Proteste

Brutale Reaktion des Regimes: Im Iran kehrt Friedhofsruhe ein

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Protest am Dienstag in Barcelona.
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Die Proteste im Iran sind nach brutaler Gewalt der Regierung abgeebbt. Mehr als 2500 Menschen sollen getötet worden sein.

Nach Protesten und landesweiten Demonstrationen in den vergangenen Tagen ist in vielen iranischen Städten laut Berichten von vor Ort eine Art Friedhofsruhe eingekehrt. Am Dienstag wurden einer Analyse des US-amerikanischen „Critical Threats Project“ (CTP) zufolge nur noch sieben Proteste in sechs Provinzen registriert. Am vergangenen Donnerstag waren es noch 156 Demonstrationen, die nahezu alle Provinzen des Landes erfassten. Das islamistische Regime in Teheran hat mit extremer Brutalität auf die Proteste reagiert; laut Berichten feuerten bewaffnete Kräfte mit scharfer Munition in die Menge. Die in den USA ansässige NGO „Hrana“ geht von mehr als 2500 Toten während der Protestwelle aus.

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Iran: „Es findet ein Massaker statt“

Die Staatsanwaltschaft in Teheran hat angekündigt, gegen einige „Unruhestifter“ die Todesstrafe zu verhängen. US-Angaben zufolge sollte eine erste Hinrichtung am Mittwoch vollstreckt werden. Präsident Donald Trump drohte der Islamischen Republik mit einer harten Reaktion, falls es dazu kommt.

Offenbar zur Verhinderung von organisierten Protesten hat das iranische Regime eine Internetsperre verhängt. Als Reaktion darauf bietet die Weltraumfirma „SpaceX“ des rechten Milliardärs Elon Musk ihren Satelliten-Internetdienst Starlink im Iran offenbar kostenlos an. Entsprechende Informationen wurden dem Finanzdienst Bloomberg von SpaceX-Kreisen bestätigt. Iranischen Behörden soll es aber gelungen sein, den Starlink-Empfang zumindest teilweise zu stören.

Proteste im Iran: Menschen auf verzweifelter Suche nach Angehörigen

In Online-Netzwerken wurden am Mittwoch Bilder von Leichensäcken in Kahrisak südlich von Teheran gezeigt sowie von Menschen, die offenbar auf verzweifelter Suche nach ihren Angehörigen sind. Die Orte wurden von der Nachrichtenagentur afp verifiziert. Die USA forderten ihre Staatsbürger:innen auf, den Iran wenn möglich zu verlassen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagte indessen in den „Tagesthemen“, wenn ein Regime auf Demonstrationen nur noch mit Waffengewalt reagieren könne, sehe man, dass es „am Ende“ sei. Er warb für die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation. Ihnen wird vorgeworfen, eine zentrale Rolle bei der Niederschlagung der Proteste einzunehmen.

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