten Stimmen bekommen, diesmal landete er hinter Lukas Krieger (CDU) und Lisa Paus (Grüne) nur auf dem dritten Platz und verpasste damit sein Ticket ins Parlament.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert
SPD-Promi Kevin Kühnert hatte eine steile politische Karriere hingelegt. Er war Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD und seit 2021 Generalsekretär. Von dem Amt trat er 2024 zurück und kündigte an, sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurückzuziehen und nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen.  © Michael Kappeler/dpa
SPD-Politiker Michael Roth
Der hessische SPD-Politiker Michael Roth entschied sich ebenfalls weit vor der Wahl, nicht mehr für den Bundestag anzutreten. In seinem Fall spielte auch sein Einsatz für die Ukraine eine Rolle, der nicht allen in der Partei gefallen habe, und er habe sich mit der Zeit von den Sozialdemokraten und dem Politikbetrieb entfremdet. © imago
CDU-Politiker Helge Braun
Trotz ihres Wahlsiegs verliert auch die Union ein bekanntes Gesicht: Helge Braun war unter Angela Merkel Kanzleramtschef. Ende 2024 kündigte der Arzt aus Gießen an, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen.  © Kay Nietfeld/dpa
CSU-Politiker Peter Ramsauer
Auch aus der Schwesterpartei CSU verschwindet eine bekannte Persönlichkeit: Der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer scheidet aus dem Bundestag aus – auf eigenen Wunsch war er nicht mehr angetreten. © Michael Kappeler/dpa
Susanne Hennig-Wellsow, Die Linke
Auch die Linke verbüßt trotz überraschend starkem Wahlergebnis Abgänge: unter anderem Susanne Hennig-Wellsow. Die frühere Bundesparteivorsitzende ist nicht mehr zur Bundestagswahl angetreten. Sie wollte sich beruflich etwas Neuem widmen. © Frederic Kern/imago

Update, 13.43 Uhr: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann spricht nach der Gremiensitzung der CDU im Konrad-Adenauer-Haus. Bis 17 Uhr erwarte man die Papiere der Arbeitsgruppen zu den Koalitionsverhandlungen mit der SPD. Dabei zeigte sich der Generalsekretär optimistisch. Linnemann betonte dazu, dass man die „illegale Migration“ stoppen wolle. „Kurzum – kein Weiter so“, erklärt Linnemann.

Außerdem müsse man „verkrustete Strukturen“ in Deutschland angehen, um den Wirtschaftsstandort in Deutschland zu stärken. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag wolle man sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Berichte über „Dissenspunkte“ mit der SPD wies er ab. Es sei normal, dass man nicht in allen Punkten übereinstimme.

Update, 11.57 Uhr: Franziska Hoppermann, die als CDU-Bundestagsabgeordnete tätig ist, wird voraussichtlich die neue Schatzmeisterin der CDU. Die Diplomkauffrau soll Julia Klöckner ersetzen, die am Dienstag, dem 25. März, zur neuen Bundestagspräsidentin gewählt werden könnte. Diese Informationen stammen von der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die sich auf Angaben aus Parteikreisen beruft.

Update, 11.34 Uhr: Angesichts der ins Stocken geratenen Koalitionsgespräche mit der SPD fordern führende CDU-Politiker die von der Union zugesagte Neuausrichtung in der Migrations- und Wirtschaftspolitik. Vor den Beratungen der Parteiführung in Berlin betonte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt: „Die Menschen haben bei der Bundestagswahl Veränderung gewählt und nicht ein Weiter so“. Alle Beteiligten müssten „begreifen, dass es wirklich ein fokussiertes Angehen der Alltagssorgen der Menschen braucht“.

Hendrik Wüst, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, betonte: „Wir brauchen einen Politikwechsel in der Migrationspolitik, insbesondere auch in der Wirtschaftspolitik, damit die Jobs wieder sicher sind.“ Ein solcher Wandel vollziehe „sich im Allgemeinen nicht in Arbeitsgruppen oder Unterarbeitsgruppen“. Es sei, so Wüst weiter, nicht überraschend, dass „fundamentale Änderungen, wie wir sie brauchen, in der Chefrunde verhandelt werden“.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erwartet von der künftigen Bundesregierung unter dem voraussichtlichen Kanzler Friedrich Merz eine Verschärfung der Asylpolitik.

Update, 10.52 Uhr: Volker Wissing, der derzeitige Bundesverkehrsminister, lobte das von SPD und Union initiierte Investitionspaket für die Infrastruktur. Der ehemalige FDP-Politiker äußerte sich auf X: „Das beschlossene Finanzpaket ist ein Schritt in die richtige Richtung. Deutschland braucht moderne #Infrastruktur|en; der Investitionsbedarf ist hoch“.

Er betonte, dass diese Investitionen die „Basis für Wachstum und künftigen Wohlstand“ darstellen. Wissing forderte jedoch, dass die bereitgestellten Mittel „zielgerichtet und effektiv“ eingesetzt werden.

Frei warnt vor „unterschiedlichen Sichtweisen“ bei Union und SPD vor möglicher Koalition

Update, 10.30 Uhr: Thorsten Frei, der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, erkennt „sowohl beim Migrationsthema als auch bei der Innenpolitik insgesamt unterschiedliche Sichtweisen“ zwischen der SPD und der CDU/CSU.

Nach Abschluss der Arbeitsgruppenphase der Koalitionsverhandlungen ist er der Meinung, dass die potenzielle neue Regierung vor erheblichen Herausforderungen stehen könnte. Frei betonte vor Beratungen der CDU-Spitze in Berlin: „Es wäre also völlig verfrüht, jetzt da etwas Konkretes zu sagen. Wir sind mitten in den Verhandlungen und die werden uns vermutlich auch noch einiges abverlangen.“

Update vom 24. März, 9.50 Uhr: Ursprünglich hatte CDU-Chef Friedrich Merz eine Regierungsbildung bis Ostern anvisiert – inzwischen ist allerdings auch von Terminen im Mai die Rede. Viele zentrale Fragen sind in den Koalitionsverhandlungen noch offen. Doch SPD-Generalsekretär Matthias Miersch hat sich heute im Grundsatz optimistisch geäußert. „Wir wollen uns nicht unter zeitlichen Druck setzen“, sagte Miersch zu RTL/ntv.

Koalitionsverhandlungen von Union und SPD: Arbeitsgruppen präsentieren heute Ergebnisse

Erstmeldung: Berlin – In den Verhandlungen zwischen Union und SPD gibt es noch viele ungeklärte Punkte. Besonders bei Migration sowie Steuern und Finanzen bestehen weiterhin Differenzen. Die Arbeitsgruppen von CDU, CSU und SPD haben jedoch nicht mehr viel Zeit. Bis 17 Uhr müssen alle Vorschläge für einen möglichen Koalitionsvertrag der sogenannten Steuerungsgruppe präsentiert werden.

An diesem Montag (24. März) beenden Union und SPD die erste Phase ihrer Koalitionsverhandlungen. Die 17 Fachgruppen sollen bis 17 Uhr ihre Arbeit abschließen und die Ergebnisse einreichen. Übergeordnete Gruppen werden sich dann mit weiterhin strittigen Themen befassen. Im Laufe des Tages könnten sich Spitzenvertreter der potenziellen Koalitionspartner zum Stand der Beratungen äußern.

Für Lars Klingbeil (links) und Friedrich Merz (rechts) gibt es noch vieles zu verhandeln. (Archivbild)

Nach den Sitzungen von Parteipräsidium und Vorstand wird CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gegen 13.30 Uhr vor die Presse treten. Der SPD-Vorsitzende und Fraktionschef Lars Klingbeil wird gegen 17.40 Uhr vor den Kameras erwartet. Eine dreitägige „Redaktionsphase“ soll bis zum Ende der Woche stattfinden, in der die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengefasst werden. Anschließend werden die strittigen Punkte behandelt. Das ist dann der geplante weitere Ablauf:

  • 25. März: Nun beginnt die Redaktionsphase, für die drei Tage vorgesehen sind. In ihr werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengefasst und festgehalten, wo es noch Unterschiede in den Positionen gibt.
  • 28. März: Jetzt soll eine mehrtägige „Clearingphase“ starten. Hier würden laut CDU „letzte Uneinigkeiten und unklare Formulierung ausgeräumt“.
  • Anfang April: Die Schlussredaktion des Koalitionsvertrages beginnt. Danach soll ein fertiges Dokument vorliegen, über das die Parteien entscheiden sollen.
  • 20./21. April (Ostern): CDU-Chef Friedrich Merz wollte ursprünglich spätestens bis Ostern eine neue Regierung bilden. Inzwischen wird eher von einem Zeitpunkt danach ausgegangen.

CDU-Chef Friedrich Merz wünscht sich für die von ihm angestrebte Regierungskoalition mit der SPD einen anderen Namen als „GroKo“. Er sagte der Bild: „Eine ‚GroKo‘ kann man die geplante Koalition mit diesen knappen Mehrheiten im Parlament ja eigentlich nicht mehr nennen“, und bezog sich damit auf die Abkürzung für eine „Große Koalition“ aus Union und SPD. (Redaktion mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

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