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Neben den Panzern fordert die Ukraine weitere Militär-Unterstützung aus dem Westen. Vize-Außenminister Meylnk pocht jetzt auf deutsche U-Boote.
Kiew – Nach langem Zögern steht fest: Deutschland wird auch Leopard-2-Panzer an die Ukraine liefern. Die Diskussionen um zusätzliche Lieferungen von Kampfwaffen gehen nun weiter, denn die ukrainische Seite hofft auf mehr Hilfe: Jüngst forderte der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk auch deutsche U-Boote für die Ukraine. Doch kann Deutschland überhaupt U-Boote liefern? Und welche Waffen hat Deutschland bereits für die militärische Unterstützung angekündigt?
Nach Panzer-Lieferung: Ukrainischer Vize-Außenminister Meylnk fordert deutsches U-Boot fürs Schwarze Meer
„Deutschland (Thyssenkrupp) stellt eines der besten U-Boote der Welt her, die HDW-Klasse 212A. Die Bundeswehr hat 6 solcher U-Boote. Warum schickt man nicht eines in die Ukraine?“, twitterte Vize-Außenminister Melnyk. Damit könnte die russische Flotte aus dem Schwarzen Meer vertrieben werden, so Melnyk. Bereits einige Tage zuvor hatte Melnyk U-Boote für die Ukraine gefordert. „Wir bräuchten Kriegsschiffe, damit die Küste geschützt werden kann. Wir bräuchten auch U-Boote“, sagte er im Interview mit dem Nachrichtensender ntv. Laut der Bundeswehr bekämpfen die U-Boote der Klasse 212A Ziele sowohl über als auch unter Wasser. Aufgrund ihrer Größe könnten sie auch in geringer Wassertiefe und vor jeder anderen Küste weltweit eingesetzt werden.
Hi guys, I know I’m gonna get a new shit storm, but I have another creative idea. Germany (ThyssenKrupp) produces one of the world’s best submarines HDW Class 212A. The Bundeswehr has 6 such U-boats. Why not to send one to Ukraine? Then we’ll kick 🇷🇺fleet out of the Black Sea💪 pic.twitter.com/qy75sRVZ76
— Andrij Melnyk (@MelnykAndrij) January 28, 2023
Noch hat sich Deutschland nicht zur neusten Forderung geäußert. Für die Linken ist allerdings klar, dass weitere Waffen-Lieferungen nicht infrage kommen und drängen deshalb auf Verhandlungen. „Ihr wollt nicht verhandeln und weiter Krieg. Dann macht das ohne uns!“, heißt es in dem Tweet von Linken-Politiker Klaus Ernst, den er an Meylnk richtete.
Kampfpanzer an die Ukraine: Deutschland genehmigt Lieferung von Leopard-2-Panzer
In der Politik gibt es also nach wie vor Unstimmigkeiten über die Lieferung weiterer Kampf-Waffen an die Ukraine. Lange hatte die Ukraine die Lieferung von Leopard-2-Panzern gefordert und ihre Relevanz im Ukraine-Krieg betont. Nun steht fest, dass Deutschland 14 Leopard-2-Panzern zur Verfügung stellen wird. Der Kampfpanzer Leopard 2 gilt unter Fachleuten als der beste Entwurf seiner Zeit, da er Panzerung, Beweglichkeit und Feuerkraft am besten kombiniert. Die Bundesregierung neben der Zusage von Leopard-Panzern auch Gepard-Flakpanzer und weitere Artilleriegeschütze der Panzerhaubitze 2000 zur Verfügung stellen.
Was ist ein Kampfpanzer?
Zu Kampfpanzern zählen Fahrzeuge, die über starke Bewaffnungen verfügen und in die direkte Konfrontation gehen können. Der Kampfpanzer ist demnach auf dem Schlachtfeld das „am besten gepanzerte Fahrzeug“, heißt es vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestags. Beispiele für Kampfpanzer sind unter anderem Leopard 2, M1 Abrams, Leclerc oder der britische Challenger 2. Darüber hinaus gibt es noch Schützenpanzer, Spähpanzer, Transportpanzer und Spezialpanzer.
Folgen nach Panzer auch Kampfjets? USA schließt Lieferung nicht aus
Auch andere westliche Länder unterstützen die Ukraine mit Kampf-Waffen. So hat der britische Premierminister Rishi Sunak (Tories) die Lieferung der Kampf-Panzer Challenger 2 angekündigt. In den USA schließt man derweil eine Lieferung von Kampfjets nicht aus. Man werde die Unterstützung danach ausrichten, was die Ukraine brauche. „Wir werden das sehr sorgfältig diskutieren“, sagte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Biden, Jon Finer, im US-Fernsehsender MSNBC.
Auch in Frankreich gibt es ähnliche Stimmen. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der französischen Nationalversammlung, Thomas Gassilloud, sagte britischen Medienberichten zufolge in London: „Wir müssen Anfragen von Fall zu Fall untersuchen und alle Türen offen lassen.“ Hintergrund ist die jüngste Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyjs, der die Lieferung von Kampfjets und Langstreckenraketen anregte.
