Immer noch gefährlich

Nach Geiselnahme von Halle-Attentäter: Sicherheit in Gefängnissen verstärken und Geschehen analysieren

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Faeser plädiert für höhere Wachsamkeit in Gefängnissen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat die Betreiber von Gefängnissen zur Überprüfung ihrer Sicherheitsmaßnahmen aufgefordert. Der Anlass war die Geiselnahme durch den Halle-Attentäter in der JVA Burg.

Berlin/Magdeburg - «Das besorgt mich natürlich», sagte die SPD-Politikerin dem Fernsehsender Welt. «Das ruft diejenigen auf, die Gefängnisse verantworten in Deutschland, auch da noch mal sehr genau hinzugucken. Insbesondere bei so jemandem wie dem Attentäter von Halle, wo wir wissen, dass er schon mal versucht hat während des Prozesses zu fliehen, dass es dort auch besondere Aufmerksamkeit gibt.»

Am Montagabend hatte der rechtsextreme Halle-Attentäter Stephan Balliet zeitweise zwei Bedienstete in der JVA Burg in Sachsen-Anhalt in seine Gewalt gebracht. Der 30-Jährige wurde durch weitere Justizvollzugsbedienstete im Innenbereich des Gefängnisses überwältigt, wie es aus dem Justizministerium hieß. Die Tat dauerte weniger als eine Stunde.

Balliet gilt als unkooperativer und schwieriger Häftling. Am Pfingstwochenende 2020 hatte er als Angeklagter im Halle-Prozess bereits versucht, aus der JVA Halle zu fliehen. Während eines Hofgangs war er über einen 3,40 Meter hohen Zaun geklettert und hatte fünf Minuten ohne Aufsicht nach Auswegen aus dem Gefängnis gesucht, bevor ihn Justizbedienstete wieder schnappten.

Haseloff: Analyse soll Folgen für Zukunft weisen

Nach der Geiselnahme durch den Halle-Attentäter in der JVA Burg hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Aufarbeitung des Vorfalls eingefordert. «Jetzt gilt es, das Geschehen zu analysieren und daraus mögliche Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen», sagte Haseloff am Dienstag. Der Vorfall zeige, welche Gefahr vom Halle-Attentäter weiterhin ausgehe. «Ich danke den Justizvollzugsbeamten und Polizeibeamten für ihr schnelles und professionelles Handeln.»

Am Montagabend hatte der rechtsextreme Halle-Attentäter zeitweise zwei Bedienstete in der JVA Burg in Sachsen-Anhalt in seine Gewalt gebracht. Der 30-Jährige wurde durch weitere Justizvollzugsbedienstete im Innenbereich des Gefängnisses überwältigt, wie es aus dem Justizministerium hieß. Die Tat dauerte weniger als eine Stunde. (dpa)

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