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Sonja Thomaser
Nils Thomas Hinsberger
Bedrettin Bölükbasi
Nach dem Anschlag auf eine Konzerthalle in Moskau sieht Putin radikale Islamisten in der Verantwortung. Der News-Ticker.
- Nach Moskau-Attentat: Faeser warnt vor Terrorgefahr in Deutschland
- Warnungen ignoriert?: USA sollen bereits Anfang April vor Angriffen gewarnt haben
- Zahl der Todesopfer in Moskau steigt weiter: Bundesregierung verurteilt den Anschlag
- Dieser News-Ticker zum mutmaßlichen Terroranschlag in Moskau wird laufend aktualisiert.
HINWEIS DER REDAKTION: Dieser News-Ticker ist beendet.
Update vom 25. März, 19.20 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat öffentlich „radikale Islamisten“ für den Anschlag in der Moskauer Konzerthalle verantwortlich gemacht. „Wir wissen, dass das Verbrechen von radikalen Islamisten begangen wurde“, sagte Putin am Montag bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen. Bei dem Anschlag waren mindestens 137 Menschen getötet worden. Die mutmaßlichen Attentäter wurden kurz darauf festgenommen.
Update vom 25. März, 14.00 Uhr: In Moskau ist die Lage nach dem Terroranschlag weiter enorm angespannt. Laut Nexta werden derzeit zahlreiche Menschen aus mindestens drei verschiedenen Einkaufszentren evakuiert. Dies betrifft das Einkaufszentrum Mozaika in der Koschuchowskaja-Straße sowie zwei Gorod-Einkaufszentren im Lefortowo-Gebiet und am Rjasanski-Prospekt.
Nach Anschlag bei Moskau: Massenevakuierung in Klinik nach Bombendrohung
Update vom 25. März, 11.50 Uhr: In Moskau wurden nach Angaben von Nexta 700 Menschen aus dem Krankenhaus evakuiert, in dem die Opfer des Terroranschlags behandelt werden. Telegramkanäle, die den russischen Strafverfolgungsbehörden nahe stehen, berichten, dass beim Pirogov National Medical and Surgical Center eine Bombendrohung eingegangen ist.
Das gesamte Krankenhauspersonal und alle Patienten wurden aus dem Gebäude entfernt. Die Informationen über die Bombe werden derzeit überprüft.
In #Moscow, 700 people were evacuated from the hospital where the victims of the terrorist attack were being treated
— NEXTA (@nexta_tv) March 25, 2024
Telegram channels close to Russian law enforcers report that the Pirogov National Medical and Surgical Center was informed of a bomb threat.
All hospital staff… pic.twitter.com/rGhJ0FQ4nk
Die Angaben lassen sich im Moment nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 25. März, 4.55 Uhr: Gezeichnet von üblen Gesichtsverletzungen sind die vier mutmaßlichen Attentäter des jüngsten Terroranschlags nahe Moskau dem Haftrichter vorgeführt worden. Die Angeklagten wurden am Sonntag von vermummten Sicherheitskräften ins Basmanny-Gericht in der russischen Hauptstadt gebracht und mit deutlich sichtbaren Blutergüssen, Schwellungen, Schürf- und Platzwunden in Glaskäfigen platziert. Einer von ihnen war offensichtlich nicht mehr in der Lage zu laufen und lag mit geschlossenen Augen festgeschnallt in einem Krankenstuhl. Ein anderer hatte einen wenig fachmännisch wirkenden Verband am rechten Ohr.
Vor dem Gerichtstermin waren Videoaufnahmen im Netz verbreitet worden, die zeigen sollen, dass die festgenommenen Männer gefoltert wurden und einem von ihnen gar ein Ohr abgeschnitten wurde. Ob die Aufnahmen authentisch sind, ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die eigentliche Anhörung fand hinter geschlossenen Türen statt, wie die russische Staatsagentur Tass berichtete. Der Terrorverdächtige auf dem Krankenstuhl, der den Anschlag gefilmt haben soll, hatte demnach „Schwierigkeiten zu sprechen“. Das Ermittlungskomitee wirft ihm und seinen drei mutmaßlichen Komplizen einen gemeinschaftlich verübten tödlichen Terroranschlag vor.
Anschlag bei Moskau: Frankreich ruft höchste Alarmstufe aus.
Update vom 24. März, 22.05 Uhr: Nach dem Anschlag auf einen Konzertsaal bei Moskau mit mehr als 130 Toten ruft die französische Regierung in ihrem Land die höchste Alarmstufe aus. Dies gab Premierminister Gabriel Attal am Sonntagabend im Onlinedienst X bekannt. Neben dem Angriff bei Moskau verwies er zur Begründung für die Anhebung der Gefahrenstufe auch auf „Bedrohungen, denen unser Land ausgesetzt ist“.
Update vom 24. März, 21.08 Uhr: Nach dem verheerenden Terroranschlag nahe Moskau hat ein Gericht der russischen Hauptstadt am Sonntagabend den Antrag auf Haftbefehle für zwei mutmaßliche Akteure des blutigen Attentats erhalten. Das Ermittlungskomitee habe sie bereits informiert, dass gegen sie Anklage wegen des gemeinschaftlich verübten tödlichen Terroranschlags erhoben werde, berichtete die Staatsagentur Tass. Insgesamt waren nach der Tat elf Verdächtige festgenommen, vier von ihnen gelten als die eigentlichen Todesschützen.
Anschlag in Moskau: Zahl der Toten steigt auf 137
Update vom 24. März, 18.26 Uhr: Wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, ist die Zahl der Toten nach dem Anschlag in Moskau auf 137 gestiegen. Der Pressedienst des russischen Untersuchungsausschusses sagte gegenüber der Agentur: „Die Identifizierung dieser Toten geht weiter. Bisher wurden 137 Leichen gefunden. Drei von ihnen sind Kinder. Die Untersuchung des Ortes geht weiter. Bislang wurden 62 Leichen identifiziert.“
Update vom 24. März, 16.50 Uhr: Nach dem Terroranschlag bei Moskau mit mehr als 130 Toten hat die Terrormiliz Islamischer Staat ein Video der Bluttat veröffentlicht. Der Propagandakanal Amak publizierte am Sonntag ein fast 90 Sekunden langes Video, das die Attentäter am Anschlagsort zeigen soll. In arabischen Untertiteln heißt es, Amak zeige „exklusive Szenen“ der „blutigen Angriffe auf Christen“.
Zu Beginn ist zu sehen, wie ein schwer bewaffneter Mann mit einem Sturmgewehr in einen Gang feuert, wo bereits viele leblose Körper auf dem Boden liegen. Die Kamera schwenkt daraufhin zu einem der mutmaßlichen Terroristen, der mit einem Messer auf eine Person am Boden einsticht. Daraufhin durchqueren vier Männer einen verlassenen Bereich der Crocus City Hall. Die Stimmen der mutmaßlichen Täter sind verzerrt.
Medwedew äußert sich zum Anschlag in Moskau
Update vom 24. März, 15.40 Uhr: Nach dem Terroranschlag in Moskau hat sich nun auch der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew zu Wort gemeldet und über eine Beteiligung der Ukraine spekuliert. In einem Beitrag auf dem Nachrichtendienst Telegram vom Sonntag drohte der Putin-treue Politiker, die Opfer des Moskauer Angriffs zu rächen. „Und jeder Beteiligte, egal woher er kommt oder welchen Status er hat, ist nun unser rechtmäßiges und offizielles Ziel.“
Bereits am Freitag hatte Medwedew auf seinem Telegram-Kanal einen Post abgesetzt, in dem er zunächst den Angehörigen der Getöteten sein Mitgefühl aussprach. Auch diesen Worten folgten jedoch Drohungen und Beschuldigungen. So äußerte er, dass „Terroristen nur Terror zur Vergeltung verstünden“ und dies auch in jenem Fall gelte, dass „wir herausfinden, dass es sich um Terroristen aus dem Regime in Kiew handelt“. Dazu ergänzte er: „Sie alle müssen gefunden und als Terroristen gnadenlos zerstört werden. Das schließt auch die Offiziellen des Staates ein, der so eine Grausamkeit begangen hat“.
Nach Anschlag in Moskau: 133 Todesopfer geborgen, 107 weitere schwer verletzt
Update vom 24. März, 9.50 Uhr: Die Eigentümerfirma des Konzertsaals, der bei dem tödlichen Anschlag am Freitag abgebrannt ist, verspricht einen Wiederaufbau des Gebäudes. „Wir werden diejenigen, die den Terroristen zum Opfer gefallen sind, nie vergessen. Was durch die schmutzigen Hände (der Terroristen) zerstört wurde, wird wiederhergestellt“, teilt die Crocus Group mit.
Die Crocus City Hall verfügte über mehr als 6000 Plätze. Sie wurde 2009 von der Crocus Group des Milliardärs Aras Agalarow am Rand von Moskau gebaut. Bei dem Anschlag schossen Bewaffnete in Tarnkleidung nach Angaben von Behörden wild um sich, anschließend brach ein Feuer aus, woraufhin das Dach einstürzte. Hunderte Feuerwehrleute versuchten über Stunden hinweg, die Flammen einzudämmen.
Update vom 24. März, 7.51 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden sind laut dem Gouverneur des Großraums Moskau 133 Leichen aus den Trümmern der Konzerthalle bei Moskau geborgen worden. Die Ärzte kämpften zudem „um das Leben von 107 Menschen“, sagt Andrej Worobjow, der Gouverneur der Region. Sie alle sind Opfer des Anschlags geworden, zu dem sich die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) bekannt hat.
Attentat in Moskau: Selenskyj weist Anschuldigungen aus Russland zurück
Update vom 23. März, 22.05 Uhr: Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat Anschuldigungen aus Russland zurückgewiesen, die Ukraine sei in den vermeintlichen Terroranschlag in Moskau eingebunden, berichtet die dpa. „Nach dem, was gestern in Moskau passiert ist, versuchen Putin und die anderen Bastarde natürlich nur, jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben“, so Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache.
Wladimir Putin hatte nach den Angriffen in Moskau verlauten lassen, dass die Täter in die Ukraine hätten fliehen wollen. Dies wies Selenskyj zurück und meinte, dass Putin lieber nachdenke, „wie er das in die Ukraine bringen kann“, statt sich um die russischen Bürger zu kümmern.
Außerdem warf der ukrainische Präsident Putin vor, ebenfalls Terror in seinem Krieg gegen die Ukraine zu verbreiten. „Sie haben Hunderttausende ihrer eigenen Terroristen hierher gebracht, auf ukrainischen Boden, um gegen uns zu kämpfen, und es kümmert sie nicht, was in ihrem Land geschieht“, so Selenskyj.
Zwei der Terrorverdächtigen von Moskau bereits getötet
Update vom 23. März, 21.45 Uhr: Es wird berichtet, dass zwei Personen, die an dem Anschlag in Moskau beteiligt waren, bereits getötet wurden. Laut BBC-Informationen wurde einer der Angreifer bereits in der Konzerthalle getötet. Ein anderer soll in der Region Brjansk sein Leben verloren haben.
Die Verstorbenen waren Angaben zufolge Staatsbürger Tadschikistans. Ein Gericht hatte einen von ihnen zu einer „kontrollierten, unabhängigen Ausreise“ aus Russland aufgefordert. Es wird angenommen, dass dieser Mann bereits 2018 seine Aufenthaltsdauer von 90 Tagen überschritten hatte.
Faeser warnt vor „akuter“ Terrorgefahr in Deutschland
Update vom 23. März, 20.30 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat nach dem Anschlag in Moskau auch die Terrorgefahr in Deutschland als „akut“ bezeichnet. Für sie sei nach der Bewertung der Situation plausibel, „dass die Terrorgruppe Islamischer Staat Provinz Chorasan den mörderischen Terroranschlag in der Nähe von Moskau zu verantworten hat“, so Faeser gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Von dem Ableger der IS, dem ISPK, gehe auch in Deutschland „die größte islamische Bedrohung aus“. Zu der historischen Region Chorasan gehören Teile der heutigen Länder Pakistan, Afghanistan und Iran.
Die erhöhten Schutzmaßnahmen an Weihnachten und Silvester in Köln hätten der Abwehr potenzieller Angriffe durch den ISPK gedient. „Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus bleibt akut“, so Faeser. „Die islamistische Szene steht im Fokus von BKA, Verfassungsschutz und der Sicherheitsbehörden der Länder.“
Den „feigen und brutalen Terroranschlag“ in Moskau hat die Innenministerin klar verurteilt. Den Familien und Angehörigen der Opfer sprach sie ihr Beileid aus.
Tusk warnt vor möglicher Gewalteskalation durch Anschlag in Moskau
Update vom 23. März, 19.25 Uhr: Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat davor gewarnt, den Anschlag in Russland als „Vorwand für eine Eskalation von Gewalt und Aggression“ zu nehmen. Außerdem sprach er den Angehörigen der Opfer der „furchtbaren Tragödie“ sein Beileid aus. Wladyslaw Kosiniak-Kamysz, Verteidigungsminister Polens, hatte außerdem angekündigt, die Truppen an der Ost-Grenze des Landes zu verstärken, berichtete die dpa.
Zahl der Toten nach Anschlag in Moskau steigt auf 140
Update vom 23. März, 18.55 Uhr: Laut dem russischen Gesundheitsministerium hat sich die Anzahl der Todesfälle infolge des Anschlags auf das Rathaus „Crocus“ in Moskau weiter erhöht. Aktuellen Berichten zufolge sind nun 140 Menschen durch den vermuteten Terrorakt gestorben, so die russische Nachrichtenagentur Tass. Darüber hinaus werden noch immer 105 Personen in Krankenhäusern behandelt.
Update vom 23. März, 17.45 Uhr: Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti hat berichtet, dass die Vereinigten Staaten den Anschlag in Moskau, bei dem mutmaßlich 130 Menschen ihr Leben verloren haben, scharf verurteilt haben soll. Antony Blinken, der Außenminister, drückte den Familien und Verwandten der Opfer sein „tiefstes Beileid“ aus. Er bezeichnete den Angriff als „abscheuliches Verbrechen“ und betonte: „Wir verurteilen den Terrorismus in all seinen Formen und stehen in Solidarität mit dem Volk“.
Update vom 23. März, 17.00 Uhr: Die vier vermeintlichen Attentäter von Moskau sollen mittlerweile identifiziert worden sein. Wie die Nachrichtenagentur Ria Novosti auf Telegram mitteilte, seien alle Verdächtigen keine russischen Staatsbürger. Einer der möglichen Täter soll mithilfe eines Dolmetschers auf Tadschikisch kommuniziert haben. Alle vier seien von einem bislang unbekannten Auftraggeber, der sich selbst „Assistent des Predigers“ nennen soll, gegen Geld für den Anschlag angeheuert worden sein.
Von dem „Assistent des Predigers“ hätten die Terrorverdächtigen den Zielort für ihren Anschlag erhalten. Waffen seien von einer „Organisation“ gestellt worden, heißt es in dem Beitrag. Was genau die Männer zu der Tat angetrieben habe, sei aus den Vernehmungen bislang nicht hervorgegangen. Einer der Männer soll von einer Bezahlung zwischen 500.000 und einer Million Rubel gesprochen haben (circa 9975 Euro). Die vermeintlichen Täter hätten außerdem gemeinsam in einer Wohnung im Norden Moskaus zusammengewohnt.
USA warnten wohl bereits Anfang März vor einem möglichen Terrorangriff
Update vom 23. März, 15.50 Uhr: Die USA sollen Russland Anfang März vor möglichen Terrorangriffen in Moskau gewarnt haben. Wie eine Quelle des russischen Geheimdienstes mitteilte, habe Russland über die Warnung Bescheid gewusst, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Jedoch sollen die Warnungen von „allgemeinem Charakter, ohne jegliche Spezifizierung“ gewesen sein.
Die USA sollen mittels Geheimdienstinformationen über mögliche Aktionen des sogenannten Islamischen Staats in Russland Bescheid gewusst haben. Auch andere westliche Länder hätten die Warnungen wiederholt. Bereits am 7. März habe die US-Botschaft in Moskau auf ihrer Website vor möglichen Angriffen des IS gewarnt.
Update vom 23. März, 15.20 Uhr: Nach dem Terroranschlag in Moskau, ist die Zahl der Todesopfer auf 133 gestiegen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti. Das teilte der verantwortliche Untersuchungsausschuss auf seinem Telegram-Kanal mit. „Während der Trümmerräumung im Konzertsaal Crocus City Hall stieg die Zahl der Todesopfer infolge des Terroranschlags auf 133 Menschen. Die Suchbemühungen gehen weiter“, schreibt der Ausschuss in dem Beitrag.
Putin macht Ukraine für Anschlag in Moskau verantwortlich
Update vom 23. März, 13.40 Uhr: Der russische Machthaber Wladimir Putin hat bei seiner Ansprache nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Moskau auch die Ukraine für den Vorfall verantwortlich gemacht. „Die vier Terroristen, die direkt am Angriff beteiligt waren und gefasst wurden, wollten in die Ukraine fliehen“, so Putin laut russischen Staatsmedien. Zugleich betonte er auch, die Ukraine habe den Angreifern an der Grenze ein „Fenster“ zur Flucht auf ukrainisches Territorium öffnen wollen.
„Wir werden alle Beteiligten identifizieren und bestrafen“, verkündete der Kreml-Chef und sagte, es gehe darum zu verhindern, dass die „Hintermänner“ der Angreifer weitere solche Anschläge verüben können. „Die Organisatoren des Terrorangriffs greifen wie schon die Nazis auf eine Taktik der Schauhinrichtung und Einschüchterung zurück“, sagte Putin außerdem.
Nach Anschlag in Moskau: Putin spricht von „blutigem Terroranschlag“
Update vom 23. März, 13.35 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Moskau wandte sich der russische Machthaber Wladimir Putin mit einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft an das russische Volk. Der Vorfall in Moskau sei ein „blutiger Terroranschlag“ so Putin. Er verkündete einen nationalen Trauertag für Sonntag (24. März). „Dutzende friedliche, unschuldige Menschen haben ihr Leben verloren“, sagte Putin und betonte, in Moskau und anderen Regionen habe man Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
Update vom 23. März, 13.15 Uhr: Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Terroranschlag in Russland kommen weiterhin Vorwürfe gegen die Ukraine aus Russland. „Wir denken, dass dieser Anschlag gemeinsam mit den ukrainischen Sonderdiensten geplant wurde“, sagte etwa Yan Gagin, der Berater des Chefs der sogenannten „Donezk Volksrepublik“ im Osten der Ukraine. Die russische Publikation Meduza berichtete unter Berufung auf eine Quelle aus russischen Staatsmedien, der Kreml habe die Staatsmedien dazu aufgerufen, eventuelle ukrainische Spuren im Anschlag gezielt hervorzuheben.
Update vom 23. März, 12.55 Uhr: Laut Margarita Simonyan, Chefin von Russia Today, sind mittlerweile 143 Todesopfer bestätigt. Die Nachrichtenagentur Ria Novosti übernimmt diese Zahl.
Update vom 23. März, 11.35 Uhr: Die Kreml-nahe RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan hat ein 3-Minuten langes Video vom Verhör eines der mutmaßlichen Angreifer aus Moskau veröffentlicht. Darin ist zu sehen, wie die Person nach seiner Festnahme auf dem Boden kniet und von Sicherheitskräften verhört wird. Russischen Medien zufolge kam der mutmaßliche Angreifer eigenen Angaben zufolge am 4. März aus der Türkei nach Russland. Ferner erzähle er, anonyme Personen hätten sie mittels Telegram kontaktiert und pro Person eine halbe Million Rubel für den Angriff versprochen sowie Waffen bereitgestellt.
Zahl der Todesopfer in Moskau steigt weiter: Bundesregierung verurteilt den Anschlag
Update vom 23. März, 11 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Russland ist auf 115 gestiegen, wie die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti sowie weitere russische Medien berichten.
Update vom 23. März, 10.35 Uhr: Die Bundesregierung hat den tödlichen Angriff auf einen Konzertsaal in Russland mit scharfen Worten verurteilt. „Wir verurteilen den schrecklichen Terrorangriff auf unschuldige Konzertbesucher in Moskau“, schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Samstag im Internetdienst X. „Unsere Gedanken sind mit den Angehörigen der Opfer und allen Verletzten.“
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprach von einem „feigen, unmenschlichen Terror“, dieser werde „an jedem Ort“ verurteilt. „Unschuldige Menschen, die einfach nur zu einem Rockkonzert gehen wollten, wurden kaltblütig ermordet“, schrieb sie ebenfalls bei X. Den Menschen in Russland gelte ihr Mitgefühl.
Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) übermittelte ebenfalls sein Mitgefühl und sprach von „furchtbaren Nachrichten aus Moskau“. „Mein Beileid gilt den Opfern und ihren Familien, die jetzt trauern und um die Verletzten bangen“, erklärte er in einer vom Bundeswirtschaftsministerium verbreiteten Pressemitteilung. Wichtig sei nun, „die Hintergründe schnell aufzuklären“.
Nach Anschlag in Moskau: FSB berichtet von elf Festnahmen
Update vom 23. März, 9.30 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Russland ist auf 93 gestiegen, wie die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtet. Demnach wird erwartet, dass die Zahl der Toten weiter steigen wird.
Update vom 23. März, 9.15 Uhr: Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat die Festnahmen von elf Verdächtigen in Verbindung mit dem mutmaßlichen Terroranschlag in Moskau verkündet. Darunter würden sich auch vier Personen befinden, die den Angriff durchgeführt haben. Der russische Abgeordnete Alexander Chinstein hatte zuvor in seinen Telegram-Kanal mitgeteilt, zwei Personen seien in der Region Brjansk nach einer Verfolgungsjagd festgenommen worden.
Wo stecken die Angreifer von Moskau? Neue Fotos tauchen auf – offenbar zwei Festnahmen
Erstmeldung vom 23. März:
Moskau – Der mutmaßliche Terroranschlag in Moskau am Freitagabend (22. März), hinter dem sehr wahrscheinlich die IS-Terrormiliz steckt, wurde Aufnahmen zufolge von mindestens vier bewaffneten Männern durchgeführt. Bislang ist es jedoch auch mehrere Stunden nach dem Angriff merkwürdig ruhig um sie. In russischen Medien lassen sich nur wenige – und unbestätigte – Informationen zum Verbleib der Angreifer finden.
Terroranschlag von Moskau: Wer sind die Angreifer? Russische Medien veröffentlichen Fotos
Zunächst waren in russischen Telegramkanälen Fotos von fünf bis sechs Männern im Umlauf gewesen, die die angeblichen Angreifer zeigen sollten. Demnach stammten sie aus der muslimisch geprägten russischen Kaukasus-Region Inguschetien. Schnell kam aber die Wahrheit zu den Fotos ans Licht. Es handelte sich um eine Terrorzelle, die von russischen Spezialkräften bei einer Terror-Operation in der Stadt Karabulak in Inguschetien Anfang März neutralisiert worden war.
Später tauchten allerdings zwei weitere Foto und ein Video auf, die als authentisch eingestuft wurden. In einem der Fotos sind die Angreifer zu sehen, wie sie in ihrem Auto – einem weißen Renault – sitzen und zum Konzertsaal „Crocus City Hall“ fahren, um ihren Plan umzusetzen. Ein weiteres Foto zeigt ihr Auto von hinten. Im Video, das von der Dashcam eines weiteren Autos aufgenommen wurde, ist zu sehen, wie sie aus dem Auto aussteigen und anfangen aus ihren Waffen zu feuern.
Angreifer aus Tadschikistan? Zwei Verdächtige offenbar bereits festgenommen
Inzwischen kursieren in russischen Medien weitere Fotos. Der Telegram-Kanal Baza, der zuvor berichtet hatte, dass die Angreifer aus dem Konzertsaal entkommen sind, teilte Fahndungsfotos, die sie zeigen sollen. Insgesamt gebe es sechs Verdächtige, wobei zwei bereits in der Region Brjansk festgenommen worden seien, so die Quellen des Kanals.
🇷🇺 media published pics of 4 alleged terrorists pic.twitter.com/id3QSlQXAr
— C4H10FO2P ☠️ (@markito0171) March 23, 2024
Demnach handelt es sich bei den Mitgliedern der Zelle, die den Angriff durchgeführt hat, um Staatsbürger von Tadschikistan. Baza fügte zudem Fotos von angeblich offiziellen Schreiben an Polizeistellen an. Das Datum auf den Dokumenten - 23. März 2024 - zeigt, dass es sich um ein aktuelles Schreiben handelt, wobei die Täter jeweils 21, 29, 37 und 51 Jahre alt sein sollen. Offizielle Stellen machten bislang keinerlei Angaben zu den Angreifern. Die IS-Terrormiliz ist zentralasiatischen Ländern mit ihrer Abzweigung „IS-Khorasan“ vertreten. „Khorasan“ ist eine historische Bezeichnung für die Region. (bb)
Rubriklistenbild: © Mikhail Metzel/dpa





