Nach tödlichem Anschlag: Wer war Trump-Unterstützer Charlie Kirk?
VonChristian Stör
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Der bekannte MAGA-Vertreter Charlie Kirk wird in Utah erschossen. Trump bezeichnet ihn als legendär. Kirks Einfluss auf die Jugend war immens.
Orem – Er war einer der wichtigsten Vertreter der MAGA-Bewegung. Charlie Kirk war als Gastredner auf dem Campus der Universität Utah Valley aufgetreten, als ihn ein tödlicher Schuss traf. Der US-Podcaster wurde nur 31 Jahre alt.
„Der große und sogar legendäre Charlie Kirk ist tot“, ehrte US-Präsident Donald Trump den Verstorbenen auf Truth Social. „Niemand hat die Jugend in den Vereinigten Staaten von Amerika besser verstanden als Charlie. Er wurde von allen geliebt und bewundert, besonders von mir, und jetzt ist er nicht mehr unter uns.“
Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter
Einflussreicher Trump-Anhänger Charlie Kirk in Utah erschossen
Charlie Kirk war kein gewöhnlicher Trump-Fan. Vielmehr war Kirk Teil eines Netzwerks von Influencern, die Trumps politische Ziele vorantrieben. Wiederholt attackierte er die traditionellen Medien und behandelte oft in provokanter Manier kontroverse gesellschaftliche Themen wie Einwanderung, Gender und Herkunft.
Kirk war ein Superstar in den sozialen Netzwerken: Er hatte 5,3 Millionen Follower auf der Plattform X, auf TikTok folgten ihm 6,7 Millionen Menschen, auf YouTube waren es 3,9 Millionen, sein Instagram-Account hatte 5,7 Millionen Fans. Er moderierte einen beliebten Podcast sowie eine Radiosendung mit dem Titel „The Charlie Kirk Show“. Zudem war er zuletzt Co-Moderator der Sendung „Fox & Friends“ des konservativen US-Senders Fox News.
Trump-Unterstützer Charlie Kirk wurde nur 31 Jahre alt
Kirk wurde 1993 in einem Vorort von Chicago in eine wohlhabende Familie geboren. Seine Mutter ist Psychologin und sein Vater Architekt. Schon in jungen Jahren engagierte sich Kirk politisch. Er war Mitglied der Pfadfinderorganisation „Boy Scouts of America“, schrieb für die rechtsgerichtete Nachrichtenseite Breitbart und trat bei Fox Business auf. Im Jahr 2010 half er ehrenamtlich bei der erfolgreichen Senatskampagne des Republikaners Mark Kirk mit, der nicht mit ihm verwandt war.
Wenig später gründete Kirk die Organisation Turning Point USA, die sich an Studierende richtet. Kirk war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 18 Jahre alt und hatte nach eigenen Angaben „kein Geld, keine Beziehungen und keine Ahnung, was er tat“. Im August 2012 nahm Kirk am Parteitag der Republikaner teil, wo er in einem Treppenhaus dem Multimillionär und Investor Foster Friess begegnete und ihn davon überzeugte, Turning Point USA zu finanzieren.
Charlie Kirk gewann junge Menschen für Donald Trump
Kirk beendete niemals eine Universitätslaufbahn. Er besuchte kurzzeitig das Harper College in der Nähe von Chicago, verließ die Hochschule jedoch ohne Diplom. Zudem bewarb er sich erfolglos an der renommierten US-Militärakademie in West Point. Später behauptete er, sein Platz sei an „einen weitaus weniger qualifizierten Kandidaten anderen Geschlechts und anderer Überzeugung“ vergeben worden.
Nach Obamas Wiederwahl im November 2012 wurde Kirk zu einer Schlüsselperson bei der Umgestaltung der Republikanischen Partei nach Vorbild der Tea Party. Damals begann er auch, Donald Trump zu unterstützen. Im Dezember 2019 veranstaltete Turning Point USA eine Spendengala in Mar-a-Lago, an der Donald Trump Jr. und weitere republikanische Parteigrößen teilnahmen. Vor der US-Wahl 2024 spielte Kirk eine entscheidende Rolle bei der Gewinnung junger Menschen für Trump.
Name
Charles James Kirk
Geboren
14. Oktober 1993 in Arlington Heights (Illinois)
Verstorben
10. September 2025 in Orem (Utah)
Ehepartnerin
Erika Lane Frantzve (verh. 2021 bis 2025)
Charlie Kirk war überzeugter Befürworter des verfassungsmäßigen Rechts auf Waffenbesitz
Anfangs vertrat Kirk libertäre Ansichten und kritisierte sogar die evangelikale politische Bewegung, argumentierte für eine „säkulare Weltanschauung“ in der Politik. Mit der Zeit entwickelte er sich aber zu einem bekannten Fürsprecher des evangelikalen Christentums. 2019 gründete er gemeinsam mit Jerry Falwell Jr. das Falkirk Center for Faith and Liberty, eine rechtsgerichtete Denkfabrik an der Liberty University in Virginia.
Kirk war ein überzeugter Befürworter des verfassungsmäßigen Rechts auf Waffenbesitz. Eine Gesellschaft mit bewaffneten Bürgern werde niemals ohne Schusswaffenopfer auskommen, sagte er im April 2023. Doch der zweite Verfassungszusatz sei den Preis für die bedauerlicherweise jährlich durch Schusswaffen entstehenden Todesopfer wert. „Das ist ein umsichtiges Arrangement. Das ist rational.“ (Quellen: Independent, Guardian, NY Times, Chicago Tribune, NBC News, Newsweek, The Atlantic, The New Yorker, dpa, Reuters) (cs)