Deutsche IS-Anhänger

Mutmaßliche IS-Anhänger: Deutschland holt deutsche Mütter und Kinder aus Syrien

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Die Bundesregierung hat deutsche Kinder und deren Mütter aus Syrien geholt, die Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen sein sollen.

In einem schwierigen Einsatz holte die Bundesregierung deutsche Kinder und deren Mütter aus einem Gefangenlager in Syrien zurück. Sie sollen Anhänger des Islamischen Staats gewesen sein.

Berlin - Die Bundesregierung hat erneut mutmaßliche deutsche Anhängerinnen der Terrormiliz Islamischer Staat und ihre Kinder aus einem Gefangenenlager in Syrien geholt. In einer «äußerst schwierigen Aktion» seien 27 deutsche Kinder und 10 Mütter am Mittwoch aus dem Lager Roj in Nordostsyrien zurückgeholt worden, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock in der Nacht zum Donnerstag.

«Die 27 Kinder sind letztlich Opfer des IS, und sie haben ein Recht auf eine bessere Zukunft fernab seiner tödlichen Ideologie, und auf ein Leben in Sicherheit, wie wir es auch unseren eigenen Kindern wünschen», sagte die Grünen-Politikerin. «Die Mütter müssen sich für ihr Handeln verantworten. Einige von ihnen wurden direkt nach Ankunft in Deutschland in Haft genommen.»
Zuvor hatte die «Bild» über die Rückholaktion berichtet. Der Zeitung zufolge hatten die Frauen sich dem IS angeschlossen, gegen vier von ihnen habe der Generalbundesanwalt Haftbefehle erwirkt. Gegen die weiteren Frauen ermittelten verschiedene Generalstaatsanwaltschaften. Einige der Frauen seien bereits 2017 aus dem IS-Herrschaftsgebiet geflohen und hätten sich den Kurden ergeben, andere seien bis zur militärischen Niederlage des IS im Frühjahr 2019 geblieben.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren mehrfach deutsche IS-Anhängerinnen und ihre Kinder aus Syrien zurückgeholt. «Mit der heutigen Aktion ist der Großteil der deutschen Kinder, deren Mütter zur Rückkehr nach Deutschland bereit sind, in Sicherheit gebracht», so Baerbock. «Es gibt jetzt nur noch wenige, besonders gelagerte Fälle, für die wir weiter an individuellen Lösungen arbeiten.»
Baerbock dankte unter anderem «der kurdischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien und unseren amerikanischen Partnern, die uns erneut logistisch unterstützt haben». Der Nordosten des Bürgerkriegslandes wird nicht von der Regierung in Damaskus, sondern von einer kurdischen Autonomieverwaltung regiert. (dpa)

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