„Es wird erledigt werden!!!“, wütet Trump über Grönland – spannendes NATO-Treffen folgt heute
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Jens Kiffmeier
Christian Stör
Felix Durach
Nail Akkoyun
Trump scheint seinen Grönland-Plan konsequent zu verfolgen. Nun macht er neue Anspielungen auf seine Forderung. Die EU plant einen Sondergipfel – der Ticker.
Update, 13:43 Uhr: Die Bundesregierung hat US-Präsident Donald Trump vor den Folgen seiner Zoll-Drohungen im Streit um Grönland gewarnt. Diese würden „die transatlantischen Beziehungen untergraben und immer mit dem Risiko einer Eskalation verbunden“ sein, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag in Berlin, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Er fügte mit Blick auf die Ansprüche Trumps auf Grönland an, die Bundesregierung erwarte von ihren Partnern, dass sie das Völkerrechtsprinzip der Unverletzlichkeit von Grenzen respektierten. Deutschland werde mit seinen europäischen Partnern nun auf Trumps Zoll-Drohung „besonnen und sehr angemessen reagieren“, sagte Kornelius.
Streit um Grönland: Dänemark berät mit NATO-Generalsekretär
Update, 8:30 Uhr: Vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts um Grönland treffen der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und die grönländische Außenministern Vivian Motzfeldt heute NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu Gesprächen in Brüssel. Bei dem Treffen dürfte es um die US-Drohungen gegen Grönland und die nächsten Schritte der NATO hinsichtlich der Sicherheit in der Arktis gehen.
Update, 6:40 Uhr: Donald Trump hat Dänemark im Streit um Grönland erneut vorgeworfen, nicht genug gegen die Bedrohung der arktischen Insel durch Russland zu tun. Seit zwei Jahrzehnten warne die NATO Dänemark vor der „russischen Bedrohung“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. „Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!“ Trump ließ offen, welche konkreten Schritte er meint.
Update, 19. Januar, 5:10 Uhr: Auf Drohungen folgt offene Erpressung: US-Präsident Donald Trump versucht, seinen widerrechtlichen Besitzanspruch auf Grönland mit Zöllen für Deutschland und andere Staaten durchzudrücken. Mit Spannung wird nun der Konter Europas erwartet. Bei einem Sondergipfel Ende der Woche dürften die europäischen Staats- und Regierungschefs über milliardenschwere Gegenmaßnahmen debattieren.
Update, 21:57 Uhr: EU-Ratspräsident António Costa hat nach Donald Trumps neuen Zoll-Drohungen im Grönland-Streit einen Sondergipfel für Ende der Woche angekündigt. Als Termin für ein Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage. Der US-Präsident will ab Februar Strafzölle von zunächst 10 Prozent auf alle europäischen Waren verhängen, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands erzielt wird.
Costa erklärte, die Konsultationen hätten gezeigt, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen untergraben würden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will das sogenannte Anti-Coercion Instrument aktivieren – die sogenannte „Handels-Bazooka“ der EU, die Vergeltungszölle auf US-Importe im Wert von bis zu 93 Milliarden Euro ermöglichen würde.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern
Nach nur zwei Tagen: Bundeswehr zieht Soldaten wieder aus Grönland ab
Erstmeldung vom 18. Januar: Nuuk/Berlin – Das Erkundungsteam der Bundeswehr soll schon heute wieder aus Grönland abziehen. Die 15 Soldaten werden die Arktisinsel mit einem Zivilflugzeug in Richtung Kopenhagen verlassen, wie ein Sprecher des operativen Führungskommandos der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte Bild berichtet.
Grönland: Chef des Arktischen Kommandos hält Bundeswehr für äußerst wertvoll
Am Samstag (17. Januar) hatte Trump den Streit eskalieren lassen und zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder ab Anfang Februar angekündigt, darunter auch Großbritannien und Dänemark. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit. Der US-Präsident ärgert sich, dass Soldaten europäischer Staaten nach Grönland geschickt worden sind.
Der Chef des Arktischen Kommandos, Soren Andersen, bezeichnete Deutschland als einen engen Partner Dänemarks, „mit dem wir unglaublich gut zusammenarbeiten“. Das deutsche Militär habe viele Kapazitäten. „Das können sowohl Spezialeinheiten sein als auch Flugzeuge“, sagte Andersen, er nannte zudem U-Boote und Schiffe, die im hohen Norden trainieren könnten.
Die europäischen NATO-Verbündeten sind anders als Trump der Meinung, dass Grönland nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen. Sondern dies könne die NATO im Verbund übernehmen.
Erkundungsmission auf Grönland: Bundeswehr-Ergebnisse werden noch ausgewertet
Die deutschen Soldaten sollten nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen NATO-Partnern dazu beitragen könne, sagte der Sprecher. Das deutsche Team – 15 Männer und Frauen – bestand demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche.
Nun sagte der Sprecher des Führungskommandos, das Team habe den Auftrag erfüllt. „Die Erkundungsergebnisse werden in den kommenden Tagen ausgewertet.“ (Quellen: dpa, Bild) (nak)