Trump und Putin wollen über Ukraine verhandeln: Ort für Treffen steht fest – Baerbock schaltet sich ein
VonHannes Niemeyer
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Donald Trump und Wladimir Putin haben in einem Telefonat den unverzüglichen Start von Verhandlungen über die Ukraine vereinbart. Das teilte Trump nun mit.
Update vom 13. Februar, 5.50 Uhr: Nach fast drei Jahren Ukraine-Krieg könnte Bewegung in die Bemühungen um eine Friedenslösung kommen. Kurz vor dem dritten Jahrestag des russischen Angriffs telefonierte US-Präsident Donald Trump sowohl mit Kremlchef Wladimir Putin als auch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Es war der erste bestätigte Kontakt Putins mit Trump in dessen zweiter Amtszeit. Ein persönliches Treffen in Saudi-Arabien soll bald folgen.
Ende des Ukraine-Kriegs? Trump will mit Putin in Saudi-Arabien über Ukraine reden
Update vom 12. Februar, 22.10 Uhr: Laut US-Präsident Donald Trump findet das zuvor von ihm angekündigte erste Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Saudi-Arabien statt. Trump sagte dies am Mittwoch vor Journalisten im Weißen Haus. Eine Waffenruhe in der Ukraine könne „in nicht allzu ferner Zukunft“ erreicht werden, fügte er an.
Update vom 12. Februar, 21.44 Uhr: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat sich nach dem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump optimistisch zum Abschluss einer diplomatischen Lösung im Krieg gegen Russland gezeigt. „Wir glauben, dass die Stärke Amerikas groß genug ist, um gemeinsam mit uns und unseren Partnern Russland und (Kremlchef Wladimir) Putin zu Frieden zu zwingen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Das Telefonat mit Trump sei gut und ausführlich verlaufen, meinte er.
Update vom 12. Februar, 19.59 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat mit Blick auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine Rücksicht auf die ukrainische Position gefordert. „Es kann keine Entscheidungen über die Ukraine ohne die Ukraine geben“, sagte sie am Mittwoch in Paris zum Auftakt von Ukraine-Gesprächen mit mehreren europäischen Amtskollegen .Das Wichtigste sei aber, „dass der russische Präsident an den Verhandlungstisch kommt“, sagte sie mit Blick auf das Telefonat von Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin.
Auf eine Frage nach einem möglichen Einsatz von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine antwortete sie ausweichend. Die Europäer hätten bereits deutlich gemacht, „dass der Frieden dauerhaft nur erreicht werden kann, wenn wir als Nato-Partner mit unseren amerikanischen Freunden gemeinsam agieren“, sagte sie. Zur Sicherung des Friedens müsse über Gebietsfragen und Sicherheitsgarantien gesprochen werden, sagte Baerbock, „auch mit Blick auf eine Friedensmission“. Details dazu nannte sie nicht.
„Frieden wird nur gelingen, wenn die Ukraine eine bestmögliche Verhandlungsposition hat“, sagte die Außenministerin. „Dafür müssen wir auch auf unsere amerikanischen Freunde zählen können“, fügte sie hinzu und rief zu „Geschlossenheit mit unseren amerikanischen Partnern“ auf.
Trump und Putin vereinbaren „unverzügliche“ Ukraine-Verhandlungen
Erstmeldung: Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin einen „unverzüglichen“ Beginn von Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine vereinbart. Trump teilte am Mittwoch mit, er habe ein Telefonat mit Putin geführt. Der Kreml bestätigte das Telefonat und gab bekannt, Putin habe Trump nach Moskau eingeladen.
Langes und „hochproduktives“ Telefonat: Trump und Putin einigen sich auf sofortige Ukraine-Verhandlungen
Die Mitteilung Trumps erfolgte nach dem Telefonat auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“. Das Telefonat zwischen den beiden Staatschefs sei demnach lang und auch „hochproduktiv“ gewesen. Man wolle sehr eng zusammenarbeiten. Trump kündigte an, er wolle ebenfalls den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj anrufen und ihn über das Gespräch mit Putin informieren. Der russische Präsident habe mit Trump darin übereingestimmt, dass „eine langfristige Vereinbarung für die Ukraine durch friedliche Verhandlungen erreicht werden“ könne. Das Telefonat dauerte nach Angaben des Kreml eineinhalb Stunden.
Aus dem Kreml hieß es, Putin habe seine Bereitschaft erklärt, Repräsentanten des Weißen Hauses in Russland zu empfangen – auch zur Lösung des Ukraine-Konflikts, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Putin und Trump haben auch die Fortführung persönlicher Kontakte verabredet, darunter auch die Organisation eines persönlichen Treffens.“
Nach langem Telefonat: Putin hat Trump nach Moskau eingeladen
Putin habe Trump nach Moskau eingeladen. Er verwies in dem Telefonat aber darauf, dass Russland auf einer Beseitigung der Ursache des Konflikts bestehe. Nach Darstellung Moskaus wurde der russische Angriffskrieg durch das Streben der Ukraine in die Nato und die angebliche Unterdrückung der russischsprachigen Minderheit verursacht.
Zuvor hatten die USA erstmals detailliert dargelegt, wie sie sich ein Ende von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine vorstelle. Die Amerikaner halten dabei schmerzhafte Zugeständnisse Kiews für unausweichlich - unter anderem den Verzicht auf einen Nato-Beitritt. Außerdem sehen die USA die Europäer weitgehend alleine in der Pflicht, die Ukraine zu unterstützen und einen Frieden militärisch abzusichern - ohne amerikanische Truppen.
Trump und Putin wollen über Ukraine-Zukunft verhandeln – USA hat bereits detaillierten Plan
Noch im vergangenen Jahr hatte die Nato der Ukraine bei einem Gipfel in Washington zugesichert, ihr Pfad zur Mitgliedschaft sei unumkehrbar. Trumps Regierung sieht dies allerdings ganz anders. „Die Vereinigten Staaten glauben nicht, dass eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine ein realistisches Ergebnis einer Verhandlungslösung ist“, sagte Hegseth.
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Auch die Rückkehr zu den ukrainischen Grenzen vor 2014 ist demnach aus US-Sicht unrealistisch. „Dieses illusorische Ziel zu verfolgen, wird den Krieg nur verlängern und mehr Leid verursachen“, sagte er.