VonSilvia Bielertschließen
Bei den Protesten im Iran wurden auch Kinder erschossen. Ajatollah Chamenei verurteilt die Demonstrierenden als „dem Land schädlich“.
Das iranische Mullah-Regime geht mit massiver und auch tödlicher Gewalt gegen Demonstrierende vor. Laut den Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch „wurden zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 3. Januar 2026 mindestens 28 Menschen – darunter Kinder – in 13 Städten erschossen“. Hunderte seien willkürlich festgenommen worden und von Folter und Misshandlung bedroht.
Die Organisationen sprachen mit 26 Menschenrechtler:innen, Journalist:innen und einer medizinischen Fachkraft. Außerdem werteten sie Videos und Bilder aus – auch mit Hilfe einer unabhängigen Fachkraft für Pathologie. Der Einsatz von „Schusswaffen, Schrotmunition, Tränengas und brutalen Schlägen gegen überwiegend friedliche Demonstrierende“ sei so dokumentiert worden, heißt es in einer Mitteilung. „Besonders betroffen sind die Provinzen Lorestan und Ilam, in denen kurdische und lurische ethnische Minderheiten leben“, schreibt Amnesty.
Die Gewalt werde zudem begleitet von „massenhaften willkürlichen Festnahmen, nächtlichen Hausdurchsuchungen und dem Verschwindenlassen von Personen“. Auch 14-Jährige wurden verhaftet. Für diese Menschen bestehe ein großes Risiko von Folter und Misshandlung. Möglicherweise erhöht sich auch die Zahl der Hinrichtungen weiter. Wie die FR berichtete, ließ das Mullah-Regime allein im Jahr 2025 mehr als 1500 Menschen ermorden, darunter Anhänger:innen der „Woman Life Freedom“-Proteste und Oppositionelle.
In der Nacht zum Freitag haben im Iran die größten Demonstrationen seit Beginn der jüngsten Protestwelle stattgefunden, die am 28. Dezember begann. Proteste gab es in der Hauptstadt Teheran, in der Großstadt Abadan, in Täbris im Norden und in dem religiösen Zentrum Maschhad, das einen der bedeutendsten Schreine des schiitischen Islam beherbergt. Hier forderten die Demonstrierenden nicht nur den Sturz der islamischen Republik, sondern auch die Rückkehr von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 im Zuge der islamischen Revolution gestürzten Schahs, aus dem Exil.
Irans oberster Führer hat die landesweiten Proteste gegen die Staatsführung scharf verurteilt. Ajatollah Ali Chamenei sprach von „dem Land schädlichen“ Menschen. „Gegenüber denen, die zerstörerisch handeln, wird die Islamische Republik nicht nachgeben.“ Sie richteten Zerstörung an, „nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut“. US-Präsident Donald Trump wiederholte seine Drohungen gegen die Führung in Teheran. Er werde „hart durchgreifen“, „wenn sie anfangen, Menschen zu töten“.
