Angeblicher Friedensplan

Donbass und Krim im Tausch gegen den Frieden? Kreml reagiert auf Trumps Ukraine-Plan

  • schließen

Donbass und Krim im Tausch gegen den Frieden. Das soll Donald Trump im Fall seiner Wiederwahl für den Ukraine-Krieg planen. Nun reagiert der Kreml.

Moskau – Der frühere US-Präsident Donald Trump tritt erneut als Kandidat bei der kommenden Präsidentschaftswahl in den USA an. Wie würde der Republikaner im Falle einer Wiederwahl den aktuellen geopolitischen Krisen begegnen? Zu Beginn des Jahres prahlte Trump damit, den Ukraine-Krieg in 24 Stunden beenden zu können. Wie genau, blieb zunächst unklar. Die Washington Post machte die mutmaßlichen Pläne des Republikaners nun publik – und die Reaktion aus Moskau folgte prompt.

Der damalige US-Präsident Donald Trump (r.) blickt während des G20-Gipfels in Buenos Aires auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. (Archivfoto)

So will Trump mutmaßlich den Ukraine-Krieg beenden: Kreml reagiert

Wie die Washington Post diese Woche unter Berufung auf Insider berichtete, lautet Trumps Vorschlag: Die Ukraine solle die Krim und den Donbass an Russland abtreten. Das wäre eine drastische Abkehr von der bisherigen US-Politik. Ein weiterer Punkt in dem angeblichen „Friedensplan“ des Republikaners: Die Begrenzung der Nato-Erweiterung. Ein Sprecher des Wahlkampfteams von Trump wies den Bericht als „Fake News“ zurück, wie die New York Post berichtete.

Russland äußerte sich zunächst verhalten zu dem angeblichen Vorschlag. Die Spekulationen über Trumps Absichten seien dem Kreml bekannt, teilte das Pressebüro des Kremls auf eine Anfrage des US-Magazins Newsweek mit. Bisher seien aber „keine Initiativen von Donald Trump angekündigt worden.“ Ohne weitere Einzelheiten und eine Bestätigung sei der mutmaßliche Plan „unmöglich“ zu bewerten, hieß es aus Moskau weiter.

Am vergangenen Sonntag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Rede klargestellt: „Wenn die Ukraine diesen Krieg verliert, werden andere Länder angegriffen. Das ist ein Fakt.“ Experten betonen, dass Trumps mutmaßliche Idee den russischen Präsidenten Wladimir Putin belohnen würde und die Verletzung international anerkannten Territoriums dulde.

Wie sich Nato und Co. auf eine mögliche Wiederwahl Trumps vorbereiten

Seit Monaten blockieren die Republikaner im Kongress unter dem Druck Trumps die Ukraine-Hilfen. Die Nato arbeitet deshalb bereits daran, die Ukraine-Hilfen „Trump-fest“ zu machen. Wie Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Auftakt des Außenministertreffens der Nato-Mitglieder in der vergangenen Woche vorschlug, soll das Verteidigungsbündnis künftig mehr Verantwortung bei der Koordinierung von Waffenlieferungen und Ausbildung übernehmen. Bislang sind die USA bei der Koordination federführend. Zudem schlug Stoltenberg einen 100 Milliarden Euro schweren Ukraine-Fonds für die nächsten fünf Jahre vor.

In Washington arbeiten offenbar auch Diplomaten aus Europa unter Hochtouren daran, Treffen mit Trump-Verbündeten zu vereinbaren, berichtete CNN am Donnerstag. Dabei soll es darum gehen, für den Fall einer Wiederwahl Informationen zu Trumps politischen Absichten und seinen möglichen Personalentscheidungen zu gewinnen. Nato-Chef Stoltenberg hatte im Januar vor der republikanischen Denkfabrik Heritage Foundation in Washington gesprochen. Das sei ein Versuch gewesen, die Republikaner zu erreichen, so CNN unter Berufung auf Insiderberichte. Denn Trump steht dem Verteidigungsbündnis kritisch gegenüber. Wer nicht zahlt, bekommt keinen US-Schutz, sagte der Republikaner im Februar sinngemäß und schwächte die Nato damit.

Kürzlich hatte die italienische Zeitung La Repubblica spekuliert, die Nato könnte der Ukraine als Friedenslösung Gebietsabtretungen im Tausch gegen eine Nato-Mitgliedschaft anbieten.

Rubriklistenbild: © Alexander Nemenov/AFP

Kommentare