Proteste in L.A. als Vorwand?

Nach Musk-Streit: Trump attackiert neuen Gegner

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Die Fehde mit Musk ist kaum vorbei, da geht Trump auf den nächsten Gegner los. Kaliforniens Gouverneur Newsom steht im Zentrum. Der Streit eskaliert.

Update, 15.25 Uhr: Nach den Protesten in Los Angeles legte US-Präsident Donald Trump nochmal gegen den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom nach. Auf Truth Social verteidigte Trump erneut seine Entscheidung, die Nationalgarde und die Marine einzusetzen: „Los Angeles war in den letzten beiden Nächten sicher und unversehrt. Unsere großartige Nationalgarde hat mit ein wenig Hilfe der Marines die Polizei von L.A. in die Lage versetzt, ihre Arbeit effektiv zu erledigen. Sie haben alle gut zusammengearbeitet, aber ohne das Militär wäre Los Angeles ein Tatort, wie wir ihn seit Jahren nicht mehr gesehen haben.“

Der Republikaner äußerte sich weiter abfällig über den demokratischen Gouverneur: „Gouverneur Gaven NewScum (‚scum‘ zu dt. etwa ‚Abschaum‘, Anm d. Red.) hatte völlig die Kontrolle über die Situation verloren. Er sollte DANKE dafür sagen, dass ich seinen Arsch gerettet hab, anstatt zu versuchen, seine Fehler und seine Inkompetenz zu rechtfertigen!!!“

Newsom schießt gegen Trump wegen Los Angeles Protesten und warnt vor „Militarisierung“

Update, 12. Juni, 14.25 Uhr: Gouverneur Gavin Newsom erklärte im Podcast „On Democracy“ des US-Nachrichtenportals MeidasTouch, US-Präsident Donald Trump politisiere das amerikanische Militär, um es für seine eigene Agenda zu instrumentalisieren. Newsom betonte: „Die Polizei sollte kontrollieren – nicht das Militär. Das ist es, was in Ländern der Dritten Welt passiert, und genau das versucht Donald Trump dem amerikanischen Volk aufzuzwingen: eine Mentalität der Militarisierung, der Macht, der Dominanz und der Kontrolle – und nicht der Rechtsstaatlichkeit. Dies ist ein sehr, sehr gefährlicher Moment.“

Die Proteste in Los Angeles gegen Trumps Migrationspolitik sollen auch heute weitergehen. Neben Los Angeles wurden weitere Demonstrationen aus St. Louis, Raleigh, Manhattan, Indianapolis, Spokane und Denver gemeldet. In Spokane wurde wie in Los Angeles eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Auch im texanischen San Antonio, wo der republikanische Gouverneur Greg Abbott die Nationalgarde des Staates eingesetzt hat, versammelten sich hunderte Menschen nahe dem Rathaus. In Spokane im Bundesstaat Washington verhängte Bürgermeisterin Lisa Brown am Mittwochabend eine Ausgangssperre. In Los Angeles galt bereits die zweite Nacht in Folge eine Ausgangssperre.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Alles begann mit Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE in Teilen von Los Angeles mit hoher Latino-Bevölkerung, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Freitag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.  © Eric Thayer/dpa
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
imago821986540.jpg © IMAGO/Ana Milena Varón
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) am 6. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte. © Eric Thayer/dpa
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Es gab zudem Berichte über eine Razzia in einer Home-Depot-Filiale im Stadtteil Paramount, die Behörden zufolge jedoch falsch sein sollen. Im Bild schwenkt eine Frau die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.  © Ethan Swope/dpa
Ein Waymo Taxi wird mutwillig zerstört, während ein anderes in der Nähe des Metropolitan Detention Center brennt.
Ein Waymo Taxi wird mutwillig zerstört, während ein anderes in der Nähe des Metropolitan Detention Center brennt.  © Jae C. Hong/dpa
Ein am Montag, den 9. Juni 2025, zur Verfügung gestelltes Bild der 9News US-Korrespondentin Lauren Tomasi, bevor sie von einem Gummigeschoss getroffen wird, das von einem Polizisten während der gewalttätigen Proteste in Los Angeles im Rahmen von Razzien gegen Einwanderer abgefeuert wurde.
Ein am Montag, den 9. Juni 2025, zur Verfügung gestelltes Bild der 9News US-Korrespondentin Lauren Tomasi, bevor sie von einem Gummigeschoss getroffen wird, das von einem Polizisten während der gewalttätigen Proteste in Los Angeles im Rahmen von Razzien gegen Einwanderer abgefeuert wurde. © 9news Australia/dpa
Eine Demonstrantin wird in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen.
Eine Demonstrantin wird in der Innenstadt von Los Angeles von zwei Polizisten festgenommen.  © Eric Thayer/dpa
Polizisten und Soldaten der kalifornischen Nationalgarde stehen vor dem Los Angeles Federal Detention Center Wache. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
Polizisten und Soldaten der kalifornischen Nationalgarde stehen vor dem Los Angeles Federal Detention Center Wache. US-Präsident Donald Trump hatte 2000 Gardisten zum Einsatz in Los Angeles zitiert und damit gleichzeitig die Proteste eskaliert sowie den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom übergangen. © Qiu Chen/dpa
Eine Demonstrantin in Los Angeles protestiert gegen die Abschiebe-Politik Donald Trumps mit einer umgedrehten US-Nationalflagge
Eine Demonstrantin in Los Angeles protestiert gegen die Abschiebe-Politik Donald Trumps mit einer umgedrehten US-Nationalflagge. Das umgedrehte „Sternenbanner“ nutzten einst Seeleute als Notsignal. Im Zuge des Vietnam-Kriegs ist es während der 1960er Jahre zu einem Symbol des politischen Protests geworden. © imago
Matt Hobbs benutzt Milch, nachdem er in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles mit Tränengas beschossen wurde. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Matt Hobbs benutzt Milch, nachdem er bei Anti-ICE-Protesten in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles mit Tränengas beschossen wurde.  © Jae C. Hong/dpa
Eine Blitzbombe explodiert auf dem 101 Freeway in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Eine Blitzbombe explodiert auf dem 101 Freeway in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles während der Anti-ICE-Proteste. © Eric Thayer/dpa
Die aktuellen Proteste in Los Angeles erinnern bereits jetzt an die Unruhen in L.A. im Jahr 1992.
Die aktuellen Proteste in Los Angeles erinnern bereits jetzt an die Unruhen in L.A. im Jahr 1992. Diese begannen am 29. April, als vier weiße Polizisten, die der Misshandlung des schwarzen Rodney Kings angeklagt waren, freigesprochen wurden. Die Empörung vor allem der innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerung weitete sich zu tagelangen Protesten aus. 53 Menschen starben im Zuge der Gewaltausbrüche. © imago
Soldaten der kalifornischen Nationalgarde feuern Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
Soldaten der kalifornischen Nationalgarde feuern Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten.  © Daniel Powell/dpa
Ein Demonstrant wird von der Polizei in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Ein Demonstrant wird von der Polizei in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. © Eric Thayer/dpa
Rauchbomben explodieren in der Innenstadt. Bis spät in die Nacht versammeln sich Demonstranten in der Innenstadt von Los Angeles und fordern ein Ende der jüngsten Razzien gegen Einwanderer und den Einsatz von Truppen der Nationalgarde.
Rauchbomben explodieren in der Innenstadt. Bis spät in die Nacht versammeln sich Demonstranten in der Innenstadt von Los Angeles und fordern ein Ende der jüngsten Razzien gegen Einwanderer und den Einsatz von Truppen der Nationalgarde. © Matthew Hoen/dpa
Rauch liegt in der Luft, als Demonstranten sich mit CHP-Beamten anlegen, nachdem sie den 101 Freeway in der Innenstadt besetzt haben, um gegen die Durchsuchung von Einwanderern zu protestieren.
Rauch liegt in der Luft, als Demonstranten sich mit Beamten anlegen, nachdem sie den 101 Freeway in der Innenstadt von Los Angeles besetzt haben, um gegen die Durchsuchung von Einwanderern zu protestieren. © Jill Connelly/dpa
Rauch füllt die Straße, als Demonstranten während einer Demonstration im Paramount-Viertel von Los Angeles den Grenzschutzbeamten gegenüberstehen. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Rauch füllt die Straße, als Demonstranten während einer Demonstration im Paramount-Viertel von Los Angeles den Grenzschutzbeamten gegenüberstehen.  © Eric Thayer/dpa
Polizisten stehen in Bereitschaft während einer Demonstration in Paramount, einem Stadtteil von Los Angeles. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Polizisten stehen in Bereitschaft während einer Demonstration in Paramount, einem Stadtteil von Los Angeles.  © Eric Thayer/dpa
Polizeibeamte stehen während einer Demonstration am 8. Juni 2025 unter einer Überführung in Los Angeles, Kalifornien. Nach einer Reihe von aggressiven Einwanderungsoperationen in Los Angeles eskalierten die Spannungen, als Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Razzia durchführten.
Polizeibeamte stehen während einer Demonstration am 8. Juni 2025 unter einer Überführung in Los Angeles, Kalifornien. Nach einer Reihe von aggressiven Einwanderungsoperationen in Los Angeles eskalierten die Spannungen, als Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Razzia durchführten. © David Pashaee/imago
Demonstranten knien während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 auf dem Freeway.
Demonstranten knien während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 auf dem Freeway. © David Pashaee/imago
Ein Demonstrant steht mit einer US-Flagge in der Hand vor einer Reihe von Polizeibeamten während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025.
Ein Demonstrant steht mit einer US-Flagge in der Hand vor einer Reihe von Polizeibeamten während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025. © David Pashaee/imago
Fans haben auf der Tribüne Protestschilder gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE beim MLS-Spiel zwischen dem Los Angeles Football Club und Sporting Kansas City im BMO Stadium aufgespannt. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen von ICE protestiert.
Fans haben auf der Tribüne Protestschilder gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE beim MLS-Spiel zwischen dem Los Angeles Football Club und Sporting Kansas City im BMO Stadium aufgespannt. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen von ICE protestiert. © Javier Rojas/dpa
Truppen der kalifornischen Nationalgarde versammeln sich am dritten Tag der Proteste gegen ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump vor einem Bundesgefängnis in der Innenstadt von Los Angeles.
Truppen der kalifornischen Nationalgarde versammeln sich am dritten Tag der Proteste gegen ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump vor einem Bundesgefängnis in der Innenstadt von Los Angeles. © Jonathan Alcorn/imago
Ein Radfahrer fährt während der Proteste in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 an einem brennenden Auto vorbei.
Ein Radfahrer fährt während der Proteste in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 an einem brennenden Auto vorbei. © Sahab Zaribaf/imago
Am dritten Tag der Proteste gegen den ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump kommt es in der Innenstadt von Los Angeles zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften.
Am dritten Tag der Proteste gegen den ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump kommt es in der Innenstadt von Los Angeles zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften. © Jonathan Alcorn/imago
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles.
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles. © Jim Ruymen/imago
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles.
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles. © Jim Ruymen/imago
LAPD-Beamte schlagen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein.
LAPD-Beamte schlagen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. © Daniel Powell/imago

Erstmeldung: Washington, D.C. – Noch vor Kurzem lieferte sich US-Präsident Donald Trump eine heftige Fehde mit Tech-Milliardär Elon Musk. Doch so schnell dieser Streit aufgeflammt war, so schnell ist er jetzt augenscheinlich wieder vorbei. Stattdessen hat Trump einen neuen Widersacher in der US-Politik auserkoren, der gleichzeitig ein vertrautes Ziel seiner Wut ist: den demokratischen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Für den US-Präsidenten könnte das der Streit sein, auf den er gewartet hat.

Am Wochenende beschloss Trump, die Kontrolle über die Nationalgarde von Kalifornien zu übernehmen und Truppen in Los Angeles zu stationieren. Zuvor war es dort wegen Einwanderungsrazzien zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Bundespolizisten gekommen, die der US-Präsident als „gewalttätige, aufständische Mobs“ und von Gavin Newsom „inspirierte Unruhen“ bezeichnete.

Trump droht Newsom öffentlich, weil er einst gegen ihn bei US-Wahl kandidierte

Newsom und andere kalifornische Politiker, darunter die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, warfen Trump daraufhin vor, die Lage anzuheizen. „Sie wollen ein Spektakel. Sie wollen Gewalt“, machte der Gouverneur seinem Ärger in einer E-Mail an seine Anhänger Luft. Gegenüber einem Lokalsender wurde er noch deutlicher. „Das sind Bilder, die Donald Trump geschaffen hat“, so Newsom dort über die brennenden Autos und Zusammenstöße mit der Polizei.

Nach Streit mit Musk: Donald Trump spricht von Verhaftung des Gouverneurs von Kalifornien

Das blieb von Trump nicht unbeantwortet. Am Montag (09. Juni) erklärte der US-Präsident, dass es eine „großartige Sache“ wäre, wenn sein Grenzbeauftragter, Tom Homan, Newsom verhaften würde. Als er von ABC News gefragt wurde, welches Verbrechen Newsom begangen habe, um dies zu rechtfertigen, lautete seine Antwort, das „Hauptverbrechen“ des Gouverneurs sei, dass er überhaupt kandidiert habe; immerhin habe er „so schlechte Arbeit geleistet“. Newsom empörte sich daraufhin auf X: „Donald Trump gibt zu, dass er einen amtierenden Gouverneur verhaften wird, nur weil er für das Amt kandidiert hat.“

Spannungen zwischen Trump und Newsom nicht erst seit Protesten in Los Angeles

Auch wenn derzeit die Proteste in Kalifornien Anlass des Streits sind, ist die Fehde nicht neu. Nach den verheerenden Waldbränden im Januar, die die Region Los Angeles verwüsteten, besuchte Trump zwar noch den Bundesstaat und wurde von Newsom mit mehreren Handschlägen und einer Umarmung begrüßt. Auch Anfang trafen sich beide in Washington, woraufhin Newsom gegenüber CNN sagte: „Ich habe vollstes Vertrauen, dass dies eine starke Partnerschaft für die Zukunft sein wird“.

Daraus sollte allerdings nichts werden. In den folgenden Monaten wurde Newsom zunehmend kritischer gegenüber Trump und griff die Zollpolitik des Präsidenten in einem Werbespot an, der auf Fox News ausgestrahlt wurde.

Die Trump-Regierung scheint Kalifornien zudem mit Sanktionen belegen zu wollen. Anfang Juni kündigte Trump an, „hohe Geldstrafen“ gegen den US-Bundesstaat verhängen zu wollen, nachdem eine Transgender-Teenagerin an einem Leichtathletik-Landesfinale in Kalifornien teilgenommen hatte. Kürzlich signalisierte die Trump-Regierung auch, dass sie die Bundesmittel für ein Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt in dem Bundesstaat kürzen wird.

Gouverneur als Trump-Gegner für US-Wahl 2028? Newsoms Popularität steigt

Trump könnte allerdings noch etwas anderes ein Dorn im Auge sein. Möglicherweise plant Newsom 2028 für das Präsidentenamt zu kandidieren – eine Spekulation, die er durch den Start eines viel beachteten Podcasts im März weiter angeheizt hat. Eine erneute Kandidatur für sein derzeitiges Gouverneursamt ist ihm aufgrund der Amtszeitbeschränkung nicht möglich.

Die Situation in Los Angeles hängt zwar nicht mit einer aktuellen oder zukünftigen Kampagne zusammen, sie rückt den Demokraten jedoch weiter in den Mittelpunkt des Widerstands gegen Trump; ein idealer Ausgangspunkt für das Präsidentschafts-Rennen.

Alte Widersacher: Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom (l.) gilt als aussichtsreicher Kandidat der Demokraten, um gegen Donald Trump bei den nächsten US-Wahlen anzutreten.

Derweil versucht sich der US-Präsident durch sein Vorgehen in Kalifornien zu profilieren. Die Auseinandersetzung mit Newsom sei vielleicht „der Kampf, auf den Trump gewartet hat“, urteilte die New York Times. Hier könne er zeigen, dass er die Bekämpfung der Einwanderung effektiv angehe; immerhin sei dieses Projekt für seine politische Identität vielleicht am wichtigsten. Eine Konstante in der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten sei, dass sich die Themen seiner Auseinandersetzungen ständig änderten, so das Blatt.

Musk weicht zurück: Nach öffentlicher Kritik signalisiert der Tech-Mogul stille Zustimmung zu Trump

Wie um das zu unterstreichen, zeichnet sich in einem vor kurzem noch aktuellen Konflikt von Trump Entspannung ab. Noch am Donnerstag (05. Juni) hatte sein Ex-Berater Musk Dutzende von Beiträgen auf X veröffentlicht, in denen er Ausgaben- und Steuerpolitik und später den Präsidenten selbst kritisierte.

Am Sonntag, nur wenige Tage nachdem beide in den sozialen Medien erstmals aneinandergeraten waren, teilte Musk den Screenshot eines Beitrags von Trump auf Truth Social. Zwar habe er keinen persönlichen Kommentar hinzugefügt, schreibt das US-Portal The Hill, doch die Weiterverbreitung von des Beitrags sei ein subtiles Zeichen der Unterstützung.

Auch einen Post von Vizepräsident J. D. Vance zur Situation in Kalifornien teilte der ehemalige Berater – inklusive zwei Emojis mit der amerikanischen Flagge. Dieses Vorgehen, so das Portal, ähnele dem während seiner Zeit als Sonderberater im Weißen Haus, als Musk seine Plattform X nutzte, um die Maßnahmen der US-Regierung zu unterstützen. Allerdings hat Musk bei Trump wohl auch Zweifel an der Integrität von JD Vance gesät – Trump soll in Paranoia sein. (tpn)

Rubriklistenbild: © Imago (Montage)

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