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Die Landtagswahlen in Thüringen sind in greifbarer Nähe. Die Linken haben aktuell wenig Aussicht auf Erfolg. Bodo Ramelow meldet sich nach dem Rückzug der Parteispitze.
Erfurt – Die Vorsitzenden der Linken, Janine Wissler und Martin Schirdewan, haben am Sonntag (18. August) ihren Rückzug angekündigt. Beim Parteitag im Oktober werden sie nicht erneut für den Vorsitz kandidieren. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, er sei beiden dankbar, dass sie bis dahin noch Verantwortung tragen, fordert aber strukturelle Veränderungen in seiner Partei.
Ramelow ist Deutschlands einziger Linke Ministerpräsident. Am 1. September wird in Thüringen der Landtag gewählt. Dort will er sein Amt verteidigen. „Die Ankündigung ist ein absolut notwendiger Schritt“, sagte er dem Stern. Jedoch könnten „solche Veränderungen zusätzliche Unruhe schaffen.“
Eine Möglichkeit für Veränderung: Linke bei Landtagswahl in Thüringen
Ramelow sieht den Rückzug Wisslers und Schirdewans, als Möglichkeit für seine Partei. Eine neue Führung in der Linken könne aber nur ein „Teil eines grundlegenden Neuanfangs der Partei sein“, sagte Ramelow. Ein Austausch von Personen reiche nicht. „Die Linke benötigt eine klare Führungs- und Handlungsstruktur, in die alle Landesvorstände verbindlicher einbezogen sind.“
„Ich habe die Erwartung an die Kreisverbände und die Landesverbände, dass sie jetzt sehr aktiv mitarbeiten, dass sie nicht nur aufs Personal gucken, sondern auch auf die strukturellen Themen“, sagte Ramelow in Erfurt. Es gehe auch um eine bessere formale Einbindung der Landesverbände, sagte er.
Bei Landtagswahl in Thüringen: BSW vor die Linke
Nach dem Weggang von Sahra Wagenknecht und ihrer Neugründung einer eigenen Partei, leidet die Linke unter eingebrochenen Umfragewerten. „Es macht mich kämpferisch“, sagte Ramelow zur Frage, wie er damit umginge, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Umfragen vor der Linken steht.
Aktuell sieht es für die Linke nicht nach einem Wahlsieg aus. Laut Wahlumfragen führt die AfD mit rund 30 Prozent, gefolgt von der CDU mit 21 Prozent. Auf dem dritten Platz reiht sich das (BSW) mit rund 19 Prozent, vor der Linken mit rund 16 Prozent. Bei der Landtagswahl 2019 war die Linke mit ihm als Spitzenkandidaten stärkste Kraft in Thüringen geworden – mit 31 Prozent. (dpa/lw)