Die russische Regierung hat die EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine als „Manipulation“ kritisiert.
Moskau in Russland - "Wir sehen, wie die westliche Gemeinschaft seit vielen Jahren diese Geschichte von einer Einbindung der Ukraine in ihre Integrationsstrukturen manipuliert", sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Freitag in Moskau laut russischen Nachrichtenagenturen. Der Ukraine gehe es jedoch "immer schlechter".
In der EU werde die Ukraine "keine strahlende Zukunft" haben, sagte Sacharowa weiter. Die europäischen Zusicherungen an die Ukraine seien eine "verlogene Botschaft, die in der Praxis nichts Gutes bringt".
Die EU-Kommission hatte zuvor empfohlen, der Ukraine sowie auch der Republik Moldau den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Diesen Schritt müssen nun noch die EU-Mitgliedstaaten einstimmig beschließen, was beim Gipfeltreffen in der kommenden Woche in Brüssel geschehen könnte. Bis zu einem tatsächlichen Beitritt zur EU dürfte es dann allerdings noch Jahre dauern. bur/pe/ju
Separatistenführer in Donezk für Eroberung der gesamten Ukraine durch Russland
Der pro-russische Separatistenführer in der ostukrainischen Region Donezk, Denis Puschilin, hat sich für eine Eroberung der gesamten Ukraine durch die russische Armee ausgesprochen. Puschilin sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass am Freitag auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, die gesamte Ukraine einschließlich der "russischen Stadt Kiew und der Westukraine" sollten "befreit" werden. So würde diese "schwere Verantwortung nicht auf die folgende Generation übertragen", fügte Puschilin hinzu.
Bei der Invasion in die Ukraine hatte Russland anfangs versucht, Kiew zu erobern. Aber der Widerstand der ukrainischen Truppen erzwang einen Rückzug des russischen Militärs. Seither konzentriert sich Moskau bei seiner Offensive auf den Osten der Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Unabhängigkeit der beiden separatistischen "Republiken" Donezk und Luhansk anerkannt. Der Kreml rechtfertigt seine Offensive mit der Notwendigkeit, die Bevölkerung im Donbass vor den ukrainischen, angeblich neonazistischen Einheiten zu schützen. Putin bestreitet auch, dass es eine ukrainische Nation und ein ukrainisches Volk gibt. Aus seiner Sicht bilden Russen und Ukrainer historisch eine Einheit. ao/cp